Manchmal scheint mir das Glück hold zu sein und mein Computer lässt mich an meinem Blog arbeiten. Warum ich nun schon seit Monaten nur noch selten ins Internet komme ohne, daß mein Pc sich verabschiedet, ist mir ein Rätsel - insbesondere weil es nun schon der zweite Laptop ist ...
Anyhow ... nun bin ich wieder einmal on air...
In den letzten Monaten ist viel passiert, leider nicht unbedingt schöne Dinge. Seit Jahren schon versucht jemand unser Leben und auch "meine kleine Farm" zu schaden. Die wildesten Gerüchte werden gestreut und unschöne Geschehnisse kreuzten meinen Weg. Das geht an die Substanz und Existenz, aber es regt auch zum Nachdenken an.
So habe ich nun denn mein Leben mit Tieren Revue passieren lassen. Ich wuchs mit Tieren auf und ein Leben ohne Tiere macht für mich keinen Sinn. Als Kind waren es Hamster, Meerschweinchen, Hasen und Co. Ich begann mit ihnen zu "reden". Das Meerschwein hörte auf Klackgeräusche. Die Fische regierten auf Bewegung. Katzen rufe ich mit einem Miau, wobei ich da auch schon hin und wieder fremde angelockt habe. Mein Ex-Mann sagte einmal zu mir, ich sei wie der Rattenfänger von Hameln. Immer, wenn ich durch den Ort ging, folgten mir binnen kürzester Zeit eine Katzenschar. Mein Lebensgefährte "verbot" mir eines Tages in den Ort zu gehen, weil sich zu mir immer wieder einmal ein tierischer Streuner gesellte, der mir dann einfach nicht mehr von der Seite wich und letzlich bei mir ein Zuhause fand. So erinnere ich mich noch gut an ein kleines Katerchen. Ich war auf dem Weg nach Hause als mir ein krankes Katerchen entgegen kam. Er bog erst ins Nachbargrundstück ein, drehte dann um und folgte mir. Drei Nächte maunzte er vor meinem Schlafzimmerfenster, (woher er das wusste, war mir ein Rätsel). An Schlaf war nicht zu denken und nach der dritten schlaflosen Nacht, liess ich ihn ein. Er legte sich quer über meinen Kater, schlief ein und blieb. Leider haben unliebsame Zeitgenossen beide vergiftet.
Auch heute noch, bin ich es die hier im Ort die Ausrreisser einsammelt und wieder nach Hause bringt.
Wenn ich mich so zurück erinnere, was habe ich alles für Viehzeug wieder aufgepeppelt und was für ein Aufwand ich damit betrieben habe und betreibe. Wenn ein Tier krank ist, bin ich manchmal die halbe Nacht im Stall oder mache spätestens alle Stunde Kontrollgänge. Eines meiner Katerchen wurde als er zahnte, furchtbar krank. Tagelang trug ich ihn im Bauchbeutel, um ihn warm zu halten und fütterte ihn mit einer kleinen Pipette. Er bekam vom Tierarzt Infusionen und Medikamente, aber es sah schlecht um das Tierchen aus. Zwei Wochen kämpfte ich um die kleinen Knirps und ich hatte selber schon kaum noch Hoffnung. da schleppte sich das Tierchen eines Tages zum Futternapf und begann wieder selbstständig zu fressen. Er wurde ein stolzer Kater, der viele Jahre mein Hausgenosse war.
Da gibt es Bella, der der Tierarzt kaum Chancen gab. Ihr war als vier Wochen alter Welpe ein Holzstapel auf die Hinterläufe gefallen. als ich sie fand war sie halb erfroren und konnte ihre Hinterläufe nicht mehr bewegen. Die Reflexe waren gleich null. Ihr Lager stand neben dem Bett, ich fütterte und wusch sie, hielt sie warm. Irgendwann zuckte zumindest eine Hinterpfote. Buddy war dabei mein Helfer. Er zwickte sie immer wieder vorsichtig ihn die Läufe, bis sie zu reagieren begann. Irgendwann stand sie wieder auf allen vier Pfoten, doch während ihres gesammten Wachstums gab es immer wieder Phasen, wo ihr die Laufe wegknickten. Ich musste sie so manches Mal die Treppen rauf tragen, machte mit ihr Gymnastik, sie bekam besondere Aufbauvitamine. Doch wenn ich sie heute durch den Garten tollen sehe, dann weiss ich, daß ich die Mühe gelohnt hat. Die Welt wäre um so viel ärmer, wenn dieser tolle Hund keine Chance bekommen hätte.
So wäre auch Balou nicht mehr auf Erden. Der Tierarzt wollte ihn einschläfern lassen, nachdem der Hund beim einem Unfall schwer verletzt worden war. Als ich in der Praxis in die Hundeaugen sah, sah ich, daß er leben wollte. Irgendwie kann man den Tieren das ansehen. Balou lebt, es geht ihm gut, wenngleich er auch sehr scheu ist und panische Angst vor Menschen hat. Doch hier kann er sein, wie er eben ist. Auch Kettö labu, über die ich schon geschrieben habe, und ihre Geschwister durften leben, trotz ihrer schweren Behinderungen. Maci habe ich aus einem Tümpel total unterkühlt gezogen. Vorsichtig trocken gefönt lag er auf dem Weg zum Tierarzt unter meiner Jacke zum Aufwärmen. Er bekam Medikamente und hatte seine Erkältung gut überstanden. Die kleine Gomboc verlor mit drei Wochen ihre Mutter und wurde zu einer Flaschenaufzucht. Wochenlang schlief sie in meiner Armbeuge unter der Bettdecke. Doddo, einer der zugelaufenden Streuner, hatte sich eine lebensbedrohliche Virusinfektion zugezogen. Täglich fuhr ich die 35 Kilometer mit ihr zum Tierarzt, über eine Woche lang, nach unzähligen Injektionen und Infusionen, war sie über den Berg. Leider war und blieb sie Streuner und wurde eines Tages von Jägern erschossen. Die Hündin fand immer irgendeinen Weg, auszubüchsen. Leider! Sie war eine liebe, wenngleich auch furchtbar verfressenen Hündin. Sie hatte bei ihrem früheren Besitzer gelernt, zu überleben. Der hatte sei bei Wind und Wetter, ohne jeglichen Schutz angebunden, oft kam er tagelang nicht nach Hause und eines Tages zog er weg und liess sie und eine Katze einfach zurück. So lernte sie, jeder Kette und jeder Einzäunung zu trotzen. Sie hatte mich als neues Frauchen adoptiert. Hobby, mein besondere Liebling, habe ich spät abends noch zum Tierarzt gefahren, weil er kaum noch Luft bekam. Es kam heraus, daß er sich mit den Herzwurm infiziert hatte. Mal wurde ein Zicklein transportiert, dann eines Sonntags fuhren wir mit einem kleinen Lamm in die Praxis. Der Tierarzt, der normal nur städtische Tiere versorgte, war etwas überfordert, aufgrund seines ungewöhnlichen Patienten, Unzählige Flaschenaufzuchten. Gerettete Schmuckschildkröte, die im Tierheim einen neuen Platz fand. Für Bruno, ein mittelasiatischer Owtscharka, ein Riesenbaby von Hund, der schon mit einem halben Jahr die Grösse einen Kalbes hatte, setzte ich Himmel und Hölle in Bewegung, um für ihn einen Plaü,tz zu finden. Dem Besitzer war er zu gross geworden und er wollte ihn erschiessen. Bruno lebt heute bei einer Familie in Deutschland .
Ein Leben ohne Tiere wäre für mich kein Leben! Sie sind treue Begleiter in meinem Leben und manche auch Familienmitglieder. Nie und nimmer, würde ich einem Tier Leid zu führen oder es quälen. Schlimm genug, wenn man die sogenannten Nutztiere schlachten muss. Jahrelang gab es unzählige Diskussionen mit meinem Lebensgefährten, da ich mich strikt weigerte, das Fleisch unserer Tiere zu essen. Irgendwann hat dann doch der Verstand eingesetzt. Ich bin nun einmal kein Vegetarier, sondern esse schon gerne einmal ein Schnitzel oder einen Sauerbraten und das geht eben nicht ohne, daß ein Tier geschlachtet wird. Letzlich halten wir eben Nutztiere, um gesundes Fleisch, Eier oder Milch von freilaufenden Tieren zu haben.
Der nächste Post wird von lustigen Geschehnissen und Erlebnissen rund um's Tier gehen. Resumee eines vergnüglichen Erzählabends mit meiner Freundin.
Copyright Julietta Günther
Lasst Euch entführen, in die Welt meiner Fantasie mit zauberhafte Tier- und Kindergeschichten, Erzählungen aus dem Alltag - mal amüsant, mal nachdenklich, auch mal kritisch. Taucht ein, in die bunte Welt meiner Bilder und Kollagen. - Ein Schmunzeln, ein Lachen oder auch strahlende Kinderaugen, wenn ihr ihnen etwas aus meinem Blog vorlest, das wünsche ich Euch. Aus gegebenen Anlass mache ich darauf aufmerksam, auch die Bilder dem Urheberrecht. Für mobilphone bitte auf web-version umstellen
Posts mit dem Label "Unser kleine Farm" - Tagebuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label "Unser kleine Farm" - Tagebuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 11. April 2019
Mittwoch, 2. Januar 2019
"Unsere kleine Farm" - 2018-12-05
😍
2018-12-05
Ich bin schockverliebt! Habt ihr schon einmal bemerkt, wie wunderschöne Augen Schweine haben und was für lange Wimpern. Da könnte Frau glatt neidisch werden. nun gehe ich auf Fotojagd ;-) ...
...
2019-01-02
das hat sich einfacher geschrieben als umgesetzt. Es ist garnicht so einfach, Schweine davon zu überzeugen, sich in Pose zu stellen und nicht stattdessen, die Schnüffelnase auf die Linse zu setzen. Andere Variante: schnell umgedreht und dem Fotografen die Schweineschulter oder die Schinken zu zeigen...
... mindestens hundert Fotoversuche weiter und noch immer kein Schweine Wimpernklimpern auf der Kamera 😒 ...
slapstickreif endete meine Idee, die Schweinebacken mit einer Sonderration Mais vor die Kamera zu locken. Das mit dem Locken klappte - doch anders als gedacht. Kaum raschelte ich mit dem Eimer, da kam die Rotte auch schon mit fliegenden Ohren angerannt. Wenn ich ihre flatternden Ohrwatscheln sehe, muss ich immer an Dumbo, den fliegenden Elefanten denken. So stand ich da, den Eimer mit dem Mais in der einen, die Kamera in der anderen Hand. Blöderweise schaute in mehr durch die Kamera und realisierte zu spät, daß sich mehrere hundert Kilo Schweinefleisch angepeest kamen - und so rannten sie mich schlichtweg um. Ich verlor das Gleichgewicht und landete im Schlamm, währenddessen mich Tiere beschnüffelte. Der Mais verteilte sich im hohen Bogen, während ich mich unter den Schweinepfoten hervorkramte - ohne Foto, dafür sah die Schweinebande nun sauberer aus als ich...
... doch ich versuche es weiter ...
Sonntag, 2. Dezember 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-12-02
Hinter mir liegt eine Chaoswoche, die ihres Gleichen sucht, aber doch mit einem kleinen Lichtblick endete. Wer kennst sie nicht, die Tage an denen man am Besten im Bett geblieben wäre. Nun ich hatte in letzter Zeit einige davon.
Die Serie begann am Dienstag. Erst veranlasste ein offen gelassenes Gatter, die Ziegen meinen Obstgarten heimzusuchen und die Apfelbäume anzunagen. Die Hunde quitterten die unerwünschten Eindringlinge mit einem Gebell. Nach dem die Ziegen wieder in ihrem Gehege waren, begann ich Wäsche zu waschen. Während die Maschine arbeitete, ging ich mit der Herde auf die Aussenweide. Irgendein wildes Tier oder ein streunender Hund veranlasste sie, durchzugehen. Mangels Hütehund (ich hatte ja von Hobbys "Verschwinden" berichtet), brauchte ich eine geschlagene Stunde bis ich alle Tiere wieder zusammen hatte. Als sie dann mit dicker Wampe wieder in ihrem Gehege waren, fiel mir die Waschmaschine ein.
Kaum einen Schritt ins Haus getan, da stand ich auch schon im Wasser. Der Schlauch der Waschmaschine hatte sich gelöst und das komplette Untergeschoss, rund 80 qm, unter Wasser gesetzt - gut fünf Zentimeter hoch. Wenn schon eine Sache schief geht, dann richtig! Ich hatte die Kisten für den Secondhand mit der Kleidung für den Transport vorbereitet - auch sie standen unter Wasser und die Kleidung war teilweise durchnässt. - Stundenlang versuchte ich den Wassermassen Herr zu werden. In Küche und Esszimmer herrschte das pure Chaos! Alles was trocken geblieben war, stellte ich nach oben auf die Schränke, Tische etc., während unter den Einbauschränken immer wieder das Wasser hervortrat. Vor Schreck hatte ich meine Arbeits-Gummistiefel nicht ausgezogen und so schleppte ich in das Chaos auch noch den Matsch von draußen. Es war eine Grossaktion, die in einem tagelangem Grossputz endete. Zwischendrin wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte - wie wohl am Rest der Woche auch ...
Am Donnerstag folgte der Obergau. Da wähnte ich mich endgültig im falschen Film! Der Tag hat Spuren hinterlassen. Vielleicht berichte ich irgendwann einmal darüber, aber jetzt muss ich das erst einmal verdauen. Aber wir haben es überstanden und vorallem, die Tieren haben keinen Schaden davon getragen.
Am Samstag folgte dann ein kleiner Lichtblick. Eigentlich hatte ich die ganze Woche mich für die Prüfung vorbereiten wollen, doch die widrigen Umstände der letzten Tage gaben mir kaum Zeit noch ruhige Gedanken. So ging ich dann am Samstag mit lückenhaftem Wissen in die Prüfung mit dem Gedanken "entweder es klappt oder es klappt nicht! - Wird schon schief gehen!
Für mich überraschender Weise bestand ich die Prüfung, in einer fremden Sprache, die ich obendrein nicht lesen kann. Vieles habe ich stumpf auswendig gelernt. Das Buch fast vollständig übersetzt, um dann festzustellen, daß mir das in einer ungarischen Prüfung nicht viel helfen wird. In meinen Gedankenwindungen herrschte ein wildes zweisprachiges Durcheinander. In der Prüfung wurde dann auch offensichtlich, wo meine Schwächen waren und sind. Doch ich habe bestanden. Jetzt habe ich meinen Angelschein. - Eigentlich ist das ein Wink des Schicksals: Gerade nach dieser Woche brauche ich einmal mehr einen Rückzugsort, an dem ich zur Ruhe kommen kann. Wasser zieht mich seit jeher magisch an - nun kann ich das auch noch mit etwas Nützlichem verbinden.
Copyright Julietta Günther
Die Serie begann am Dienstag. Erst veranlasste ein offen gelassenes Gatter, die Ziegen meinen Obstgarten heimzusuchen und die Apfelbäume anzunagen. Die Hunde quitterten die unerwünschten Eindringlinge mit einem Gebell. Nach dem die Ziegen wieder in ihrem Gehege waren, begann ich Wäsche zu waschen. Während die Maschine arbeitete, ging ich mit der Herde auf die Aussenweide. Irgendein wildes Tier oder ein streunender Hund veranlasste sie, durchzugehen. Mangels Hütehund (ich hatte ja von Hobbys "Verschwinden" berichtet), brauchte ich eine geschlagene Stunde bis ich alle Tiere wieder zusammen hatte. Als sie dann mit dicker Wampe wieder in ihrem Gehege waren, fiel mir die Waschmaschine ein.
Kaum einen Schritt ins Haus getan, da stand ich auch schon im Wasser. Der Schlauch der Waschmaschine hatte sich gelöst und das komplette Untergeschoss, rund 80 qm, unter Wasser gesetzt - gut fünf Zentimeter hoch. Wenn schon eine Sache schief geht, dann richtig! Ich hatte die Kisten für den Secondhand mit der Kleidung für den Transport vorbereitet - auch sie standen unter Wasser und die Kleidung war teilweise durchnässt. - Stundenlang versuchte ich den Wassermassen Herr zu werden. In Küche und Esszimmer herrschte das pure Chaos! Alles was trocken geblieben war, stellte ich nach oben auf die Schränke, Tische etc., während unter den Einbauschränken immer wieder das Wasser hervortrat. Vor Schreck hatte ich meine Arbeits-Gummistiefel nicht ausgezogen und so schleppte ich in das Chaos auch noch den Matsch von draußen. Es war eine Grossaktion, die in einem tagelangem Grossputz endete. Zwischendrin wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte - wie wohl am Rest der Woche auch ...
Am Donnerstag folgte der Obergau. Da wähnte ich mich endgültig im falschen Film! Der Tag hat Spuren hinterlassen. Vielleicht berichte ich irgendwann einmal darüber, aber jetzt muss ich das erst einmal verdauen. Aber wir haben es überstanden und vorallem, die Tieren haben keinen Schaden davon getragen.
Am Samstag folgte dann ein kleiner Lichtblick. Eigentlich hatte ich die ganze Woche mich für die Prüfung vorbereiten wollen, doch die widrigen Umstände der letzten Tage gaben mir kaum Zeit noch ruhige Gedanken. So ging ich dann am Samstag mit lückenhaftem Wissen in die Prüfung mit dem Gedanken "entweder es klappt oder es klappt nicht! - Wird schon schief gehen!
Für mich überraschender Weise bestand ich die Prüfung, in einer fremden Sprache, die ich obendrein nicht lesen kann. Vieles habe ich stumpf auswendig gelernt. Das Buch fast vollständig übersetzt, um dann festzustellen, daß mir das in einer ungarischen Prüfung nicht viel helfen wird. In meinen Gedankenwindungen herrschte ein wildes zweisprachiges Durcheinander. In der Prüfung wurde dann auch offensichtlich, wo meine Schwächen waren und sind. Doch ich habe bestanden. Jetzt habe ich meinen Angelschein. - Eigentlich ist das ein Wink des Schicksals: Gerade nach dieser Woche brauche ich einmal mehr einen Rückzugsort, an dem ich zur Ruhe kommen kann. Wasser zieht mich seit jeher magisch an - nun kann ich das auch noch mit etwas Nützlichem verbinden.
Copyright Julietta Günther
Dienstag, 21. August 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-08-21
Die letzten Tage habe ich offensichtlich die "Frei-Duschen-Karte" gezogen. Jedes Mal, wenn ich an nichts Böses dachte, den strahlenden Sonnenschein über mir, taten sich die Schleusen des Himmels auf und ratz fatz war ich klatschnass bis auf die Haut. Am Sonntag wollte ich meiner Freundin ein Stück Kuchen vorbei bringen. Sie war nicht zu Haus so hängte ich ihr die Tüte an die Klinke. Es war strahlender Sonnenschein bei sommerlich heißen Temperaturen. Ich kam gerade zwei Häuser weiter als es begann zu tröpfeln. Ich unterhielt mich einen kleinen Moment mit der Bewohnerin als die Tropfen mehr wurden. Sie meinte "komm doch rein", kaum war ich auf ihrer Eingangsterrasse, da platterte es auch schon los. Glück gehabt, ein paar Minuten später und ich wäre klitschnasse geworden. Es goss wie aus Eimern und die Sonne schien durchgehend, fast eineinhalb Stunden lang. Dann ließ der Regen nach und ich machte mich auf den Weg - keine fünfzig Schritte weiter, ich schaffte es gerade noch ins Bushaltestellenhäuschen, da goss es schon wieder. Ich stand eine geschlagene Stunde dort bis ich die Entscheidung traf, nun muss ich nach Hause! An dem Tag hatte ich meine Arbeitsklamotten zu Hause gelassen und mich für den Dorfspaziergang sonntagsfein angezogen: Kleid und vorallem Lacksandalen. In letztere lief nun das Wasser! Ein paar Meter und ich zog sie aus und ging barfuss nach Hause. Über mir grollte schon wieder der Himmel. Es regnete vor sich hin, das Wasser tropfte mir bereits von den Haarsträhnen. Ich schloss gerade die Haustür auf als der nächste Wolkenbruch hernieder ging.
Umziehen und trockenlegen war angesagt. Dann hörte der Regen auf. Es war inzwischen schon nachmittags und meine Tiere wollten dringend auf die Weide. In kurzen Hosen und Gummistiefel ging ich zu den Stallungen. Dort hatte der Wolkenbruch das Gehege stellenweise in eine dreißig Zentimeter tiefe Schlammlandschaft verwandelt. Nicht nur einmal blieb ich stecken. Auch die Schafe und Ziegen hatten ihre Mühe voran zu kommen. Die Herde war kaum zwei Stunden auf der Aussenweide als schon wieder eine kleine Wolken am Himmel sich bildete. Wieder begann es zu tröpfeln, wieder fragte ich mich woher der Wolkenbruch kam, der mich erneut durchnässte. Der Regen war selbst den Tieren zu viel und sie rannten mir glatt den Elektrozaun um, damit sie in ihren Stall gelangen konnten. Jetzt hieß es bei strömenden Regen auch noch Zaun reparieren. Ich kann mir auch Schöneres vorstellen, vorallem kaum war ich fertig, der Strom war wieder auf den Leitungen, als ich ausrutsche und prompt in den Zaun fiel. Das hat gepfiffen! Jetzt weiss ich auch weshalb letztens einer der Hunde einen Salto schlug als er Zaunkontakt hatte.
Nun denn, am Sonntag habe ich mich insgesamt drei Mal umziehen müssen, gestern zwei Mal und heute bis jetzt ein Mal. Es ist total verrückt, der Regen kam jedes Mal so plötzlich und ohne Vorwarnung aus einem strahlend blauen Himmel. Erst als bereits sintflutartig die Wassermassen vom Himmel stürzten, begann es zu donnern und es kamen dunkle Wolken. Doch woher die so schnell kamen, ist mir ein Rätsel.
Copyright Julietta Günther.
Umziehen und trockenlegen war angesagt. Dann hörte der Regen auf. Es war inzwischen schon nachmittags und meine Tiere wollten dringend auf die Weide. In kurzen Hosen und Gummistiefel ging ich zu den Stallungen. Dort hatte der Wolkenbruch das Gehege stellenweise in eine dreißig Zentimeter tiefe Schlammlandschaft verwandelt. Nicht nur einmal blieb ich stecken. Auch die Schafe und Ziegen hatten ihre Mühe voran zu kommen. Die Herde war kaum zwei Stunden auf der Aussenweide als schon wieder eine kleine Wolken am Himmel sich bildete. Wieder begann es zu tröpfeln, wieder fragte ich mich woher der Wolkenbruch kam, der mich erneut durchnässte. Der Regen war selbst den Tieren zu viel und sie rannten mir glatt den Elektrozaun um, damit sie in ihren Stall gelangen konnten. Jetzt hieß es bei strömenden Regen auch noch Zaun reparieren. Ich kann mir auch Schöneres vorstellen, vorallem kaum war ich fertig, der Strom war wieder auf den Leitungen, als ich ausrutsche und prompt in den Zaun fiel. Das hat gepfiffen! Jetzt weiss ich auch weshalb letztens einer der Hunde einen Salto schlug als er Zaunkontakt hatte.
Nun denn, am Sonntag habe ich mich insgesamt drei Mal umziehen müssen, gestern zwei Mal und heute bis jetzt ein Mal. Es ist total verrückt, der Regen kam jedes Mal so plötzlich und ohne Vorwarnung aus einem strahlend blauen Himmel. Erst als bereits sintflutartig die Wassermassen vom Himmel stürzten, begann es zu donnern und es kamen dunkle Wolken. Doch woher die so schnell kamen, ist mir ein Rätsel.
Copyright Julietta Günther.
Samstag, 18. August 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-08-18
Kaum fünf Tage und schon ist die Erntesaison der Haselnüsse vorbei. An die Natur hier in Ungarn, die im Zeitraffer abläuft, habe ich mich noch immer nicht richtig gewöhnt. Meine Ernte ist nicht so toll, aber immerhin rund fünf Kilo. Es wären noch mehr gewesen, wenn ich nicht so doof gewesen wäre, die Ziegen raus zu lassen. Erst als ich das Knacken hörte, fiel mir siedendheiss ein, daß ich die Nüsse nicht eingesammelt hatte. Flink die Beine in die Hand genommen und "wer ist schneller, Ziege oder ich" gespielt. Es ging 1:0 für die Ziegen aus. Einige Nüsse sind auch im Hundemagen gelandet. Zum einen "halfen" sie mir beim Sammeln, zum anderen hatte ich den Eimer mit den geputzten Haselnüssen in Hundeschnauzenhöhe stehen gelassen. Zu verlockend um nicht zu naschen.
Es gibt noch etwas mit dem ich mir schwer tue. Für mich gehört die Weinlese zum Herbst und nicht in den Mitte August. Meine Nachbarn haben begonnen, die Trauben zu ernten. Meine werde ich kommende Woche schneiden. Zuvor muss ich aber erst noch den Weinkeller in Ordnung bringen. Im Frühjahr gab es zwei Mal so starke Regenfälle, daß sie sintflutartig den Hang herunterkamen ...
Inzwischen ist das Wasser abgelaufen, doch es herrscht noch immer Chaos. Eine helfende männliche Hand wäre jetzt nicht schlecht. Der komplette Weinkeller muss neu organisiert, die Fässer rausgeholt und geputzt werden.
Copyright Julietta Günther
Es gibt noch etwas mit dem ich mir schwer tue. Für mich gehört die Weinlese zum Herbst und nicht in den Mitte August. Meine Nachbarn haben begonnen, die Trauben zu ernten. Meine werde ich kommende Woche schneiden. Zuvor muss ich aber erst noch den Weinkeller in Ordnung bringen. Im Frühjahr gab es zwei Mal so starke Regenfälle, daß sie sintflutartig den Hang herunterkamen ...
![]() |
| Da ist normaler Weise der Eingang zum Anbau und KEIN reissender Bach |
... und mein Weinkeller danach so aussah:
Inzwischen ist das Wasser abgelaufen, doch es herrscht noch immer Chaos. Eine helfende männliche Hand wäre jetzt nicht schlecht. Der komplette Weinkeller muss neu organisiert, die Fässer rausgeholt und geputzt werden.
Copyright Julietta Günther
Dienstag, 14. August 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-08-14
What a wonderful Day! It's raining!
Aber wie es im Leben oft so ist, erst kommt garnichts und dann dicke! So auch heute: fünfzehn Zentimeter Wasser von oben in knapp einer halben Stunde. Durchgeweicht bis auf die Knochen. Trockengelegt. Eine kleine Regenpause, wieder durchgeweicht trotz Regenjacke. Wieder Kleiderwechsel. Mensch ich bin doch nicht auf einer Modeshow!
Sinniger Weise wurde mir vorher noch Futtergetreide angeliefert. Warum diese blöden Säcke so schwer sein müssen, daß es selbst den Mannsbildern schwer fällt, diese zu händeln, ist mir ein Rätsel. Fast sechzig Kilo ein Sack. Da muss ich passen. Also blieb mir nichts anderes übrig als die Regenunterbrechung zu nutzen und die Säcke in handliche knapp zwanzig Kilo umzupacken. Nass ist die Lieferung dennoch geworden. Hoffentlich muss ich morgen nicht alles zum Trocknen auslegen. Es sind ja nur zweihundert Kilo. Nicht wie beim letzten Mal als mir Silosäcke mit rund sechshundert Kilo eingeregnet sind. Damals dachte ich, meine Arme wären mindestens einen halben Meter länger und ich um zehn Zentimeter in den Boden geschrumpft. Tagelang war ich am Futter trocknen, Fitnessprogram inklusive. Es muss wohl an Murphy liegen, daß immer dann wenn irgend so ein Schwachsinn passiert, kein Mann weit und breit in Sicht ist. Die müssen Lunte gerochen haben! Frei nach dem Motto "Vorsicht es droht Sonderarbeit, Beine in die Hände genommen und ab durch die Mitte". Ich habe je selber nur achtundvierzig Kilo, nicht mal ein Leichtgewicht im Gewichtheben (60-67,5 Kilo bis 1992), doch was ich so tagein tagaus an Gewichte hin und her stemme, sowie transportieren, das soll mir erst einmal einer nachmachen. Am heftigsten waren letztes Jahr die rund zweihundert nass gewordenen Heuballen, die drohten sich zu entzünden. Jeder Ballen hatte durch die Nässe zwischen dreißig und fünfzig Kilo. Tagelang habe ich die immer wieder gedreht und getrocknet. Eine Sch...arbeit und der Winterfuttervorrat hinüber. Das Heu musste schnellstmöglich verfüttert werden, damit überhaupt ncoh etwas zu retten war.
Nun denn: unverhofft kommt oft und so brachte der langerhoffte Regen, unverhoffte Mehrarbeit mit sich.
Copyright Julietta Günther
Aber wie es im Leben oft so ist, erst kommt garnichts und dann dicke! So auch heute: fünfzehn Zentimeter Wasser von oben in knapp einer halben Stunde. Durchgeweicht bis auf die Knochen. Trockengelegt. Eine kleine Regenpause, wieder durchgeweicht trotz Regenjacke. Wieder Kleiderwechsel. Mensch ich bin doch nicht auf einer Modeshow!
Sinniger Weise wurde mir vorher noch Futtergetreide angeliefert. Warum diese blöden Säcke so schwer sein müssen, daß es selbst den Mannsbildern schwer fällt, diese zu händeln, ist mir ein Rätsel. Fast sechzig Kilo ein Sack. Da muss ich passen. Also blieb mir nichts anderes übrig als die Regenunterbrechung zu nutzen und die Säcke in handliche knapp zwanzig Kilo umzupacken. Nass ist die Lieferung dennoch geworden. Hoffentlich muss ich morgen nicht alles zum Trocknen auslegen. Es sind ja nur zweihundert Kilo. Nicht wie beim letzten Mal als mir Silosäcke mit rund sechshundert Kilo eingeregnet sind. Damals dachte ich, meine Arme wären mindestens einen halben Meter länger und ich um zehn Zentimeter in den Boden geschrumpft. Tagelang war ich am Futter trocknen, Fitnessprogram inklusive. Es muss wohl an Murphy liegen, daß immer dann wenn irgend so ein Schwachsinn passiert, kein Mann weit und breit in Sicht ist. Die müssen Lunte gerochen haben! Frei nach dem Motto "Vorsicht es droht Sonderarbeit, Beine in die Hände genommen und ab durch die Mitte". Ich habe je selber nur achtundvierzig Kilo, nicht mal ein Leichtgewicht im Gewichtheben (60-67,5 Kilo bis 1992), doch was ich so tagein tagaus an Gewichte hin und her stemme, sowie transportieren, das soll mir erst einmal einer nachmachen. Am heftigsten waren letztes Jahr die rund zweihundert nass gewordenen Heuballen, die drohten sich zu entzünden. Jeder Ballen hatte durch die Nässe zwischen dreißig und fünfzig Kilo. Tagelang habe ich die immer wieder gedreht und getrocknet. Eine Sch...arbeit und der Winterfuttervorrat hinüber. Das Heu musste schnellstmöglich verfüttert werden, damit überhaupt ncoh etwas zu retten war.
Nun denn: unverhofft kommt oft und so brachte der langerhoffte Regen, unverhoffte Mehrarbeit mit sich.
Copyright Julietta Günther
Mittwoch, 8. August 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-08-08
Ich bin im Färberausch! Nachdem ich mittlerweile auch hier Alaun gefunden habe, konnte das Experiment: Wollefärben starten. Erst habe ich Unmengen von Vliese in die Tonne gehauen. Mal konventionell gewaschen, mal nach der Fermentiermethode. Letzteres ist sicher eine feine Sache für kurzhaarige Felle. Doch bei meinen langhaarigen, sehr fettigen Zackelschaf-Vliesen hat mich diese Methode nicht überzeugt. Obendrein musste ich ein Vlies komplett wegwerfen, weil sich die Maden darin wohl fühlten. Ein anderes Vlies wurde "reif für die Tonne", nachdem ich es aus der Waschtonne nahm, es um Abtropfen auf einen ausrangierten Hasenstall legte. Während das Wasser raus lief, fanden meine Schweine Gefallen darin und haben das Vlies zerlegt und fein säuberlich über das Grundstück verteilt. Jetzt ist es nur noch, reif für die Mülltonne.
Nun zurück zum Wolle färben. Die gezupfte, gebheizte Wolle kam ins Färbebad. Ich experimentierte mit Ostereierfarben, die ich noch hatte und mit Naturfarben.
Dann mit Naturfarben (Zwiebelschalen, Walnussblättern und grüne Walnussschalen)
Nun ein Färberversuch der gründlich in die Hose ging. Statt ein sattes Lila, wurde es scheckiges, blaulila, das obendrein auch noch extrem abfärbt.
Fakt ist, mich hat das Färbefieber gepackt und die nächste Wolle liegt bereits in der Beize. Jetzt .kann der nächste Schritt in Richtung Wollweiterverarbeitung gegangen werden.
Copyright Julietta Günther
Nun zurück zum Wolle färben. Die gezupfte, gebheizte Wolle kam ins Färbebad. Ich experimentierte mit Ostereierfarben, die ich noch hatte und mit Naturfarben.
![]() | ||||||||||
| mit Ostereierfarbe |
![]() |
| Schlechtes Bild: die Farben gehen von Beige bis Nussbraun. blau ist nicht dabei - mal schauen, ob ich ein besseres Bild davon machen kann. |
![]() | |||
| Missglückter Versuch mit Textilfarben. |
Copyright Julietta Günther
Mittwoch, 30. Mai 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-05-30
Hilfe, ich habe das Wollfieber! Irgendwo habe ich mich massiv infiziert und das"Schlimme" ist, es geht in Sucht über. Es begann damit, daß ich mich in die Walliser Schwarznasen Schafe verliebt habe. Dann chattete ich mir einer Freundin darüber, was sie mit ihrer Schafwolle macht, erzählte ihr von den Schwarznasen. Sie wollte ein Vlies von diesen Schafen zu einem Fell filzen. Ich bekam welche angeboten. - Seltsam wie einem das Schicksal die Bälle zuwirft! - Kurz daraus hatte ich das Auto voller Vliese. Meine Freundin wollte ein Zackelschaf zu Fell verfilzen, ich habe solche Schafe. Dann begann ich meine eingelagerten Vliese zu waschen und nun - bin ich hochgradig am Wollfieber erkrankt ...
Mal experimentierte ich mit der Waschmethode der Fermentierung. Dabei werden die Vliese (die Schafwolle nach der Schur - das ausgezogenen Mäntelchen des Schafes) lediglich in einen verschliessbaren Behälter in Wasser gelegt. Bakterien sorgen dann dafür, daß die Wolle fettfrei gereinigt wird. Es entseht eine stinkende braune Brühe, die sehr an Kloake oder Jauche erinnert. Nun immerhin kann sie auch als Dünger verwendet werden. Sieht übel aus, stinkt noch übler, aber erstaunlicher Weise verfliegt der Gestank beim Trocknen und die Wolle riecht danach nur noch nach Wolle, auch verliert sich die seltsame grau-braune Farbe.
Das andere Mal wusch ich mit Soda. Als das Ergebnis mich nicht überzeugte, wusch ich mit Holzasche oder Efeu. Efeu hatte den Nachteil, daß er sich in der Wolle verhedderte. Ich war nicht auf die Idee gekommen, diesen in einen Socken zu stecken und so musste ich die Blätter aus meiner gewaschenen Wolle pulen.
Dann wurde der Wäscheständer zum Wolltrockner umfunktioniert. Das Waschergebnis sah sehr verfilzt aus. War es aber nicht. Ich zupfte die Wolle auseinander, heraus kam ein fluffiges Etwas und damit war es um mich geschehen.
Jetzt liegen überall im Garten Vliese zum Trocknen, es sammeln sich die flauschigen Wollbälle. Inzwischen steht bereits das erste Glas mit einem Färbeexperiment auf dem Tisch. Gestern hatte ich allerdings das Pech, daß der Wind in mein Flauscheball blies und dann hatte ich kleine Wollmäuse in den Obstbäumen und auf dem Rasen liegen.
Das wird zur never ending story. Ich bin total verliebt in Wolle. 😍😍😍
Copyright Julietta Günther
Mal experimentierte ich mit der Waschmethode der Fermentierung. Dabei werden die Vliese (die Schafwolle nach der Schur - das ausgezogenen Mäntelchen des Schafes) lediglich in einen verschliessbaren Behälter in Wasser gelegt. Bakterien sorgen dann dafür, daß die Wolle fettfrei gereinigt wird. Es entseht eine stinkende braune Brühe, die sehr an Kloake oder Jauche erinnert. Nun immerhin kann sie auch als Dünger verwendet werden. Sieht übel aus, stinkt noch übler, aber erstaunlicher Weise verfliegt der Gestank beim Trocknen und die Wolle riecht danach nur noch nach Wolle, auch verliert sich die seltsame grau-braune Farbe.
Das andere Mal wusch ich mit Soda. Als das Ergebnis mich nicht überzeugte, wusch ich mit Holzasche oder Efeu. Efeu hatte den Nachteil, daß er sich in der Wolle verhedderte. Ich war nicht auf die Idee gekommen, diesen in einen Socken zu stecken und so musste ich die Blätter aus meiner gewaschenen Wolle pulen.
Dann wurde der Wäscheständer zum Wolltrockner umfunktioniert. Das Waschergebnis sah sehr verfilzt aus. War es aber nicht. Ich zupfte die Wolle auseinander, heraus kam ein fluffiges Etwas und damit war es um mich geschehen.
Jetzt liegen überall im Garten Vliese zum Trocknen, es sammeln sich die flauschigen Wollbälle. Inzwischen steht bereits das erste Glas mit einem Färbeexperiment auf dem Tisch. Gestern hatte ich allerdings das Pech, daß der Wind in mein Flauscheball blies und dann hatte ich kleine Wollmäuse in den Obstbäumen und auf dem Rasen liegen.
Das wird zur never ending story. Ich bin total verliebt in Wolle. 😍😍😍
Copyright Julietta Günther
Donnerstag, 10. Mai 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-05-10
Ich bin absoluter Neuling was das Melken anbelangt. Prinzipiell stehe ich auf dem Standpunkt: was ich nicht kann und brauche, daß kann ich auch lernen. Also ich ran an die Ziege! Fragt sie besser nicht was sie von meinen erst ziemlich unbeholfenen und erfolglosen Melkversuchen hielt. Ich zog und zuppelte, keine Milch kam, stattdessen schaute mich die Ziege vorwurfsvoll an. Einer Ziege war das wohl zu bunt. Sie drehte ihren Kopf und zwickte mir in meinen Allerwertesten. Irgendwann hatte auch ich verstanden, wie das Melken funktioniert und dabei auch gleich heraus gefunden, daß Euter nicht gleich Euter ist. Mittlerweile habe ich für jede Ziege eine individuelle Melktechnik. Es klappt recht gut. Die Ziegen kommen inzwischen sogar von selber und fordern mich mit ihrem Gemeckere auf, sie zu melken. Hin und wieder bekomme ich noch einen Kniff oder es leckt mir eine das Ohr ab. Aber was soll's, dafür habe ich leckere Ziegenmilch, zu dessen Fan ich geworden bin. Früher hatte ich mit Ziegenmilch den strengen Ziegenbockgeschmack verbunden. Inzwischen weiss ich, daß die Milch der Ziegen ganz und garnicht nach Bock schmeckt, sondern etwas süßlicher als Kuhmilch. Seitdem trinke ich meinen Morgenkaffee nur noch mit Ziege.
Wenn man schon eigene Ziegenmilch hat, was liegt dann nicht näher als sich auch gleich mit der Käseherstellung zu befassen? Nun habe ich noch nicht heraus bekommen, wo ich hier Lab herbekommen kann und so säuerte ich die Milch erst mit Zitrone, dann mit Essig an. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Es kam ein ganz feiner milder Frischkäse heraus. Dann las ich im Internet, daß früher Pflanzen dazu verwendet wurden, zum Beispiel das Laubkraut oder Ananas. Neugierig wie ich bin, gleich Labkraut aus dem Garten geholt. Ergebnis dauerte zwar länger, aber war ok. Kleine Käsebällchen geformt und ab damit in Kräuteröl oder Salzlake.
Lecker! Mein Männer hingegen hat meinen Käse erst einmal kritisch beäugt und sehr zaghaft probiert. Wie sagt ein deutsches Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht".
Dazu fällt mir eine Episode ein. Bei uns in der Stadt hatte ein Thailändisches Restaurant eröffnet. Durch meine Eltern kannte ich einiges aus der thailändischen Küche. Ich wollte unbedingt das Restaurant ausprobieren. Mein damaliger Freund kam mit. Seines Zeichens "typischer Beamter", der damals noch nie im außer deutschsprachigem Bereich Urlaub gemacht hatte. Für ihn war die thailändische Küche so fremd wie sie nur sein konnte. Schon auf dem Hinweg hörte ich immer wieder "ob mir das auch bekommt?" ... Zweifel über Zweifel und schon im Vorfeld mit Vorurteilen gespickt "essen die auch Hund?" ... Ich war kurz davor, die Freude auf ein Essen beim Thai zu verlieren. Aber ich hatte Hunger und so schaltete ich temporär auf Durchzug. Das Essen war lecker. Genussvoll machte ich mich an mein Mahl. Mein Freund stocherte anfangs auf seinem Teller herum und inspizierte jedes einzelne Bestandteil, als wolle er es sezieren. Nachdem er nach einer Weile bemerkte, daß ich mich mit sichtlichen Wohlbefallen an meinem Mahl labte und nach geraumer Zeit noch immer nicht tot vom Stuhl gefallen war, beschloss er nun seinerseits auch zu essen. Kurze Zeit später hörte ich dann von ihm, reichlich verwundert "Das schmeckt ja richtig gut!" ... und ich dachte nur "o ha! Da ist jemand aufgewacht" Irgendwann waren die Teller leer, der Nachtisch verputzt, die Gläser leer und wir machten uns auf dem Heimweg. Auf der Heimfahrt vernahm ich "bis jetzt geht es mir gut, hoffentlich ist es mir auch bekommen und ich habe morgen keine Sch...! Und ich dachte "O mein Gott, das darf doch nicht wahr sein!" - war es aber! - Der Abschuss kam aber noch. Längst gehen wir getrennte Wege. Er ist inzwischen mutiger geworden und traut sich hin und wieder in fremde Länder. Unlängst trafen wir uns, nach nun mehr über zwanzig Jahren. Und was hörte ich in den ersten zehn Minuten? "Erstaunlich, daß mir damals das Essen beim Thailänder bekommen ist und ich keine gesundheitlichen Probleme bekam" ---- GRRR! Wäre irgendwo in der Nähe ein Tischtuch gewesen, hätte ich hinein gebissen! --- So beschränkte ich mich darauf schallend zu lachen und zu fragen "warum hätte es Dir nicht bekommen sollen?"
Copyright Julietta Günther
Wenn man schon eigene Ziegenmilch hat, was liegt dann nicht näher als sich auch gleich mit der Käseherstellung zu befassen? Nun habe ich noch nicht heraus bekommen, wo ich hier Lab herbekommen kann und so säuerte ich die Milch erst mit Zitrone, dann mit Essig an. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Es kam ein ganz feiner milder Frischkäse heraus. Dann las ich im Internet, daß früher Pflanzen dazu verwendet wurden, zum Beispiel das Laubkraut oder Ananas. Neugierig wie ich bin, gleich Labkraut aus dem Garten geholt. Ergebnis dauerte zwar länger, aber war ok. Kleine Käsebällchen geformt und ab damit in Kräuteröl oder Salzlake.
Lecker! Mein Männer hingegen hat meinen Käse erst einmal kritisch beäugt und sehr zaghaft probiert. Wie sagt ein deutsches Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht".
Dazu fällt mir eine Episode ein. Bei uns in der Stadt hatte ein Thailändisches Restaurant eröffnet. Durch meine Eltern kannte ich einiges aus der thailändischen Küche. Ich wollte unbedingt das Restaurant ausprobieren. Mein damaliger Freund kam mit. Seines Zeichens "typischer Beamter", der damals noch nie im außer deutschsprachigem Bereich Urlaub gemacht hatte. Für ihn war die thailändische Küche so fremd wie sie nur sein konnte. Schon auf dem Hinweg hörte ich immer wieder "ob mir das auch bekommt?" ... Zweifel über Zweifel und schon im Vorfeld mit Vorurteilen gespickt "essen die auch Hund?" ... Ich war kurz davor, die Freude auf ein Essen beim Thai zu verlieren. Aber ich hatte Hunger und so schaltete ich temporär auf Durchzug. Das Essen war lecker. Genussvoll machte ich mich an mein Mahl. Mein Freund stocherte anfangs auf seinem Teller herum und inspizierte jedes einzelne Bestandteil, als wolle er es sezieren. Nachdem er nach einer Weile bemerkte, daß ich mich mit sichtlichen Wohlbefallen an meinem Mahl labte und nach geraumer Zeit noch immer nicht tot vom Stuhl gefallen war, beschloss er nun seinerseits auch zu essen. Kurze Zeit später hörte ich dann von ihm, reichlich verwundert "Das schmeckt ja richtig gut!" ... und ich dachte nur "o ha! Da ist jemand aufgewacht" Irgendwann waren die Teller leer, der Nachtisch verputzt, die Gläser leer und wir machten uns auf dem Heimweg. Auf der Heimfahrt vernahm ich "bis jetzt geht es mir gut, hoffentlich ist es mir auch bekommen und ich habe morgen keine Sch...! Und ich dachte "O mein Gott, das darf doch nicht wahr sein!" - war es aber! - Der Abschuss kam aber noch. Längst gehen wir getrennte Wege. Er ist inzwischen mutiger geworden und traut sich hin und wieder in fremde Länder. Unlängst trafen wir uns, nach nun mehr über zwanzig Jahren. Und was hörte ich in den ersten zehn Minuten? "Erstaunlich, daß mir damals das Essen beim Thailänder bekommen ist und ich keine gesundheitlichen Probleme bekam" ---- GRRR! Wäre irgendwo in der Nähe ein Tischtuch gewesen, hätte ich hinein gebissen! --- So beschränkte ich mich darauf schallend zu lachen und zu fragen "warum hätte es Dir nicht bekommen sollen?"
Copyright Julietta Günther
Dienstag, 8. Mai 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-05-08
Es schneit!
Gestern sah es so aus:
Die Akazien oder genauer gesagt, die Robinie oder auch Falsche Akazie stehen in voller Blüte. Ein süsser Honigduft zieht über das Land.
Die Akazien oder genauer gesagt, die Robinie oder auch Falsche Akazie stehen in voller Blüte. Ein süsser Honigduft zieht über das Land.
und heute
liegt die Blütenpracht am Boden
liegt die Blütenpracht am Boden
Copyright Julietta Günther
Samstag, 5. Mai 2018
"Unsere kleine Farm - 2018-05-05
Rasend schnell und im Zeitraffer rast der Frühling vorbei. Kaum blüht etwas, schon ist die Pracht wieder vorbei. Drei Tage gelbe Wiesen voll mit Löwenzahnblüten. Kaum eine Woche erfüllt der Fliederduft die Luft, schon vergeht er und wird von dem Honiggeruch der Akazien abgelöst. Dieses Jahr ist es irre schnell. Ich bekam nicht einmal mit, daß unsere haushohen Aprikosenbäume blühten. Selbst bei den meisten der mehrere hundert Apfelbäume, konnte ich die Baumblüte nicht geniessen. Dabei hatte ich so darauf gewartet. Ich ging durch die Reihen und verblüfft bemerkte ich, daß einige Fruchtansätze dran hängen. Offensichtlich waren selbst die Bienen überrascht über das Tempo, das dieses Jahr die Natur an den Tag legt. Scheinbar wollte Mütterchen Natur die vier Wochen Verspätung mit dem Eilexpress wieder aufholen. Schade. Ich freue mich jedes Frühjahr darüber wenn die Bäume aus dem Winterschlaf kommen, die Tulpen ihre Köpfe zeigen und die Pfingstrosen duften. Doch viel zu schnell und kaum Zeit zu geniessen ...
... und zu ernten. Inzwischen stapeln sich in meiner Gefriere Unmengen von Tüten mit Erntegut, daß ich nicht zeitgenau verarbeiten konnte. Innerhalb einer Woche kamen so mehrere Kilo Bärlauch, Tüte um Tüte Löwenzahnblüten, Flieder- und Akazienblüten zusammen. Meine Küche ähnelt einem Gläserdepot, in dem zusätzlich noch etliche Kilo Zucker lagern. Es wird wohl zu einer Crashaktion werden, um aus meiner Ernte Sirup, Pesto, Kräuterbutter, Gelee und dicken Sirup zu machen. Der Rhabarber schreit nach Ernte, die erste Runde Mangold ist bereits im Gefrierschrank. Es eilt und die Natur rennt mir davon. Anfang April noch minus 20 Grad, nun 30 Grad plus. Wieder kein Regen in Sicht. Dicke Risse zieren den Boden. Meine Paprika-, Kürbis, Zucchini-, Tomatenpflanzen sind noch nicht im Boden. Erst die Kälte, nun die Hitze. Und jetzt beginnen bereits die Rosen und der Holunder zu blühen. Gestern aß ich die ersten Kirschen. Irre nicht?
Mein ganzer Stolz: mein Gemüsegarten. Mangels Platz habe ich Reihen in einander gesät: die Salatpflanzen, die ich im Herbst eingesät hatte, zwischen die Erbsen und die Rote Beete. Zwischen Mangold, wächst Petersilie, Liebstöckel und Estragon. Zwischen den im Herbst gesteckten Zwiebeln wurden Karotten gesät. Das Resultat ein wilder Mix an Blattfarben und Formen.
Copyright Julietta Günther
... und zu ernten. Inzwischen stapeln sich in meiner Gefriere Unmengen von Tüten mit Erntegut, daß ich nicht zeitgenau verarbeiten konnte. Innerhalb einer Woche kamen so mehrere Kilo Bärlauch, Tüte um Tüte Löwenzahnblüten, Flieder- und Akazienblüten zusammen. Meine Küche ähnelt einem Gläserdepot, in dem zusätzlich noch etliche Kilo Zucker lagern. Es wird wohl zu einer Crashaktion werden, um aus meiner Ernte Sirup, Pesto, Kräuterbutter, Gelee und dicken Sirup zu machen. Der Rhabarber schreit nach Ernte, die erste Runde Mangold ist bereits im Gefrierschrank. Es eilt und die Natur rennt mir davon. Anfang April noch minus 20 Grad, nun 30 Grad plus. Wieder kein Regen in Sicht. Dicke Risse zieren den Boden. Meine Paprika-, Kürbis, Zucchini-, Tomatenpflanzen sind noch nicht im Boden. Erst die Kälte, nun die Hitze. Und jetzt beginnen bereits die Rosen und der Holunder zu blühen. Gestern aß ich die ersten Kirschen. Irre nicht?
Mein ganzer Stolz: mein Gemüsegarten. Mangels Platz habe ich Reihen in einander gesät: die Salatpflanzen, die ich im Herbst eingesät hatte, zwischen die Erbsen und die Rote Beete. Zwischen Mangold, wächst Petersilie, Liebstöckel und Estragon. Zwischen den im Herbst gesteckten Zwiebeln wurden Karotten gesät. Das Resultat ein wilder Mix an Blattfarben und Formen.
Copyright Julietta Günther
Sonntag, 15. April 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-04-15
Jetzt bin ich im Bärlauchfieber! Heute war ich sammeln. Wir haben hier das Glück, daß der Bärlauch den Wald hier wie ein Teppich überzieht. Mit einem Korb zog ich wie ein Kräuterhexlein los um wenig später mit meiner Ausbeute wieder zurück zu sein. Als erstes gab es ein Butterbrot dick belegt mit Bärlauch und etwas Salz. Da könnte ich mich reinlegen!
Überraschender Weise brachten mir Freunde heute auch noch eine grosse Tüte vorbei. Sie mögen keine Bärlauch, aber wissen von meiner Vorliebe. Nett nicht wahr?
Gleich habe ich mich an das Verarbeiten gemacht. Dabei kamen mir meine Erfahrungen als Bärlauch-Erntehelfer zu Gute.
Das ganze Haus durchzieht ein Koblauchgeruch.
Überraschender Weise brachten mir Freunde heute auch noch eine grosse Tüte vorbei. Sie mögen keine Bärlauch, aber wissen von meiner Vorliebe. Nett nicht wahr?
Gleich habe ich mich an das Verarbeiten gemacht. Dabei kamen mir meine Erfahrungen als Bärlauch-Erntehelfer zu Gute.
Das ganze Haus durchzieht ein Koblauchgeruch.
Samstag, 7. April 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-04-07
Der Frühling ist schon eine verrückte und gefährliche Jahreszeit!
Die Bäume schlagen aus. Das Unkraut schießt. Die Tiere werfen Junge. Die Menschen werden von der Frühlingsmüdigkeit heimgesucht.
Dann gibt es den ersten April, an dem die Leute in den April geschickt werden. Hier spricht man vom verrückten Monat. April, April das Wetter macht was es will. Auf Regen folgt Sonnenschein oder Schnee. Ein warmer Sonnenbrand gefährlicher Tag wird von einem eisig kaltem Wind mit Schneeregen abgelöst. Einen Tag lockig flockig die neuen High Heels spazieren getragen, den nächsten Tag in Gummistiefeln Wasser getreten. Na ja, auf jeden Fall wird es einem nicht langweilig.
Doch auf unserer kleinen Farm treibt der Frühling seltsame Blüten!
Als ich heute zu den Ställen kam, lag dort ein Schwein regungslos auf dem Schweinestalldach. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der weiß von meinen akrobatischen, kletternden Schweine, die mich auch schon mal zum Einkaufen eskortierten. So hat mich denn das Schwein auf dem Dach auch nicht sonderlich erstaunt, wohl aber daß es regungslos der Länge nach dort lag. Nun bin ich nicht so ein Klettermaxe wie unsere Familie Schwein und brauchte eine Leiter, um auf das Dach zu gelangen. Während ich meine Kletterhilfe heranschleifte, schoss mir der Gedanke durch den Kopf "Wie bekomme ich ein totes Schwein vom Stalldach?" Ich kletterte die Leiter hoch, hangelte mich zu der Sau und stupste sie an ...
... darauf bewegte sie sich wie in Zeitlupe, schaute mich verschlafen an und machte dann einen Satz vom Dach. Die Sau hat sich doch glatt auf dem Stalldach gesonnt!
Aber das hat Schule gemacht! Später nahm ein anderes Tier dort ein Sonnenbad. Vielleicht sollte ich den neuen Schweinestall gleich mit Sonnenterrasse planen?!?
Copyright Julietta Günther
Die Bäume schlagen aus. Das Unkraut schießt. Die Tiere werfen Junge. Die Menschen werden von der Frühlingsmüdigkeit heimgesucht.
Dann gibt es den ersten April, an dem die Leute in den April geschickt werden. Hier spricht man vom verrückten Monat. April, April das Wetter macht was es will. Auf Regen folgt Sonnenschein oder Schnee. Ein warmer Sonnenbrand gefährlicher Tag wird von einem eisig kaltem Wind mit Schneeregen abgelöst. Einen Tag lockig flockig die neuen High Heels spazieren getragen, den nächsten Tag in Gummistiefeln Wasser getreten. Na ja, auf jeden Fall wird es einem nicht langweilig.
Doch auf unserer kleinen Farm treibt der Frühling seltsame Blüten!
Als ich heute zu den Ställen kam, lag dort ein Schwein regungslos auf dem Schweinestalldach. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der weiß von meinen akrobatischen, kletternden Schweine, die mich auch schon mal zum Einkaufen eskortierten. So hat mich denn das Schwein auf dem Dach auch nicht sonderlich erstaunt, wohl aber daß es regungslos der Länge nach dort lag. Nun bin ich nicht so ein Klettermaxe wie unsere Familie Schwein und brauchte eine Leiter, um auf das Dach zu gelangen. Während ich meine Kletterhilfe heranschleifte, schoss mir der Gedanke durch den Kopf "Wie bekomme ich ein totes Schwein vom Stalldach?" Ich kletterte die Leiter hoch, hangelte mich zu der Sau und stupste sie an ...
... darauf bewegte sie sich wie in Zeitlupe, schaute mich verschlafen an und machte dann einen Satz vom Dach. Die Sau hat sich doch glatt auf dem Stalldach gesonnt!
Aber das hat Schule gemacht! Später nahm ein anderes Tier dort ein Sonnenbad. Vielleicht sollte ich den neuen Schweinestall gleich mit Sonnenterrasse planen?!?
Copyright Julietta Günther
Montag, 26. März 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-03-26
Schon mal geknurrt wie ein Hund?
Ich heute! Meine Hunderasselbande lernte Frauchen heute kennen - aber so richtig! Mann war ich sauer! ... und ich knurrte so, daß die Hunde ihren Schwanz einzogen und in sicherer Entfernung in Deckung gingen.
Gestern hatte ich eine alte Matratze, deren Lebensalter keinen erholsamen Schlaf mehr versprach, für den kommenden Sperrmüll rausgestellt. Ein paar Mal ging ich an ihr vorbei. Dann kam mir der Einfall, diese für die Hunde zu verwenden. Mit enormer Kraftanstrengung zerrte ich sie unter die Terrasse. Dort haben die Hunde einen riesigen trockenen Unterschlupf, der allerdings nur rund achtzig Zentimeter hoch ist. In gebückter Haltung und verbogenen Knochen brauchte ich fast eine halbe Stunde bis ich das sperrige Ding an seinen Bestimmungsort verfrachtet hatte. Ständig störte mich Buddy, unser schwarzer Schäferhund-Mix, der neugierig war, was ich in seiner Unterkunft treibe. Immer wieder stupste mich eine feuchte Hundeschnauze an. Ein Mal als er sich umdrehte, rempelte er mich, sodaß ich umfiel. Nun lag ich also im Hundebett aus Heu auf staubtrockener Erde. Fluchend kroch ich unter der Terrasse hervor, dekoriert mit Heu und Staub, aber stolz auf mein Werk. Buddy, hat die Matratze auch gleich zu seinem Hundebett erkoren, legte sich hin und schlief.
Nach und nach erkundigten alle anderen Rudelmitglieder ihre neue Schlafstätte. Jeder thronte regelrecht auf der Matratze. Es schien ihnen zu gefallen.
Warum ich heute morgen so sauer wurde? Ich war in der Küche trank meinen Morgenkaffee. Die Rasselbande war draußen. Durch die Zeitumstellung war ich irgendwie aus dem Rhythmus und kam später raus als sonst. Als ich auf die Terrasse trat, traf mich der Schlag. Überall lagen Fetzen vom Schaumstoff. Scheinbar hat einer der Hunde entdeckt, daß man die Matratze ja auch zerlegen kann, fand Gefallen an dem neuen Spiel. Alle anderen machten mit. Meinem Blick eröffnete sich ein Bild, das mich zum Knurren brachte. Je mehr Schnippsel von Schaumstoff, Vliesmaterial und Kokoswolle ich einsammelte, desto mehr knurrte ich. Der ein oder andere Hund kam zu mir, stupste mich an. Doch ich knurrte und er verstand: Frauchen geht man jetzt besser aus dem Weg! Offenbar hatten sie die Lektion verstanden: Danach kam keiner mehr auf die Idee, weiter an der Matratze zu zerren um sie als neuste Gartendekoration zu verwenden. - Mal sehen, wie lange das anhält.
Copyright Julietta Günther
Ich heute! Meine Hunderasselbande lernte Frauchen heute kennen - aber so richtig! Mann war ich sauer! ... und ich knurrte so, daß die Hunde ihren Schwanz einzogen und in sicherer Entfernung in Deckung gingen.
Gestern hatte ich eine alte Matratze, deren Lebensalter keinen erholsamen Schlaf mehr versprach, für den kommenden Sperrmüll rausgestellt. Ein paar Mal ging ich an ihr vorbei. Dann kam mir der Einfall, diese für die Hunde zu verwenden. Mit enormer Kraftanstrengung zerrte ich sie unter die Terrasse. Dort haben die Hunde einen riesigen trockenen Unterschlupf, der allerdings nur rund achtzig Zentimeter hoch ist. In gebückter Haltung und verbogenen Knochen brauchte ich fast eine halbe Stunde bis ich das sperrige Ding an seinen Bestimmungsort verfrachtet hatte. Ständig störte mich Buddy, unser schwarzer Schäferhund-Mix, der neugierig war, was ich in seiner Unterkunft treibe. Immer wieder stupste mich eine feuchte Hundeschnauze an. Ein Mal als er sich umdrehte, rempelte er mich, sodaß ich umfiel. Nun lag ich also im Hundebett aus Heu auf staubtrockener Erde. Fluchend kroch ich unter der Terrasse hervor, dekoriert mit Heu und Staub, aber stolz auf mein Werk. Buddy, hat die Matratze auch gleich zu seinem Hundebett erkoren, legte sich hin und schlief.
Nach und nach erkundigten alle anderen Rudelmitglieder ihre neue Schlafstätte. Jeder thronte regelrecht auf der Matratze. Es schien ihnen zu gefallen.
Warum ich heute morgen so sauer wurde? Ich war in der Küche trank meinen Morgenkaffee. Die Rasselbande war draußen. Durch die Zeitumstellung war ich irgendwie aus dem Rhythmus und kam später raus als sonst. Als ich auf die Terrasse trat, traf mich der Schlag. Überall lagen Fetzen vom Schaumstoff. Scheinbar hat einer der Hunde entdeckt, daß man die Matratze ja auch zerlegen kann, fand Gefallen an dem neuen Spiel. Alle anderen machten mit. Meinem Blick eröffnete sich ein Bild, das mich zum Knurren brachte. Je mehr Schnippsel von Schaumstoff, Vliesmaterial und Kokoswolle ich einsammelte, desto mehr knurrte ich. Der ein oder andere Hund kam zu mir, stupste mich an. Doch ich knurrte und er verstand: Frauchen geht man jetzt besser aus dem Weg! Offenbar hatten sie die Lektion verstanden: Danach kam keiner mehr auf die Idee, weiter an der Matratze zu zerren um sie als neuste Gartendekoration zu verwenden. - Mal sehen, wie lange das anhält.
Copyright Julietta Günther
Sonntag, 18. März 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-03-18
Gestern stand der Tag wohl unter dem Motto
"Schlimmer kann es nicht mehr kommen und es kam noch schlimmer!"
Heute "alles nur geträumt"?
Das Resümee der letzten Nacht:
Ich brauche erst einmal eine Kanne Kaffee. Bis gegen zwei Uhr in der Nacht goss es was der Himmel hergab und das was reichlich. In den vormals leeren Eimern stand eine zweiunddreißig Zentimeter hohe Wassersäule. Das Wasser auf der Feldern ist wie von Zauberhand verschwunden. Allerdings steht unser Weinkeller gut ein Meter unter Wasser. Die Fässer schwimmen und die beiden Fässer mit dem Ansatz zum Brennen sind umgekippt und haben sich entleert. Eine schöne Schweinerei! Sobald das Wetter es zulässt und das Wasser im Keller abgelaufen ist, bedeutet das eine Tagesarbeit: Fässer rausholen und schrubben. Den Gäransatz rausschaufeln. Die gesamten Fassstellagen wieder aufbauen und die Fässer wieder zurück in den Keller bringen.
Nebenbei hat es auf dem Dach Ziegel verschoben und das Wasser lief ins Dach, die Wände hinab. Na ja, wollte eh schon eine Weile neu streichen ...
Draussen musste ich feststellen, daß unser Schweinestall an einer Seite dem Wetter nicht stand gehalten hat und dort zusammen gebrochen ist. Den Schweinen ist zum Glück nicht passiert. Doch sie müssen in der schiefen Behausung noch aushalten, bis der neue Stall fertig ist. Wegen des schlechten Wetters der letzten Wochen hat sich das Bauvorhaben "Neuer Schweinestall" verschoben. Dafür jetzt an Dringlichkeit gewonnen.
Im Haus ist eine Komplettreinigung angesagt. Unmengen von Schlamm habe ich mit hineingetragen oder durch das Wasser, das mir von der Kleidung rann, die Fliesen verdreckt. Unser Hundebär hat auch noch kräftig beigetragen. Also steht Grossputz auf dem Plan.
Dann hatte ich gestern in dem ganzen Chaos vergessen, die Hunde rauszulassen. Die wussten sich nicht anders zu helfen und haben ihr Geschäft auf der Terrasse gemacht. Was für eine Sch...! Aber so weis ich wenigstens, daß einer unserer Hunde Würmer hat. Offensichtlich hat die Wurmkur vor vier Wochen nicht angeschlagen. Wurmmittel wechseln und neue Runde entwurmen für alle!
Jetzt kann ich verstehen, warum Hochwasser wochenlange Aufräumarbeiten zur Folge haben kann ... - Doch ein Gutes hat das Ganze: Jetzt kenne ich die Knackpunkte und kann für die Zukunft darauf reagieren. Die Wassermassen haben mir auch gezeigt, wo ich Kanäle ziehen und Drainagen legen muss.
Eigentlich hätte ich ich auf die Mehrarbeit gerne verzichtet - doch wer weiß, vielleicht wäre mir sonst womöglich langweilig geworden - auf unserer kleinen Farm!😃
Jetzt gehe ich Ziegen melken!
Copyright Julietta Günther
"Schlimmer kann es nicht mehr kommen und es kam noch schlimmer!"
Heute "alles nur geträumt"?
Das Resümee der letzten Nacht:
Ich brauche erst einmal eine Kanne Kaffee. Bis gegen zwei Uhr in der Nacht goss es was der Himmel hergab und das was reichlich. In den vormals leeren Eimern stand eine zweiunddreißig Zentimeter hohe Wassersäule. Das Wasser auf der Feldern ist wie von Zauberhand verschwunden. Allerdings steht unser Weinkeller gut ein Meter unter Wasser. Die Fässer schwimmen und die beiden Fässer mit dem Ansatz zum Brennen sind umgekippt und haben sich entleert. Eine schöne Schweinerei! Sobald das Wetter es zulässt und das Wasser im Keller abgelaufen ist, bedeutet das eine Tagesarbeit: Fässer rausholen und schrubben. Den Gäransatz rausschaufeln. Die gesamten Fassstellagen wieder aufbauen und die Fässer wieder zurück in den Keller bringen.
Nebenbei hat es auf dem Dach Ziegel verschoben und das Wasser lief ins Dach, die Wände hinab. Na ja, wollte eh schon eine Weile neu streichen ...
Draussen musste ich feststellen, daß unser Schweinestall an einer Seite dem Wetter nicht stand gehalten hat und dort zusammen gebrochen ist. Den Schweinen ist zum Glück nicht passiert. Doch sie müssen in der schiefen Behausung noch aushalten, bis der neue Stall fertig ist. Wegen des schlechten Wetters der letzten Wochen hat sich das Bauvorhaben "Neuer Schweinestall" verschoben. Dafür jetzt an Dringlichkeit gewonnen.
Im Haus ist eine Komplettreinigung angesagt. Unmengen von Schlamm habe ich mit hineingetragen oder durch das Wasser, das mir von der Kleidung rann, die Fliesen verdreckt. Unser Hundebär hat auch noch kräftig beigetragen. Also steht Grossputz auf dem Plan.
Dann hatte ich gestern in dem ganzen Chaos vergessen, die Hunde rauszulassen. Die wussten sich nicht anders zu helfen und haben ihr Geschäft auf der Terrasse gemacht. Was für eine Sch...! Aber so weis ich wenigstens, daß einer unserer Hunde Würmer hat. Offensichtlich hat die Wurmkur vor vier Wochen nicht angeschlagen. Wurmmittel wechseln und neue Runde entwurmen für alle!
Jetzt kann ich verstehen, warum Hochwasser wochenlange Aufräumarbeiten zur Folge haben kann ... - Doch ein Gutes hat das Ganze: Jetzt kenne ich die Knackpunkte und kann für die Zukunft darauf reagieren. Die Wassermassen haben mir auch gezeigt, wo ich Kanäle ziehen und Drainagen legen muss.
Eigentlich hätte ich ich auf die Mehrarbeit gerne verzichtet - doch wer weiß, vielleicht wäre mir sonst womöglich langweilig geworden - auf unserer kleinen Farm!😃
Jetzt gehe ich Ziegen melken!
Copyright Julietta Günther
Samstag, 17. März 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-03-17
Wenn das Wörtchen wenn nicht wär! -
ja was wäre dann? Dann würde ich mich heute mit einer Tasse Tee hinter einem Buch verkrauchen und der Welt da draußen den Rücken kehren. Sch...Wetter! Es gießt wie aus Kübeln. Alles versinkt in Matsch. Ich blase Trübsal und warte sehnsüchtig auf den Frühling. Eigentlich macht mich ein Blick nach draußen wütend. Erst Recht, wenn ich daran denke, daß vielerorts auf der Welt bereits am Wetter manipuliert wird.
Wenn das Wörtchen wenn nicht wär... dann müsste ich mich jetzt nicht in Gummistiefel zwängen, Regenjacke überziehen und zusehen, daß meine Viecher etwas zu Fressen bekommen. Das gibt wieder eine Schlidderpartie, da alles matschig glatt ist. Das Heu wird es wieder von der Schubkarre fegen, mir den Regen ins Gesicht treiben, trotz regenfester Kleidung werde ich die Nässe spüren. Da kommt alles andere als Freude auf. Allerorts bilden sich bereits wieder Tümpel und Seen. Die Strasse entlang fließt das Wasser in breiten Bächen ins Dorf hinunter. Wieder werden Keller volllaufen, Garagen im Schlamm versinken, kein Hund wagt sich auf die Strasse. Meine liegen schlafend und bewegungslos herum. Die haben auf ihre Weise dem Wetter Lebewohl gesagt.
Ich sah mir die Wetterprognosen an. Super! Morgen und Übermorgen kommt noch Schnee dazu und es wird kälter. Das steigert meine Laune ungemein! Doch... 😃 ab Dienstag scheint wieder die Sonne und die Temperaturen gehen bergauf. Wie wäre es mit zwei Tage Sch...wetter-Winterschlaf?
Bis nächste Woche schnarch ...
...
Von wegen schnarch!...
Es goß und goß und goß - mit dem Effekt wieder einmal lief der Weinkeller voll und es bildeten Bache, wo normalerweise keine waren. Stundenlang zog ich mit der Hacke Gräben um das Wasser abzuleiten. Wahnsinn! Wo kommt nur das ganze Wasser her?
So schiesst das Wasser um die Hausecke. Jetzt haben jetzt fliessend Wasser am Haus - leider auch im Haus und anderes als wir es wollten. Es goß so, daß der Regen selbst in den Kamin reinfloss und die Wand durchfeuchtete. - Absurder Weise geht mit die ganze Zeit das Lied "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..." nicht mehr aus dem Sinn.
Copyright Julietta Günther
ja was wäre dann? Dann würde ich mich heute mit einer Tasse Tee hinter einem Buch verkrauchen und der Welt da draußen den Rücken kehren. Sch...Wetter! Es gießt wie aus Kübeln. Alles versinkt in Matsch. Ich blase Trübsal und warte sehnsüchtig auf den Frühling. Eigentlich macht mich ein Blick nach draußen wütend. Erst Recht, wenn ich daran denke, daß vielerorts auf der Welt bereits am Wetter manipuliert wird.
Wenn das Wörtchen wenn nicht wär... dann müsste ich mich jetzt nicht in Gummistiefel zwängen, Regenjacke überziehen und zusehen, daß meine Viecher etwas zu Fressen bekommen. Das gibt wieder eine Schlidderpartie, da alles matschig glatt ist. Das Heu wird es wieder von der Schubkarre fegen, mir den Regen ins Gesicht treiben, trotz regenfester Kleidung werde ich die Nässe spüren. Da kommt alles andere als Freude auf. Allerorts bilden sich bereits wieder Tümpel und Seen. Die Strasse entlang fließt das Wasser in breiten Bächen ins Dorf hinunter. Wieder werden Keller volllaufen, Garagen im Schlamm versinken, kein Hund wagt sich auf die Strasse. Meine liegen schlafend und bewegungslos herum. Die haben auf ihre Weise dem Wetter Lebewohl gesagt.
Ich sah mir die Wetterprognosen an. Super! Morgen und Übermorgen kommt noch Schnee dazu und es wird kälter. Das steigert meine Laune ungemein! Doch... 😃 ab Dienstag scheint wieder die Sonne und die Temperaturen gehen bergauf. Wie wäre es mit zwei Tage Sch...wetter-Winterschlaf?
Bis nächste Woche schnarch ...
...
Von wegen schnarch!...
Es goß und goß und goß - mit dem Effekt wieder einmal lief der Weinkeller voll und es bildeten Bache, wo normalerweise keine waren. Stundenlang zog ich mit der Hacke Gräben um das Wasser abzuleiten. Wahnsinn! Wo kommt nur das ganze Wasser her?
So schiesst das Wasser um die Hausecke. Jetzt haben jetzt fliessend Wasser am Haus - leider auch im Haus und anderes als wir es wollten. Es goß so, daß der Regen selbst in den Kamin reinfloss und die Wand durchfeuchtete. - Absurder Weise geht mit die ganze Zeit das Lied "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..." nicht mehr aus dem Sinn.
Copyright Julietta Günther
Dienstag, 13. März 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-03-13
Gestern habe ich rund zwei Kilo Zwiebeln gesteckt. Heute war ich in der Stadt. Als ich nach Hause kam, ging ich in den Garten. Dort stutzte ich. Überall auf dem Zwiebelbett lagen kleine Häufchen Zwiebeln. Erst glaubte ich, daß mein Netz ein Loch gehabt hätte und von mir unbemerkt, die Zwiebelchen raus gefallen waren. Als ich das Ganze genauer anschaute, stellte ich fest, daß in meinen Reihen Lücken waren. Ich konnte mir das nicht erklären. Das konnte nicht vom Regen herausgewaschen worden sein?!?!?
Etwas später bemerkte ich Baba, unseren jüngsten Welpen. Sie ging zu dem Zwiebelbett, schnüffelte an der Stelle, wo ich eine Zwiebel gesteckt hatte. Mit der Pfote half sie etwas nach und zog dann meine Steckzwiebel wieder aus dem Boden. Die legte sie neben sich. Dann machte sie sich an den nächsten Platz. Nachdem sie vier bis sechs Zwiebelchen neben sich liegen hatte, machte sie einen Schritt vorwärts. Ein neues Spiel begann. So kamen die Häufchen zustande. So ein Himmelhund! Sie konnte dann garnicht verstehen, warum ich ihren Ordnungsfimmel bremste, ihr schönes Spiel beendete und sie vom Acker scheuchte. Fast die Hälfte Zwiebeln musste ich neu stecken.
Dann machte ich mich daran, die Erbsen einzusehen. Nach ein paar Metern bemerkte ich, daß Baba hinter mir stand und begann die Erbsensamen mit einem Eifer wieder auszubuddeln. Schnell unterband ich ihr tolles Spiel und brachte sie außerhalb Reichweite meines Gemüsegartens.
Etwas später bemerkte ich Baba, unseren jüngsten Welpen. Sie ging zu dem Zwiebelbett, schnüffelte an der Stelle, wo ich eine Zwiebel gesteckt hatte. Mit der Pfote half sie etwas nach und zog dann meine Steckzwiebel wieder aus dem Boden. Die legte sie neben sich. Dann machte sie sich an den nächsten Platz. Nachdem sie vier bis sechs Zwiebelchen neben sich liegen hatte, machte sie einen Schritt vorwärts. Ein neues Spiel begann. So kamen die Häufchen zustande. So ein Himmelhund! Sie konnte dann garnicht verstehen, warum ich ihren Ordnungsfimmel bremste, ihr schönes Spiel beendete und sie vom Acker scheuchte. Fast die Hälfte Zwiebeln musste ich neu stecken.
Dann machte ich mich daran, die Erbsen einzusehen. Nach ein paar Metern bemerkte ich, daß Baba hinter mir stand und begann die Erbsensamen mit einem Eifer wieder auszubuddeln. Schnell unterband ich ihr tolles Spiel und brachte sie außerhalb Reichweite meines Gemüsegartens.
| Baba - Prinzesschen auf der Erbse |
Sonntag, 11. März 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-03-11
Letzte Woche hatten wir noch minus 18 Grad.
Vor drei Tagen goss es wie aus Eimern.
Gestern lag noch Schnee.
Heute hatten wir strahlenden Sonnenschein und 15 Grad plus. Die ersten Schneeglöckchen sind in den Vorgärten zu sehen. Primeln, Gänseblümchen und Löwenzahnblüten sind zu sehen. Einige Narzissen blühen und bei den Mirabellenbäumen zeigen sich die ersten Blüten. Selbst die ersten Veilchen zeigen ihr Blau. Das ist wieder einmal der ungarischer Jahreszeitenwechsel im Zeitraffer. Hier gilt nicht, um mit Eduard Friedrich Mörikes Worten zu sagen: "Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte... . Hier fährt der Frühling wie ein Hochgeschwindigkeitszug in den Bahnhof der Natur ein. Innerhalb weniger Tagen explodiert die Natur förmlich. Alles beginnt zu blühen und die Luft ist erfüllt vom Duft der Tulpen, Narzissen, Primeln und blühenden Büschen.
Copyright Julietta Günther
Vor drei Tagen goss es wie aus Eimern.
Gestern lag noch Schnee.
Heute hatten wir strahlenden Sonnenschein und 15 Grad plus. Die ersten Schneeglöckchen sind in den Vorgärten zu sehen. Primeln, Gänseblümchen und Löwenzahnblüten sind zu sehen. Einige Narzissen blühen und bei den Mirabellenbäumen zeigen sich die ersten Blüten. Selbst die ersten Veilchen zeigen ihr Blau. Das ist wieder einmal der ungarischer Jahreszeitenwechsel im Zeitraffer. Hier gilt nicht, um mit Eduard Friedrich Mörikes Worten zu sagen: "Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte... . Hier fährt der Frühling wie ein Hochgeschwindigkeitszug in den Bahnhof der Natur ein. Innerhalb weniger Tagen explodiert die Natur förmlich. Alles beginnt zu blühen und die Luft ist erfüllt vom Duft der Tulpen, Narzissen, Primeln und blühenden Büschen.
Copyright Julietta Günther
Donnerstag, 8. März 2018
"Unsere kleine Farm" - 2018-03-08
Wir bekamen gestern einen Vorgeschmack auf den Frühling geschenkt: strahlender Sonnenschein, himmelblauer Himmel und warme Temperaturen (im Sommer würden wir bei zehn Grad plus frieren, jetzt empfunden wir es als warm) Allerdings lag noch Schnee, der aber im Laufe des Tages zu schmelzen begann. Als ich abends ins Bett ging freute ich mich auf den heutigen Tag.
Doch nichts war von Frühling! Ein Blick aus dem Fenster genügte und ich wäre am liebsten wieder ins Bett gekrochen. Es goss wie aus Eimern. Später ging der Regen in Schneeregen über. Selbst die Hunde, die ich rausliess, wollten schnell wieder hinein. Einfach nur grausliches Wetter. Ich beschloss, mich heute nur auf das Nötigste draußen zu beschränken.
Nachdem ich die Schafe versorgt hatte, wollte ich wieder ins Haus zurück - Kaffeepause! Doch daraus wurde nichts. Kaum bog ich um die Hausecke, da blieb ich stutzend stehen. Mir entgegen kam eine Kaskade aus Wasser. Die wärmere Temperaturen hatten den Schnee schmelzen lassen, dann kam der starken Regen dazu und das Wasser floss in Bächen den Hang hinunter. Unsere komplette Einfahrt stand unter Wasser. Wir schnappten uns erst einmal eine Hacke und hacken Kanäle für die Wassermassen. Nebenbei mussten wir noch einen anderen Zufluss in die Zisterne kreieren. Das Wasser floss so stark, daß die neun Kubikmeter große Zisterne innerhalb von einer Stunde vollgelaufen war.
Aber nicht nur die war vollgelaufen! Als ich ins Haus kam, empfingen mich ungewöhnliche Geräusche: irgendwo plätscherte etwas gewaltig. Ich ging auf die Suche. Plötzlich hörte ich ein Poltern aus dem Weinkeller. Wird doch wohl kein ungebetener Gast dort sein? Oder gar der Weingeist, der dort sein Unwesen treibt? Vorsichtig öffnete ich die Tür. Ein paar Tage zuvor war die Glühbirne in der Pince durchgebrannt und ich hatte sie noch nicht erneuert. So leuchtete ich nun mit der Taschenlampe die Kellertreppe hinunter. Im funzeligen Licht der Lampe erblickte ich einen gut fünf Zentimeter dicken Wasserstrahl, der durch die Ziegel an der Wand zum Treppenabgang floss. Das Wasser lief die Stufen hinunter und sammelte sich in der Pince. Inzwischen stand bereits so viel im Weinkeller, daß die leeren Fässer schwammen. Da die Fässer normaler Weise auf Balken gelagert sind, standen somit bereits über vierzig Zentimeter Wasser drin. Dann krachte es erneut und das dort stehende Regal fiel um. Die darauf gelagerten Flaschen fielen plumpsend ins Wasser.
Der Wassereinbruch war so stark, daß innerhalb einer Stunde der Wasserstand bereits auf einen Meter angestiegen war. Die Hälfte der Stufen stand unter Wasser. In der Pince schwamm alles wild durcheinander.
Es half nur noch eines: abwarten und ständig den Wasserstand kontrollieren. Ich hoffte, daß das Wasser nicht mehr lange weiterläuft und eventuell die Stufenhöhe zum Eingang in die Küche erreichte. Dann wäre auspumpen angesagt gewesen.
Doch manchmal muss man Glück haben! Eine Stufe später schwächte sich der Wasserstrahl ab und kam irgendwann ganz zum Versiegen. Doch das Wasser stand in der Pince und versickert nur langsam. Klar wäre Abpumpen eine Option gewesen. Aber besser der Wasserstand sank langsam, als daß dadurch ein schnelles Absaugen die komplette Stellage mit den Fässer ins Kippen gekommen wäre. So hatten wir Zeit, die einzelnen Fässer zu sichern und ein Aneinanderknallen eben dieser zu verhindern.
Copyright Julietta Günther
Doch nichts war von Frühling! Ein Blick aus dem Fenster genügte und ich wäre am liebsten wieder ins Bett gekrochen. Es goss wie aus Eimern. Später ging der Regen in Schneeregen über. Selbst die Hunde, die ich rausliess, wollten schnell wieder hinein. Einfach nur grausliches Wetter. Ich beschloss, mich heute nur auf das Nötigste draußen zu beschränken.
Nachdem ich die Schafe versorgt hatte, wollte ich wieder ins Haus zurück - Kaffeepause! Doch daraus wurde nichts. Kaum bog ich um die Hausecke, da blieb ich stutzend stehen. Mir entgegen kam eine Kaskade aus Wasser. Die wärmere Temperaturen hatten den Schnee schmelzen lassen, dann kam der starken Regen dazu und das Wasser floss in Bächen den Hang hinunter. Unsere komplette Einfahrt stand unter Wasser. Wir schnappten uns erst einmal eine Hacke und hacken Kanäle für die Wassermassen. Nebenbei mussten wir noch einen anderen Zufluss in die Zisterne kreieren. Das Wasser floss so stark, daß die neun Kubikmeter große Zisterne innerhalb von einer Stunde vollgelaufen war.
Aber nicht nur die war vollgelaufen! Als ich ins Haus kam, empfingen mich ungewöhnliche Geräusche: irgendwo plätscherte etwas gewaltig. Ich ging auf die Suche. Plötzlich hörte ich ein Poltern aus dem Weinkeller. Wird doch wohl kein ungebetener Gast dort sein? Oder gar der Weingeist, der dort sein Unwesen treibt? Vorsichtig öffnete ich die Tür. Ein paar Tage zuvor war die Glühbirne in der Pince durchgebrannt und ich hatte sie noch nicht erneuert. So leuchtete ich nun mit der Taschenlampe die Kellertreppe hinunter. Im funzeligen Licht der Lampe erblickte ich einen gut fünf Zentimeter dicken Wasserstrahl, der durch die Ziegel an der Wand zum Treppenabgang floss. Das Wasser lief die Stufen hinunter und sammelte sich in der Pince. Inzwischen stand bereits so viel im Weinkeller, daß die leeren Fässer schwammen. Da die Fässer normaler Weise auf Balken gelagert sind, standen somit bereits über vierzig Zentimeter Wasser drin. Dann krachte es erneut und das dort stehende Regal fiel um. Die darauf gelagerten Flaschen fielen plumpsend ins Wasser.
Der Wassereinbruch war so stark, daß innerhalb einer Stunde der Wasserstand bereits auf einen Meter angestiegen war. Die Hälfte der Stufen stand unter Wasser. In der Pince schwamm alles wild durcheinander.
Es half nur noch eines: abwarten und ständig den Wasserstand kontrollieren. Ich hoffte, daß das Wasser nicht mehr lange weiterläuft und eventuell die Stufenhöhe zum Eingang in die Küche erreichte. Dann wäre auspumpen angesagt gewesen.
Doch manchmal muss man Glück haben! Eine Stufe später schwächte sich der Wasserstrahl ab und kam irgendwann ganz zum Versiegen. Doch das Wasser stand in der Pince und versickert nur langsam. Klar wäre Abpumpen eine Option gewesen. Aber besser der Wasserstand sank langsam, als daß dadurch ein schnelles Absaugen die komplette Stellage mit den Fässer ins Kippen gekommen wäre. So hatten wir Zeit, die einzelnen Fässer zu sichern und ein Aneinanderknallen eben dieser zu verhindern.
Copyright Julietta Günther
Freitag, 2. März 2018
"Unser kleine Farm" - 2018-03-02
Alle Jahre wieder! Erst tagelang Schneefall bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Heute begann es zu regnen. Wieder können wir nicht aus dem Fenster schauen, da die Scheibe von einer Eisschicht bedeckt ist. Vorhin waren wir im Ort. Die Strasse gleicht einer Eisbahn und ist spiegelglatt. Auf den schneebedeckten Felder spiegeln sich die Lichter, wie auf einer Seeoberfläche. Selbst wir waren von einer Eisschicht überzogen. Als wir die Jacken auszogen, fielen die Eisschollen klirrend von uns herab. Der Katastrophenschutz hat das Gebiet inzwischen zur orangen Zone ausgerufen. Der Bus kam heute Abend nicht bis in den Ort. Sicher ist er irgendwo umgedreht und die Fahrgäste mussten vermutlich mehrere Kilometer nach Hause schlittern. Wäre nicht das erste Mal.
Vor einigen Jahren hat es uns so erwischt, daß wir Stufe rot hatten. Die Fensterscheiben hatten eine zwei Zentimeter dicke Eisschicht, Drei Tage waren wir nicht in der Lage zu den Stallungen zu gelangen, um die Tiere zu versorgen. (Sie hatten ausreichend Futter und Wasser für mehrere Tage, sofern waren wir etwas beruhigt, daß es ihnen gut geht). Das ganze Gelände war mit einer guten fünf Zentimeter Eisschicht bedeckt. Es war so Etwas von spiegelglatt! Selbst die Hunde konnten nicht raus. Wenn einer sein Bedürfnis hatte, musste er damit rechnen, daß die Pfoten unter ihm wegrutschen. Die Hunde rutschen mehr auf dem Bauch als daß sie standen. Die Pfoten rutschten selbstständig in alle Richtungen und die Hunde schauten ziemlich betröppelt aus der Wäsche. Letztlich haben wir aus Sicherheitsmaßnahme keinen mehr von der Terrasse gelassen.
Am dritten Tag mussten wir nach den Tieren sehen. Wir krochen und rutschten auf allen Vieren. am nächsten Tag haben wir mit einem Pickel uns einen Weg freigeschlagen.
Nun bin ich gespannt, was der morgige Tag bringt. Zumal noch einmal etliche Zentimeter Schnee vorausgesagt wurde.
Copyright Julietta Günther
Vor einigen Jahren hat es uns so erwischt, daß wir Stufe rot hatten. Die Fensterscheiben hatten eine zwei Zentimeter dicke Eisschicht, Drei Tage waren wir nicht in der Lage zu den Stallungen zu gelangen, um die Tiere zu versorgen. (Sie hatten ausreichend Futter und Wasser für mehrere Tage, sofern waren wir etwas beruhigt, daß es ihnen gut geht). Das ganze Gelände war mit einer guten fünf Zentimeter Eisschicht bedeckt. Es war so Etwas von spiegelglatt! Selbst die Hunde konnten nicht raus. Wenn einer sein Bedürfnis hatte, musste er damit rechnen, daß die Pfoten unter ihm wegrutschen. Die Hunde rutschen mehr auf dem Bauch als daß sie standen. Die Pfoten rutschten selbstständig in alle Richtungen und die Hunde schauten ziemlich betröppelt aus der Wäsche. Letztlich haben wir aus Sicherheitsmaßnahme keinen mehr von der Terrasse gelassen.
Am dritten Tag mussten wir nach den Tieren sehen. Wir krochen und rutschten auf allen Vieren. am nächsten Tag haben wir mit einem Pickel uns einen Weg freigeschlagen.
Nun bin ich gespannt, was der morgige Tag bringt. Zumal noch einmal etliche Zentimeter Schnee vorausgesagt wurde.
Copyright Julietta Günther
Abonnieren
Posts (Atom)







