Freitag, 11. November 2022

1 - Mikesch - der kleine Kater Naseweiss - Teil 1

Mikesch wurde in einer lauen Sommernacht geboren. Für die Geburt hat sich die Katzenmamma einen weichen, warmen Platz im Heu ausgesucht. Er hatte fünf Geschwister und die ersten drei Wochen lagen sie  zusammengekuschelt bei ihrer Mutter. Erst wenn die Kätzchen drei Wochen alt sind, öffnen sie ihre Augen. Jeden Tag konnten sie etwas deutlicher sehen und sie wurden mutiger. Irgendwann kletterten sie aus ihrem Heubett und begannen die Umgebung zu erforschen. Erst ganz vorsichtig, doch mit der Zeit tobten sie ausgelassen durch das Heu. Jetzt wussten sie auch, dass sie in einem Stall waren. Das war ein toller Spielplatz! Es gab ganz viele Verstecke und Klettermöglichkeiten. Ihre Mama und ihr Papa waren immer in der Nähe, sodass ihnen nichts passieren konnte. Mikesch war der Mutigste und der Neugierigste unter ihnen. Das brachte ihn manchmal in ziemlich blöde Situationen. Als er gerade einmal zwei Monate alt war, kletterte er auf einen Baum so hoch wie der Himmel, hoch und immer weiter, doch dann wusste er nicht, wie er da wieder herunterkommen sollte. Er jaulte jämmerlich. Seine Mutter schaute zu ihm hinauf und meinte, "wenn Du da hinauf gekommen bist, dann sieh zu, wie Du da wieder hinunter kommst". Mikesch war schliesslich schon so gross und schwer, dass seine Mama ihn nicht mehr in die Schnauze nehmen und ihn herunter tragen konnte. So sass Mikesch ratlos auf dem Baum. Und er hatte fürchterliche Angst.

Irgendwann bekam er mächtigen Hunger und er sah ein, dass er irgendwie von seinem Kletterbaum herunter kommen musste. Erst versuchte er es vorwärts. Oh je, die Mama da unten sah so klein aus! Mikesch wurde es ganz schwindelig.  Dann kam er auf die Idee es rückwärts zu probieren. Das war aber auch nicht so gut, da er nicht sah, ob unter ihm ein Ast war auf den er treten konnte. Einmal trat er dabei ins Leere und rutschte ab. Au weiha! - Aber Mikesch hatte Glück, er fiel einen halben Meter in die Tiefe, doch dann traf er einen Ast, an dem er sich ganz schnell festkrallte. Stückchen für Stückchen tastete er sich weiter nach unten. Doch dann geschah es. Mikesch war noch etwa 4 Meter über dem Boden, als er abrutschte und ungehindert in die Tiefe stürzte  ...

- Fortsetzung folgt -

Copyright Julietta Guenther

Dienstag, 8. November 2022

Empathie - oder was macht einen Menschen aus?

Krieg in Europa, in der Ukraine, Russland der Aggressor - kaum 500 km entfernt. Da wird sich einfach selbstverständlich über die Souveranität eines Staates hinweggesetzt und den Menschen in der Ukraine und den eigenen Landleuten das Recht auf Leben abersprochen. 

Das macht mich nachdenklich und mir stellt sich die Frage "

wann ist ein  Mensch ein Mensch?" ... und wann hat er jegliche Empathie verloren?

Ich sah ein Film, in dem Gaffer die Rettungskräfte behindern. Ja Himmel nochmal "seid ihr noch ganz dicht?"🤔

Vielleicht bin ich inzwischen old fashion. Aber ich finde es pervers, wenn ein Vater stolz darüber ist, seine minderjährigen Söhne an die Front und in den sicheren Tod schickt. Er dann auch noch für sein Tun Anerkennung erhält, entbehrt es mir jedes Verständnis. Wenn mein Mann so etwas tun würde, Gnade ihm Gott. Sein Leben lang hätte er keine Ruhe vor mir!  Oder ein kirchlicher Priester Müttern den Rat gib, mehr Kinder in die Welt  zusetzen, damit einem der Verlust eines Kindes nicht so schmerzt.  Das muss schon echt kranken Hirnen entsprungen sein. 

Da fällt mir meine Hündin ein. Eines Tages brachte sie mir ihren vier Wochen alten Welpen. Sie wachte wie ein Augapfel über die Kleine. Luna legte mir ihr Hundchen vor die Füsse, schaute es lange an, dann wandte sie den Blick zu mir, mit Tränen in den Augen. Es schien mir als wolle sie sagen, pass auf meine Kleine auf! Dann drehte sie sich um und ging weg, obwohl sie niemals ihren Welpen nur eine Sekunde alleine liess. Als ich sie kurz darauf suchte, fand ich sie tod. 

Mensch und Tier unterscheiden sich offensichtlich.

Da werden Menschen in Zivilkleider gesteckt, gleich eines Köders in der Falle, nur damit man behaupten kann, der Feind habe Zivilisten erschossen. Wie perfide ist das und was für hirnlose Zombies müssen das sein, die das mit sich machen lassen ??

Ich frage mich auch, welch verknoteter Gehirnwindungen entsprang es, dem Menschen im Tod die Würde zu nehmen und selbst vor dem toten Menschen keinerlei Achtung zu haben. Aber auch wir, die wir uns die Bilder ansehen, haben keinerlei Respekt. Dabei heisst es "die Würde des Menschen ist unantastbar.

Auf der anderen Seite tun mir die Russen fast schon leid. Es heisst immer, in St.Petersburg leben die meisten Milliadäre der Welt. Aber der Rest der Landes lebt scheinbar in bitteter Armut. So arm, dass sie von Hyieneartikeln über Waschmaschine, bis hin zu Mobilfunkmaste, alles klauen was nicht niet und nagelfest" wasserfest ist. Sie klauen sogar Kinder! Vielleicht sollte man eine Spendenaktion ins Leben rufen. VIAGRA für Russland - macht eure eigenen Kinder!

Doch genug von Russland!

Schauen wir uns doch mal um, wann wir in unserem eigenen Mikrokosmos die Souveranität des Nachbarn in Frage stellen und uns um Kaisers Bart streiten. Die Gerichte sind voll damit. Da wird um Äste gestritten, die über den Zaun hängen; weil die Kinder zu laut sind oder ein Ball beim Spielen beim Nachbarn landet. Krass ist auch, wenn auf dem Land über den morgentlich Hahnenschrei gestritten wird Dabei ginge es  so einfach. Der Nachbar akzeptiert, dass der Hahn in frühen Morgenstunden kräht. Natur eben! Dafür gibt es jeden Tag ein Frühstücksei. So einfach kann es sein. Würde Nerven und Blutdrucktabletten sparen und vielleicht nachbarschaftliche Freundschaften entstehen lassen.  

Geschockt hat mich auch ein Erlebnis in Spanien. Ein bekannter Obdachloser, den fast jeder im Ort kannte. Ein freundlicher, hilfsbereiter Mann aus Rumänien, den das Schicksal im Spanien stranden liess. Er sass immer am Eingang zum Supermarkt. Eines morgens fand man ihn - tod - erfroren bei knapp null Grad...

Den meisten von uns geht es gut und darüber vergessen wir viel zu oft, dass das Schicksal erbarmungslos zu schlagen kann. Und jeder von uns, jederzeit, an dem Supermarkteingang oder in Trümmern sitzen könnte.

Ich betreue einen guten Freund, ohne Familie, hochbetagt in den 80-igern, fast blind, lebt in einem Land dessen Sprache er nicht so gut beherrscht. Wieviel Einsamkeit, verlorener Lebensmut, Hilflosigkeit und Depression in einem Menschen steckt, kann man als Aussenstehender nur erahnen. Viele Leute schauen weg, kaum einer kommt mal auf die Idee zu fragen, ob man helfen könnte. Ich sehe mich hingegen mit übler Nachrede und wilden Gerüchten konfrontiert.

Anderer Fall: Ein Paar hatte einen grossen Freundeskreis, nahm aktiv am gesellschaftlichen Leben Teil, war geachtet und beliebt. Der Ehepartner stirbt. Der Witwer sitzt alleine in seinem einsam gewordenen Haus und ... bleibt alleine! Kaum einer der sogenannten Freunde lässt sich mehr blicken. Aus dem Verein wird er nach und nach gedrängt. Mit Tod und Leid will keiner etwas zu tun haben. Doch auch das gehört zum Leben.

Empathie, wer hat sie und wer nicht? Oder wann ist sie uns abhanden gekommen? 

Vielleicht sollten wir uns auch die Frage stellen, ob wir bereits so abgestumpft sind, dass uns garnicht mehr bewusst wird, wann wir die Grenzen überschreiten.



Copyright Julietta  Günther





Herbstzauber


Händchen"Raureif"
streicht über die letzten Sommerblüten


BRAKE ! Zeitenwende

Zeiten ändern sich, Träume zerplatzen...

Es gibt ein Buch mit dem Titel 

"Ich hatte eine Farm in Afrika"  eine Zeitenwende gepaart mit einer Prise Wehmut und einem Sack voller wunderschönen Erinnerungen.

Auch "meine kleine Farm" hat den Wandel der Zeiten nicht überstanden. Manchmal denke ich mit Wehmut daran, manchmal bin ich traurig.  

Das Leben geht weiter und wer vorwärts gehen will, muss die Vergangenheit begraben.

Lange wollte ich den blog nicht weiterführen. Hatte meine Sprache und die Leichtigkeit verloren. 

Ihr seht, ich bin zurück! 

Manchmal bedarf es einen Impuls von aussen oder einen kräftigen Tritt in den Hintern. Ich hatte Glück und bekam beides... und eine kräftige Kopfwäsche dazu.

Ehrlich gesagt, weiss ich noch nicht wohin die Reise führt, worüber ich schreiben soll.

So lasst euch überraschen ... ich werde es sicher sein 

🙈

... kaum geschrieben purzeln mir auch schon die Ideen in die Gehirnwindungen ...

Es wird über Irrungen und Wirrungen gehen, skurile Menschen werden den Weg kreuzen, aber es werden auch leise und ernstere Töne erklingen ...

... und vorallem Lachen und handfeste Arbeit ... 

denn vor zu viel Übermut und Elan habe ich den Wischeimer hinter mir vergessen 😒 ich mach mich jetzt ans Aufwischen und Euch wünsche ich eine geruhsame Nacht

Copyright Julietta Günther


Donnerstag, 11. April 2019

"Unsere kleine Farm" - 2019-04-11

Manchmal scheint mir das Glück hold zu sein und mein Computer lässt mich an meinem Blog arbeiten. Warum ich nun schon seit Monaten nur noch selten ins Internet komme ohne, daß mein Pc sich verabschiedet, ist mir ein Rätsel - insbesondere weil es nun schon der zweite Laptop ist ...

Anyhow ... nun bin ich wieder einmal on air...

In den letzten Monaten ist viel passiert, leider nicht unbedingt schöne Dinge. Seit Jahren schon versucht jemand unser Leben und auch "meine kleine Farm" zu schaden. Die  wildesten Gerüchte werden gestreut und unschöne Geschehnisse kreuzten meinen Weg. Das geht an die Substanz und Existenz, aber es regt auch zum Nachdenken an.

So habe ich nun denn mein Leben mit Tieren Revue passieren lassen. Ich wuchs mit Tieren auf und ein Leben ohne Tiere macht für mich keinen Sinn. Als Kind waren es Hamster, Meerschweinchen, Hasen und Co. Ich begann mit ihnen zu "reden". Das Meerschwein hörte auf Klackgeräusche. Die Fische regierten auf Bewegung. Katzen rufe ich mit einem Miau, wobei ich da auch schon hin und wieder fremde angelockt habe. Mein Ex-Mann sagte einmal zu mir, ich sei wie der Rattenfänger von Hameln. Immer, wenn ich durch den Ort ging, folgten mir binnen kürzester Zeit eine Katzenschar. Mein Lebensgefährte "verbot" mir eines Tages in den Ort zu gehen, weil sich zu mir immer wieder einmal ein tierischer Streuner gesellte, der mir dann einfach nicht mehr von der Seite wich und letzlich bei mir ein Zuhause fand. So erinnere ich mich noch gut an ein kleines Katerchen. Ich war auf dem Weg nach Hause als mir ein krankes Katerchen entgegen kam. Er bog erst ins Nachbargrundstück ein, drehte dann um und folgte mir. Drei Nächte maunzte er vor meinem Schlafzimmerfenster, (woher er das wusste, war mir ein Rätsel). An Schlaf war nicht zu denken und nach der dritten schlaflosen Nacht, liess ich ihn ein. Er legte sich quer über meinen Kater, schlief ein und blieb. Leider haben unliebsame Zeitgenossen beide vergiftet.

Auch heute noch, bin ich es die hier im Ort die Ausrreisser einsammelt und wieder nach Hause bringt.

Wenn ich mich so zurück erinnere, was habe ich alles für Viehzeug wieder aufgepeppelt  und was für ein Aufwand ich damit betrieben habe und betreibe. Wenn ein Tier krank ist, bin ich manchmal die halbe Nacht im Stall oder mache spätestens alle Stunde Kontrollgänge. Eines meiner Katerchen wurde als er zahnte, furchtbar krank. Tagelang trug ich ihn im Bauchbeutel, um ihn warm zu halten und fütterte ihn mit einer kleinen Pipette. Er bekam vom Tierarzt Infusionen und Medikamente, aber es sah schlecht um das Tierchen aus. Zwei Wochen kämpfte ich um die kleinen Knirps und ich hatte selber schon kaum noch Hoffnung. da schleppte sich das Tierchen eines Tages zum Futternapf und begann wieder selbstständig zu fressen. Er wurde ein stolzer Kater, der viele Jahre mein Hausgenosse war.

Da gibt es Bella, der der Tierarzt kaum Chancen gab. Ihr war als vier Wochen alter Welpe ein Holzstapel auf die Hinterläufe gefallen. als ich sie fand war sie halb erfroren und konnte ihre Hinterläufe nicht mehr bewegen. Die Reflexe waren gleich null. Ihr Lager stand neben dem Bett, ich fütterte und wusch sie, hielt sie warm. Irgendwann zuckte zumindest eine Hinterpfote. Buddy war dabei mein Helfer. Er zwickte sie immer wieder vorsichtig ihn die Läufe, bis sie zu reagieren begann. Irgendwann stand sie wieder auf allen vier Pfoten, doch während ihres gesammten Wachstums gab es immer wieder Phasen, wo ihr die Laufe wegknickten. Ich musste sie so manches Mal die Treppen rauf tragen, machte mit ihr Gymnastik, sie bekam besondere Aufbauvitamine. Doch wenn ich sie heute durch den Garten tollen sehe, dann weiss ich, daß ich die Mühe gelohnt hat. Die Welt wäre um so viel ärmer, wenn dieser tolle Hund keine Chance bekommen hätte.

So wäre auch Balou nicht mehr auf Erden. Der Tierarzt wollte ihn einschläfern lassen, nachdem der Hund beim einem Unfall schwer verletzt worden war. Als ich in der Praxis in die Hundeaugen sah, sah ich, daß er leben wollte. Irgendwie kann man den Tieren das ansehen. Balou lebt, es geht ihm gut, wenngleich er auch sehr scheu ist und panische Angst vor Menschen hat. Doch hier kann er sein, wie er eben ist. Auch Kettö labu, über die ich schon geschrieben habe, und ihre Geschwister durften leben, trotz ihrer schweren Behinderungen. Maci habe ich aus einem Tümpel total unterkühlt gezogen. Vorsichtig trocken gefönt lag er auf dem Weg zum Tierarzt unter meiner Jacke zum Aufwärmen. Er bekam Medikamente und hatte seine Erkältung gut überstanden. Die kleine Gomboc verlor mit drei Wochen ihre Mutter und wurde zu einer Flaschenaufzucht. Wochenlang schlief sie in meiner Armbeuge unter der Bettdecke. Doddo, einer der zugelaufenden Streuner, hatte sich eine lebensbedrohliche Virusinfektion zugezogen. Täglich fuhr ich die 35 Kilometer mit ihr zum Tierarzt, über eine Woche lang, nach unzähligen Injektionen und Infusionen, war sie über den Berg. Leider war und blieb sie Streuner und wurde eines Tages von Jägern erschossen. Die Hündin fand immer irgendeinen Weg, auszubüchsen. Leider! Sie war eine liebe, wenngleich auch furchtbar verfressenen Hündin. Sie hatte bei ihrem früheren Besitzer gelernt, zu überleben. Der hatte sei bei Wind und Wetter, ohne jeglichen Schutz angebunden, oft kam er tagelang nicht nach Hause und eines Tages zog er weg und liess sie und eine Katze einfach zurück. So lernte sie, jeder Kette und jeder Einzäunung zu trotzen. Sie hatte mich als neues Frauchen adoptiert. Hobby, mein besondere Liebling, habe ich spät abends noch zum Tierarzt gefahren, weil er kaum noch Luft bekam. Es kam heraus, daß er sich mit den Herzwurm infiziert hatte. Mal wurde ein Zicklein transportiert, dann eines Sonntags fuhren wir mit einem kleinen Lamm in die Praxis. Der Tierarzt, der normal nur städtische Tiere versorgte, war etwas überfordert, aufgrund seines ungewöhnlichen Patienten, Unzählige Flaschenaufzuchten. Gerettete Schmuckschildkröte, die im Tierheim einen neuen Platz fand. Für Bruno, ein mittelasiatischer Owtscharka, ein Riesenbaby von Hund, der schon mit einem halben Jahr die Grösse einen Kalbes hatte, setzte ich Himmel und Hölle in Bewegung, um für ihn einen Plaü,tz zu finden. Dem Besitzer war er zu gross geworden und er wollte ihn erschiessen. Bruno lebt heute bei einer Familie in Deutschland .

Ein Leben ohne Tiere wäre für mich kein Leben! Sie sind treue Begleiter in meinem Leben und manche auch Familienmitglieder. Nie und nimmer, würde ich einem Tier Leid zu führen oder es quälen. Schlimm genug, wenn man die sogenannten Nutztiere schlachten muss. Jahrelang gab es unzählige Diskussionen mit meinem Lebensgefährten, da ich mich strikt weigerte, das Fleisch unserer Tiere zu essen. Irgendwann hat dann doch der Verstand eingesetzt. Ich bin nun einmal kein Vegetarier, sondern esse schon gerne einmal ein Schnitzel oder einen Sauerbraten und das geht eben nicht ohne, daß ein Tier geschlachtet wird. Letzlich halten wir eben Nutztiere, um gesundes Fleisch, Eier oder Milch von freilaufenden Tieren zu haben. 

Der nächste Post wird von lustigen Geschehnissen und Erlebnissen rund um's Tier gehen. Resumee eines vergnüglichen Erzählabends mit meiner Freundin.

Copyright Julietta Günther

Mittwoch, 2. Januar 2019

"Unsere kleine Farm" - 2018-12-05

😍

2018-12-05
Ich bin schockverliebt! Habt ihr schon einmal bemerkt, wie wunderschöne Augen Schweine haben und was für lange Wimpern. Da könnte Frau glatt neidisch werden. nun gehe ich auf Fotojagd ;-) ...

...

2019-01-02
das hat sich einfacher geschrieben als umgesetzt. Es ist garnicht so einfach, Schweine davon zu überzeugen, sich in Pose zu stellen und nicht stattdessen, die Schnüffelnase auf die Linse zu setzen. Andere Variante: schnell umgedreht und dem Fotografen die Schweineschulter oder die Schinken zu zeigen...

... mindestens hundert Fotoversuche weiter und noch immer kein Schweine Wimpernklimpern auf der Kamera 😒 ...

slapstickreif endete meine Idee, die Schweinebacken mit einer Sonderration Mais vor die Kamera zu locken. Das mit dem Locken klappte - doch anders als gedacht.  Kaum raschelte ich mit dem Eimer, da kam die Rotte auch schon mit fliegenden Ohren angerannt. Wenn ich ihre flatternden Ohrwatscheln sehe, muss ich immer an Dumbo, den fliegenden Elefanten denken. So stand ich da, den Eimer mit dem Mais in der einen, die Kamera in der anderen Hand. Blöderweise schaute in mehr durch die Kamera und realisierte zu spät, daß sich mehrere hundert Kilo Schweinefleisch angepeest kamen - und so rannten sie mich schlichtweg um. Ich verlor das Gleichgewicht und landete im Schlamm, währenddessen mich Tiere beschnüffelte. Der Mais verteilte sich im hohen Bogen, während ich mich unter den Schweinepfoten hervorkramte - ohne Foto, dafür sah die Schweinebande nun sauberer aus als ich...


... doch ich versuche es weiter ...

Sonntag, 2. Dezember 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-12-02

Hinter mir liegt eine Chaoswoche, die ihres Gleichen sucht, aber doch mit einem kleinen Lichtblick endete. Wer kennst sie nicht, die Tage an denen man am Besten im Bett geblieben wäre. Nun ich hatte in letzter Zeit einige davon.

Die Serie begann am Dienstag. Erst veranlasste ein offen gelassenes Gatter, die Ziegen meinen Obstgarten heimzusuchen und die Apfelbäume anzunagen. Die Hunde quitterten die unerwünschten Eindringlinge mit einem Gebell. Nach dem die Ziegen wieder in ihrem Gehege waren, begann ich Wäsche zu waschen. Während die Maschine arbeitete, ging ich mit der Herde auf die Aussenweide. Irgendein wildes Tier oder ein streunender Hund veranlasste sie, durchzugehen. Mangels Hütehund (ich hatte ja von Hobbys "Verschwinden" berichtet), brauchte ich eine geschlagene Stunde bis ich alle Tiere wieder zusammen hatte. Als sie dann mit dicker Wampe wieder in ihrem Gehege waren, fiel mir die Waschmaschine ein.

Kaum einen Schritt ins Haus getan, da stand ich auch schon im Wasser. Der Schlauch der Waschmaschine hatte sich gelöst und das komplette Untergeschoss, rund 80 qm, unter Wasser gesetzt - gut fünf Zentimeter hoch. Wenn schon eine Sache schief geht, dann richtig! Ich hatte die Kisten für den Secondhand mit der Kleidung für den Transport vorbereitet - auch sie standen unter Wasser und die Kleidung war teilweise durchnässt. - Stundenlang versuchte ich den Wassermassen Herr zu werden. In Küche und Esszimmer herrschte das pure Chaos! Alles was trocken geblieben war, stellte ich nach oben auf die Schränke, Tische etc., während unter den Einbauschränken immer wieder das Wasser hervortrat. Vor Schreck hatte ich meine Arbeits-Gummistiefel nicht ausgezogen und so schleppte ich in das Chaos auch noch den Matsch von draußen. Es war eine Grossaktion, die in einem tagelangem Grossputz endete. Zwischendrin wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte - wie wohl am Rest der Woche auch ...

Am Donnerstag folgte der Obergau. Da wähnte ich mich endgültig im falschen Film! Der Tag hat Spuren hinterlassen. Vielleicht berichte ich irgendwann einmal darüber, aber jetzt muss ich das erst einmal verdauen. Aber wir haben es überstanden und vorallem, die Tieren haben keinen Schaden davon getragen.

Am Samstag folgte dann ein kleiner Lichtblick. Eigentlich hatte ich die ganze Woche mich für die Prüfung vorbereiten wollen, doch die widrigen Umstände der letzten Tage gaben mir kaum Zeit noch ruhige Gedanken. So ging ich dann am Samstag mit lückenhaftem Wissen in die Prüfung mit dem Gedanken "entweder es klappt oder es klappt nicht! - Wird schon schief gehen!

Für mich überraschender Weise bestand ich die Prüfung, in einer fremden Sprache, die ich obendrein nicht lesen kann. Vieles habe ich stumpf auswendig gelernt. Das Buch fast vollständig übersetzt, um dann festzustellen, daß mir das in einer ungarischen Prüfung nicht viel helfen wird. In meinen Gedankenwindungen herrschte ein wildes zweisprachiges Durcheinander. In der Prüfung wurde dann auch offensichtlich, wo meine Schwächen waren und sind. Doch ich habe bestanden. Jetzt habe ich meinen Angelschein. - Eigentlich ist das ein Wink des Schicksals: Gerade nach dieser Woche brauche ich einmal mehr einen Rückzugsort, an dem ich zur Ruhe kommen kann. Wasser zieht mich seit jeher magisch an - nun kann ich das auch noch mit etwas Nützlichem verbinden.

Copyright Julietta Günther