Montag, 13. März 2023

28 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis

 ... anders als sonst, war Mikesch schon sehr früh aus der Koje. Nach dem Frühstück ging er an Deck. Mäuse sind bekanntlich eher abends aktiv und so hatte der kleine Kater Naseweis einige Freistunden.

Just als er es sich gemütlich machen wollte. Hörte er Tony rufen;" hi, Leute! Da ist eine Maus, fang sie!"

Mikesch folgte Tonys Handzeichen. Mist, da rannte der Cousin von  Tante Mo's kleinem grauen Freund, über die Planken.

Nochmal Mist. Mikesch hatte keine Fellmaus bei sich und jetzt sollte er jagen. Da war guter Rat teuer...

Blitzschnell schoss ein Plan in Mikesch Kopf. 

Der kleine Kater machte einen Satz geradewegs auf den Rand eines Eimers, der da stand. Der fiel mit lautem Getöse um, der Cousin konnte sich in Sicherheit bringen. So weit so gut.. bis dahin hatte sein Plan funktioniert. Doch Mikesch  hatte übersehen, dass der Maat, den Eimer dort hin gestellt hatte, weil er das Deck schrubben sollte. Der Eimer fiel polternd um und das darin befindliche eiskalte Wasser ergoss sich über Mikesch. Igitt, auch noch Salzwasser! Wie ein  nasser Hund stand der kleine Kater dort und zitterte wie Espenlaub. Just in dem Augenblick kam Tante Mo an Deck. Sie nahm das kleine Katerchen hoch, wickelte ihn in ihre Jacke und trug ihn in ihre Kabine. Dort wusch sie ihm mit warmen Wasser das Salzwasser aus dem Fell. Armer Mikesch! Kater hassen Wasser! Anschliesslich rubbelte sie ihm das Fell fast trocken. Dann holte sie ein Ungeheuer aus dem Bad, das einen Höllenlärm machte. Mikesch wurde ganz bange. Doch dann merkte er, dass das Ungeheuer  warme Luft blies und sein Fell dadurch trocknete. Irgendwann fand Mikesch Gefallen daran. Er stellte sich auf die Hinterbeine, hob seine Vorderpfoten und begann Pirouetten zu drehen. Ab und an, lies er den Ententanz in seine Choreografie einfliessen. Dabei zeigte er seine Kehrseite dem Fön und wackelte mit dem Hintern.

Währendessen lachte Tante Mo Tränen. Als Mikesch trocken war, rollte er sich in den Sessel. Ein leises Klopfen an der Tür ertönte. Der Steward brachte den Tee mit etwas Gebäck. Unbenerkt war Tante Mo's kleiner grauer Freund auf dem Servierwagen mitgefahren und schlich sich leise in die Kabine. Er setzte sich bei tante Mo auf den Schoß.

Sie begann von Island  zu erzählen...


... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta Günther 



Sonntag, 12. März 2023

27 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis

 ... ihr habt sicher gemerkt, dass Mikesch eine Pause gemacht hat. Er wollte etwas für sich sein und nachdenken. Jetzt aber wird er schnell nachholen, von seinen Fahrten zu erzählen.

In Island angekommen, warteten schon Tante Mo und ihr kleiner grauer Freund am Pier. Eigentlich sah man nur Tante Mo. Ihr kleiner grauer Freund hatte sich versteckt. Er hätte nicht an Bord kommen dürfen und do schlich er sls blinder Passagier an Bord. Mikesch begleitete sie in ihre Kajüte und freute sich riesig sie zu sehen. Die beiden wiederum waren glücklich als die hörten, dass Mikesch mit ihnen zurück fährt. Sie nahmen sich vor, Mikesch von Island zu erzählen.

Aber zuerst musste der kleine Kater wieder an die Arbeit ...aufpassen, dass keine Mäuse an Bord kamen

😉

Wenig später verriet das Brummen des Motors und das Rollen des Schiffes, dass sie abgelegt hatten und suf Fahrt waren.

Abends trafen sich alle in der Messe. Da Tante Mo der einzige Passagier war, durfte sie gemeinsam mit der Crew die Mahlzeiten einnehmen.

Währendessen verbrachte ihr kleinet grsuer Freund die Zeit bei seinen Verwandten im Schiffbauch.

Tante Mo genoss die Gesellschaft der Crewmitglieder. Die wiederum freuten sich, von ihren Familien zu erzählen.

Es war ein lustiger Abend. Einer holte eine Harmonika hervor. Rr wurde begleitet von lauten, mal schrägen Gesängen der Mannschaft... und jede Menge Gelächter und Frotzeleien, wenn jemand ach gar so schräg sang.

Seeluft macht müde, so verabschiede sich Tante Mo recht früh und sich Mikesch hörte seine Koje rufen...


... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta Günther 



Samstag, 4. März 2023

Renovieren einmal anders

Mein ältester Sohn war gerade einmal ein halbes Jahr. Er war kein pflegeleichter Säugling, sondern einer der alle zwei Stunden an die Brust musste, dann eine Stunde nuckelte, eine Stunde schlief, um dann wieder zu brüllen. Tag und Nacht! Ich kam reichlich an meine Grenzen.

Wir wohnte damals in einer kleinen Dachgeschosswohnung mit Schrägen. Gerade erst eingezogen, frisch renoviert und das kleines Reich unserer jungen Familie.

Eines Tages, ich war gerade am Mittagessen vorbereiten, das gesalzenes Nudelwasser stand auf der Herdplatte, die begann warm zu werden. Mein Sohn wurde munter und wieder erfüllte ein "Ich habe Hunger"- Gebrüll die Räume. Ich ging ins Wohnzimmer, nahm ihn an die Brust. Er nuckelte schmatzend vor sich hin. Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn nach einiger Zeit wurde ich wach, weil mein Spross nach dem Milchzapfhahn suchte und ihn gefunden hatte. Nach der Fütterung beschäftigte ich mich noch eine Weile mit meinem Sohnemann.

Es waren inzwischen gute drei Stunden vergangen als mir einfiel, daß ich irgendwann einmal Nudelwasser aufgesetzt hatte. Flugs lief ich in die Küche. Der Topf auf dem Herd hatte mittlerweile alle Anlauffarben erhalten und war innen mit einer weissen Salzschicht überzogen. Das Wasser war verdampft. Der Topfboden und die Herdplatte glühten rot. Nachdem die Herdplatte ausgeschaltet war und das Ensemble langsam begann sich abzukühlen, wollte ich den Topf von der Platte nehmen. Es ging nicht! Topf und Herdplatte waren miteinander verschmolzen. Nach einiger Zeit schaffte ich es dann doch noch die beiden Komponenten von einander zu lösen, doch die Platte war nicht mehr zu gebrauchen.

Ich war so mit dem Topf und dem Herd beschäftigt gewesen, daß ich garnicht auf meine Umgebung achtete. Als mir ein Tropfen vom Dachfenster in den Nacken fiel, bemerkte ich, daß die Küche sich in eine Sauna verwandelt hatte. Die Scheiben waren beschlagen und das Wasser lief an ihnen herab. Als ich mich dann umdrehte, traf mich fast der Schlag. Bei den Möbeln sah es nicht anders aus. Aber richtig heftig waren die Wände. Dort hatte sich in Folge des Wasserdampfes, die frischen Tapeten gelöst und waren nun von den Wänden gerollt. Autsch! Ich wusste nicht, ob ich die Angesicht dieses Ergebnisses nun lachen oder weinen sollte. Aber eines wusste ich ganz sicher, mein Mann wäre sicher nicht erfreut darüber und es stand neues Tapezieren an. Die Tapeten liessen sich ja noch verwenden, waren ja fein säuberlich von den Wänden gerollt.  Aber es brauchte ein paar Tage bis die Wände so trocken waren, daß die Tapeten dort überhaupt hielten.



Copyright Julietta Günther

Freitag, 3. März 2023

Ein Schaf, ein Jäger und eine Anektode reicher

Vor einigen Jahren, wir hatten gerade unsere ersten vier Schafe bekommen, erhielten wir auch gleich unsere erste Lektion, was man als Schafshalter sein lassen sollte.

Eines hatten wir nicht bedacht:
für unsere Hunde waren das Eindringlinge. Fremde, die in ihrem Revier nichts zu suchen hatten.

Nichts ahnend ließ Männe morgens die Hunde raus.
(Na ja! Ahnung hatten wir damals wirklich nicht viel oder besser gesagt, wir waren reiflich naiv an das Thema Schaf herangegangen)

Buddy lief in den Garten, verrichtete sein Geschäft bis ... na bis er die Schafe erblickte. Da gab es für ihn kein Halten mehr. Rufe unsererseits wurden ignoriert. Buddy raste auf die vier Schafe  zu. Männe dem Hund hinterher. Es herrschte reichlich Tumult, was mich auf den Plan rief. Drei Schafe sprangen über den Zaun. Der Hund wurde von dem Hindernis abrupt gebremst, was mir Gelegenheit gab, den Hund anzuleinen und von den Schafen wegzuführen.

Ein Schaf war zurück in den Stall getrabt. Doch die anderen waren auf der anderen Seite des Zaunes, außerhalb des Grundstückes. Da Schafe von Natur aus Fluchttiere sind, gestaltete sich das Zurücktreiben nicht so einfach. Eines rannte freiwillig zurück ins Gehege. Ein anderes Tier rannte in den Wald und blieb für immer verschwunden. Vermutlich lief es irgendwann einmal einem überraschtem Jäger vor die Flinte. Und das vierte Tier ? Das wurde nahezu zu einer never ending story!

Wir hatten circa fünfhundert Meter entfernt einen Nachbarn, der auch Schafe hatte. Seine Tiere waren auf einem Grundstück, das an drei Seiten eingezäunt war und auf einer Seite von Dickicht und Wald begrenzt war. Seine Tiere blieben den ganzen Tag draußen, teilweise auch außerhalb Sichtweite des Eigentümers.

Unser Schaf war wie Doktor Kimbel auf der Flucht. Wir suchten es, doch fanden es nicht. Im Dorf hatten wir die Nachricht verbreitet, daß bei uns zwei Schafe abgängig seien und wir um Nachricht bäten, falls jemand die Tiere sähe. Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben. Nach gut einer Woche bekamen wir die Meldung, daß bei unserem Nachbars ein fremdes Tier aufgetaucht war und seine Herde anführte. Wir sollten doch mal schauen, ob das unseres sei.

Wir hin und der Nachbar berichtete uns, daß er sich seit ein paar Tagen wundere, daß seine Herde begonnen hatte, zu wandern. Noch verblüffter war er, als er feststellen musste, daß seine Herde von einem ihm unbekannten Schaf angeführt wurde. - Unser Schaf hat sich eine Herde gekapert!

Wir wollte unser Schaf zurück und so mussten wir es wieder einfangen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Denn kaum kam man dem Schaf näher als zwanzig Meter - schwupps - Hufe in Bewegung gesetzt und wir sahen von dem Schaf samt Herde nur noch eine Staubwolke.

Tagelang versuchten wir es, auf die unterschiedlichste Weise. Nichts führte zum Erfolg.

Dann bestellten wir ein Jäger, der es mit einem Betäubungsgewehr schiessen sollte. Doch - unser Schaf war kein blödes Schaf! Kaum kam der Jäger in Schussreichweite - Schaf war weg! Zwei Tage lang lag der Jäger vergeblich auf der Lauer. Kaum Gewehr angelegt - Schaf war weg!

Nun war guter Rat teuer. Der Nachbar wollte unser renitentes Schaf, das nur Unruhe in seine Herde brachte, nicht behalten und wir wollten es wieder haben. Was nun?!?

Wir grübelten und grübelten. Dann kamen wir auf die Idee, die Schafe in eine Art Gatter zu treiben. Doch das gab es bei dem Nachbarn nicht. Per Schubkarre fuhren wir zwei Rollen Zaunmaterial hin und zogen bei ihm provisorisch ein Gehege. Die Schafe wurden hineingetrieben. Die ganze Herde stand drin, nur unser Schaf blieb draußen ... Verflixte Sch.. noch einmal! Neuer Versuch! Gleiches Spiel! Dann kam der Hafer als Lockmittel dran. ALLE Schafe rein ins Gatter. Super! Doch zu früh gefreut! Als die Männer das Schaf fassen wollten, sprang es über den Zaun. An dem Tag lief nun garnichts mehr.

Nächster Tag, neuer Versuch. Ich blieb zu Hause. Nach drei Stunden hörte ich von Weiten ein Tumult. Ich ging auf die Terrasse und hörte: "Komm, Du blödes Vieh!" - "Lauf endlich weiter!" - "Nein, nicht dorthin" - "Komm endlich"- "Pass auf, es reißt sich los!" usw.
Alleine die Konversation brachte mich zum Lachen.

Dann sah ich die Gruppe: fünf gestandene Mannsbilder mit hochroten Kopf und dazwischen ein ziemlich widerborstiges Schaf. Zwei der Männer waren vermutlich beim Einfangen im Mist gelandet. Einer zog das Schaf, das sich wild gebährte und in alle Richtungen zog, in die es nicht  sollte. Zwei schoben das Tier und fielen immer mal wieder der Länge nach hin. Die anderen beiden prusteten und krümmten sich vor Lachen.

Irgendwann hatten sie es geschafft, das Tier ins Gehege zu bringen. Kaum von der Leine, lief das Schaf seelenruhig in seinen Stall, fast als wollte es sagen "Ätsch, Euch habe ich es aber gezeigt!"

Die Männer erzählten, daß sie das Tier x-mal in das Notgehege treiben mussten. Immer wieder ist es ausgebüchst: mal über den Zaun. Einmal hat es einen der Männer am Eingang umgerissen und ist davon getrabt. Ein anderes Mal ist es glatt über das Hausdach abgehauen. - Immerhin irgendwann hat es geklappt. - Danach lebte das Tier einige Jahre bei uns und es blieb der einzige Ausflug.

Copyright Julietta Günther






Mittwoch, 1. März 2023

Das kleine Mädchen "Ich trau mich nicht"



In einem kleinen Dorf irgendwo auf der Welt lebt ein kleines Mädchen namens Anne. Sie ist ein liebes Kind und jeder mag sie gerne. Oft ist sie mit ihren Schulkameraden unterwegs. Aber sie hat ein grosses Problem. Wenn ihre Freunde, sie mitnehmen wollen, um im Wald nach Walderdbeeren zu suchen, dann sagt Anne : "geht ohne mich, ich trau mich nicht". Ab und zu gehen sie über die Brücke zum Bauern. Dort besuchen sie die kleinen Kätzchen und holen frische Milch. Die Kinder lieben es, wenn sie aus dem Deckel ihrer Milchkanne, die noch kuhwarme Milch trinken können. Doch an der Brücke bleibt Anne stehen: "geht ohne mich, ich trau mich nicht".  Dann eines Tages im Herbst haben ihre Freunde mit ihren Pappa's Drachen gebastelt. Anne's Papa hat einen ganz besonderen  Drachen gebaut. Er ist achteckig und hellgrün, wie Anne Lieblingsfarbe. Er einen hat ganz langen Schwanz mit vielen bunten Schleifen. Als die Freunde sie abholen und Drachensteigen lassen wollen, sagt sie nur "geht ohne mich, ich trau mich nicht". So geht das tagein tagaus, ob beim Radfahren, Schaukeln, Rollschuhlaufen und vieles mehr. Anne sagt immer immer nur "geht ohne ich, ich trau mich nicht". Manchmal wenn sie keiner sieht, dann weint sie leise vor sich hin. Wie gerne wurde sie gerne auf dem Rad ihre Haare im Wind flattern lassen, doch sie traut sich nicht. Warum, das weiss keiner. Im Dorf nennt sie mittlerweile jeder nur "Ich trau mich nicht".

Eines Tages ging "Ich trau mich nicht" mit ihrer Mutter spazieren. Ganz in ihrer Nähe ist ein Wildgehege mit Wildschweinen und Rehen. Mama hat ihr erzählt, dass es dort kleine Rehkitze und Wildschweinferkel gibt. Die wollten sie anschauen gehen. "Ich trau mich nicht" hat die letzten Tage deshalb extra Eicheln gesammelt. Die lieben die Rehe und die Wildschweine. An Mamas Hand gingen sie dort hin. Es hatte die letzten Tage geregnet und der Weg war rutschig. Mit einem Mal glitt Mama aus und fiel hin. Da sie "Ich trau mich nicht" an den Hand hielt, fiel auch die hin. Beide lagen in einem Berg voller Laub. "Ich trau mich nicht" ist nichts passiert ist, da sie ganz weich auf Mama Bauch gelandet war. Aber Mama lag mit verdrehtem Fuss am Boden. Der Fuss tat ihr ganz doll weh und Mama konnte nicht aufstehen. "Ich trau mich nicht" wurde ganz bang, als sie ihre geliebte Mama so liegen sah. Ehe ihre Mama etwas sagen konnte, rannte "Ich trau mich nicht" davon und rief "ich hole Hilfe !". - Und weg war sie. Die Mama bliebt alleine zurück.

"Ich trau mich nicht " rannte so schnell sie konnte. Sie lief durch den dunklen Wald, einen Weg entlang. Vorbei an den abgeernteten Maisfeldern. Als Abkürzung nahm sie den Weg über die Wiesen und kam an den kleinen Bach. Sie wollte hinüber springen, doch beim ersten Mal gelang es ihr nicht und sie rutschte aus. Beim zweiten Mal, nahm sie noch mehr Anlauf und sie flog förmlich über den gluckernden Bach unter ihr. Sie rannte weiter über die Felder, über die kleine wackelige Brücke und kam bald danach an den Rand des Dorfes. Dort stand eine Telefonzelle. Mama hatte ihr schon ganz früh erklärt, was sie tun muss, wenn sie einmal Hilfe holen musste. Sie war damals noch keine zwei Jahre alt, aber sie erinnerte sich heute noch ganz genau. Doch sie war zu klein und kam nicht an den Hörer. So sehr sie es auch versuchte, es wollte einfach nicht gelingen. Sie war schon ganz verzweifelt, als eine Frau des Weges kam und sie fragte, ob sie ihr helfen könne. Nun erzählte ihr "Ich trau mich nicht", was geschehen war. Die Frau rief für sie die Rettung an und bald danach kam ein Krankenwagen. "Ich trau mich nicht" setzte sich auf den Sitz neben dem Fahrer und erklärte ihm, wo er hinfahren musste. Bald waren sie bei der Mama. Der Sanitäter machte Mama einen Verband und gab ihr eine Spritze gegen die Schmerzen. Dann wurde Mama in den Krankenwagen gehoben und sie fuhren mit ihr ins Krankenhaus. "Ich trau mich nicht" durfte mitfahren. Nach einer Untersuchung stellten die Ärzte fest, dass Mama sich nur den Fuss verstaucht hat. Das tut zwar sehr weh, aber es war nicht so schlimm. Mama bekam einen neuen Verband und durfte nach Hause. Dort allerdings musste sie sich ein paar Tage ausruhen. Weil Mama nun im Haushalt nichts machen konnte, kam ihre Oma helfen.

Die Oma schaute erst Mama an, dann "Ich trau mich nicht" und dann wieder Mama. Sie sagte zur Mama "wie mutig doch unsere Kleine ist !"  Mama meinte, "ja, sie ist wirklich sehr mutig und wir sind mächtig stolz auf sie". Da erst merkte "Ich trau mich nicht", was sie getan hatte: sie war ganz alleine durch den dunklen Wald gerannt, über die Wiesen und die Brücke, sogar über den Bach ist sie gesprungen. Manches muss man einfach nur einen ersten Schritt tun und sich trauen. Sie hatte aber noch etwas anderes gelernt: wenn sie einmal selber nicht weiter weiss, dann gibt es sicher jemanden, den sie fragen kann und der ihr hilft.

Was glaubt ihr, wenn ihr jetzt auf dem Spielplatz jauchzen seht? Wer auf der Schaukel in den Himmel fliegt? Wer sich den Wind beim Radfahren durch die Haare wehen lässt? Stimmt! -

Es ist eine glückliche, lachende Anne, die nun längst nicht mehr "Ich trau mich nicht" heisst.



copyright Julietta Günther


Samstag, 25. Februar 2023

Rauchzeichen

Es geschah in grauer Vorzeit als meine Kinder ware sechs und zwei Jahre alt. Sie bekamen ein Buch in dem das Leben der Indianer beschrieben war. Daraus lasen wir ihnen abends als Gutenachtgeschichte ein Kapitel vor. Fortan versuchten die Jungs und ich uns lautlos durch die Wälder zu schleichen. Manchmal klappte es sogar.

Eines Sonntagmorgen wurden wir von einem seltsamen Geruch wach. Da arbeitsfreier Tag schliefen wir sonntags etwas länger.  Die Kinder waren schon wach und aus ihren Betten. Sie sassen friedlich im Wohnzimmer auf dem Boden und sagten sie spielen Indianer. Noch immer konnte ich mir keinen Reim auf den seltsamen Geruch machen und war weiter auf der Suche nach der Quelle. Mit halben Ohr hörte ich den Bengeln zu. Irgendwann sagte einer, dass es schade sei, dass das Lagerfeuer nicht brennt ... 

... da schrillten bei mir die Alarmglocken!

Ich fragte, wo sie denn ein Lagerfeuer gemacht hätten. Als sie mir es zeigten, traf mich schier der Schlag. Wir hatten fast sechs Meter, deckenhohe Regalwand voll mit Büchern und Aktenordner. Meine Jungs hatten ihr Lagerfeuer genau unter eines der Regalbretter angezündet.🙈 Das Brett war an der Unterseite schon reichlich schwarz und ich mag es mir nicht ausdenken, was passiert wäre, wenn das Lagerfeuer nicht ausgegangen wäre.

Der Schutzengel hat kräftig Überstunden gemacht!


Copyright Julietta Günther


Samstag, 4. Februar 2023

3 - Kettö-Labu - Die Geschichte, der zweibeinigen Katze - Fortsetzung Nr. 2

3 - Kettö-Labu - Teil 3

Hallo !!! ... Ist da wer ? - Ich bin hier ! - Wer ich bin ? - Na kennt ihr mich nicht? - Ich bin Kettö-Labu, die zweibeinige Katze mit den tollen Ideen ....

Heute Nacht hatten meine Brüder und ich eine Superidee: MM bereitet uns immer so ein tolles Frühstück mit vielen Leckereien. Wir dachten uns, heute machen wir mal MM ein Frühstück. wir haben uns da etwas ganz Tolles einfallen lassen: Wir haben den Tisch gedeckt! na ja eigentlich nicht den Tisch, da dürfen wir nicht rauf, sondern rechts und links neben dem Tisch. Dafür haben wir auch ganz tolle Leckerbissen besorgt: auf der einen Seite gab es junges Vögelchen und auf der anderen Seite frisches Mäuschen. War wirklich super lecker, wir haben alle davon probiert und waren gespannt auf MM Reaktion .... Und wirklich, sie kam und rief "ach, was ist denn das ?" - Nur klang das nicht ganz so begeistert, wie wir uns das vorstellten. Vielleicht lag es auch daran, dass wir etwas viel davon genascht hatten, und Mäuschen und Vögelchen schon reichlich abgenagt aussahen ... Upss .... - MM machte sich daran, ihr Frühstück aufzusammeln. Das war vielleicht ein Spass !! Besonders bei dem Vögelchen ;-)) da flogen die Federn nur so auf ! :-))) und jedes Mal wenn MM sie auf der Schippe hatte, flogen sie beim nächsten Kehrwisch wieder unter .... - Irgendwann holte sich MM das laute Ungeheuer zu Hilfe. Die Menschen nennen es Staubsauger, was ja jetzt eigentlich Quatsch ist. Eigentlich müsste es doch Federsauger heissen. Oder? - Wenn ich mir das Ganze so durch den Kopf gehen lasse, dann ist unsere Überraschung angekommen, doch Begeisterungsstürme gab es keine :-(( - Da erging es uns wohl wie vielen Ehemännern, die Ihren Frauen so nützliche Dinge wie Bratpfannen oder Nudelholz zum Geburtstag schenken.-
... Die Menschenfrau scheint da ihre eigenen Vorstellungen von gelungenen Überraschungen zu haben .....

Die letzten Monate war ich ein wenig schreibfaul und so kommt es, dass ich einiges nacharbeiten muss. Aber wundert Euch nicht, wenn alles ein wenig durcheinander kommt ...
Es gibt wirklich viel zu berichten ....

Nach dem Winter kam der Frühling und mit ihm die warme Sonne. Und ich ? ... Nichts wie ab durch die Mitte, wer will denn da  nach weiten Landen, wo es doch hier Sonne, Sommer, Sand und Mehr  gibt ? - Mehr Heuschrecken ;-)) - ich bin jetzt kräftig am Trainieren: ich springe !!! erst weit nun auch noch hoch. Nichts Besonders meint ihr? ... na dann probiert das einmal mit Beinen, die nur bis zu eurem Knie reichen ... merkt ihr was? ... Könnte glatt bei der Para-Olympik für Katzen mitmachen! - Auf jeden Fall wird mein Speiseplan nun kräftig mit Heuschrecke, Käfer, Maus etc. aufgestockt. Und zwischen den Mahlzeiten aale ich mich genüsslich in der Sonne und lasse mir beim Mittagsschläfchen mein Sommerfell bescheinen.

Die kleine Graue ist jetzt ständig bei uns, hat auch gemerkt, dass die Grundversorgung hier eindeutig besser ist als immer nur die Wald-Feld-und-Wiesen-Kantine. -- Unser Zoo wächst !

Im Frühsommer gab es ein trauriges Ereignis und MM flog überraschend mit Ihrem Freund nach Spanien. Ganz schnell hatten sie dafür gesorgt, dass es uns wärend ihrer Abwesenheit an nichts mangelte. Doch das bedeutete auch, dass ich im Haus bleiben musste, während meine Brüder durch das offene Küchenfenster ein und aus maschieren konnten.
Das war ja soooo gemein !!! - Draussen schien die Sonne, hüpften die Heuschrecken und ich hatte Hausarrest. Wieso eigentlich, ich hatte doch dies Mal nichts ausgefressen !?!? - Schluchz - Heul - Jaaauulll !.
Doch MM hatte die Rechnung ohne mich gemacht!- Was ich mir in den Kopf gesetzt habe, dass bekomme ich auch irgendwie hin. Und ich wollte nach draussen !!! - Ausgiebig habe ich die Lage begutachtet. Da stand das Fenster offen, darunter stand einerseits der Wagen für das Gemüse und etwa 10 cm entfernt, der Gasofen ... Grübel, grübel, grübel ... da erinnerte ich mich daran, dass ich im Fernsehen einmal einen Bericht von Freeklimern gesehen hatte, dachte mir, "was die können, das kannst du auch" - Und fleissig trainiert. .... und trainiert ... hangelte mich nach oben  .... und draussen war ich !!! Jipphie Jipphie Jeyh!!! Heuschrecken, jetzt hat Eure Stunde geschlagen ! - Mann das war Klasse und ich stolz wie Oskar!

MM und ihr Freund blieben länger weg als beabsichtigt. Aber wir hatten eine gute Betreuung. Doch während MM in fernen Ländern Kakalaken jagte, kamen hier zu Hunderten die Ameisen ins Haus. aus allen Fugen kramten sie Material hervor und bei uns sah es aus wie nach einer Überflutung. Überall lag irgendwelches Baumaterial, Erde und was weiss ich nicht noch alles. Und bei dem ganzen Ärger nicht genug, die kleine Graue hatte Flöhe mitgebracht. In der ganzen Aufregung vor der Abreise hatte MM vergessen, die Schlafzimmertür zuzumachen. Jetzt hatten wir eine Ameiseninvasion in Küche, Flur und Bad und einen grossen Flozirkus im Bett und Fell. Kurz bevor die beiden wieder zurück kamen, gab es auch noch ein Unwetter und die Hälte der Trauerweide krachte auf den Boden und in die Einfahrt. - wo war sie nun unsere "heile Welt"? - Mitten in der Nacht kamen beide müde an, musten draussen parken und voller "Begeisterung" machten sie sich ein Notlager. - 

So ein Mist ! - Was bitte können wir dafür? - Alles wurde gewaschen, ausgespritzt und wir liefen tagelang mit einem staubigen, stinkenden Fell herum. - Dem Baum musste die Motorsäge zu Leibe rücken...

Doch, hihi, lange Zeit hatt MM garnicht bemerkt, dass ich raus konnte .... Irgendwann wurde sie stutzig und fragte ihren Freund, ob der mich rausgelassen hat .... das grosses Rätselraten ...

Und ich .... tat so als wäre ich die Unschuld vom Lande ... ;-))

Und so vergingen die Tage und leider auch der Sommer. Noddi und Doddo waren jetzt meistens ein Herz und eine Seele, wenn es nicht gerade ans Fressen ging. Da verstand Doddo keinen Spass.

Es wurde Ende Oktober und innerhalb von ein paar Tage sanken die Temperaturen über 30 Grad. Doddo, wurde immer unförmiger. Sie bekam Junge! - Hey, wieso Junge und kein Mädchen ??? - Eines Tages, besser gesagt Nachts, es war bitterkalt, fast minus 20 Grad. Bekam sie ihren Nachwuchs. - Dieser doofe Hund, wusste erst nicht was er damit anfangen sollte und verteilte die Kleinen überall. Als MM am nächsten Morgen raus kam, hatten die ersten die Kälte nicht überlebt. MM versuchte die Kleinen in Sicherheit zu bringen, doch Doddy bliebt nicht in der warmen Hütte, sondern verkrümelte sich im Holzhaus. MM zählte immer wieder durch und wunderte sich, dass die Zahl sich laufend änderte. Des Rätsels Lösung: 1. Doddo war noch bei der Geburt dabei, 2. versteckte sie die Jungen unter Holzscheiten. - Ich sag ja "doofer Hund" - Aber das Coolste kommt erst noch: am Tag zuvor war Holz eingelagert worden und zwei der kleinen hatten sich unter das Holz gerobbt .... Könnt ihr Euch vorstellen, was jetzt kommt? .... Richtig "Rettungsaktion kleiner Hunde" und grosse Umschichtaktion Holz. - MM war zwei Stunden beschäftigt, um mehr als 4 Raummeter Holz umzuschichten und MM's Freund am Abend hell auf begeistert, als er sah, dass seine geordneten Holzstapel sich zu einem wilden Durcheinander  entwickelt haben :-(( . Leider half das Alles nichts, nach vier Wochen haben von den acht leider nur zwei überlebt. Eine Hundemädchen (also doch nicht nur "Junge" !!) und eine Hundejunge. Die machten vielleicht einen Krach und Augen hatten sie auch keine, zumindest nicht am Anfang. MM meinte, wir wären da pfiffiger gewesen... - Klar, wir sind schliesslich auch intelligente Katzen und keine doofen Hunde ...

So jetzt hatte unser Zoo schon wieder Zuwachs bekommen !! Die beiden heissen Buddy und Jeanny. Später stellten unsere Menscheneltern fest, dass die Namenswahl nicht so glorreich war, da die Namen sich zu sehr ähneln und bei Kommando sich weder Noddi, Doodo noch Buddy angesprochen fühlen ;-)) ... ich denke da eher, dass sie nicht hören wollen ...;-) - mach ich ja auch manchmal .... pssst nicht weiter sagen ....

Jeanny kam zu anderen Menscheneltern, Buddy blieb bei uns. Das ist vielleicht ein verfrorener Hund !! Ständig macht er uns den Platz hinter dem warmen Ofen streitig. Und auch sonst eine reinste Plage: frisst uns das Futter weg, klaut uns die Knochen und dann auch noch den Ofenplatz. - Aber ansonsten ist er verträglich, wenn er nicht gerade wieder einmal uns über den Haufen rennt. - Hat denn der Hund keine Bremse ??  - und verfressen ist der !!! - Hilfe ! Der frisst uns allen noch die Haare oder das Fell vom Kopf ! - MM nennt ihn schon Staubsauger, weil er alles aufsammelt, was sich irgendwie fressen lässt. Nur letztens hat "doofer Hund" sich den Magen verreckt. Eigentlich sollte er ja wissen, dass man Holzspäne nicht frisst, dannach hat er gereihert und war ein Häufchen Elend. Fast tat er mir leid, doch wie sagt er Volksmund "wer so viel frisst ist dämlich" - Noch einer von der Rasse ;-)

Eine Neuerung gab es noch: seit Neustem ist MM's Schuhschrank hinter dem Ofen. Nicht, dass es eine Platzfrage war, vielmehr Buddy verwendet MM's Schuhe als Kopfkissen. - was der wohl daran findet, seinen Kopf auf einen nach Fussschweis riechenden Turnschuh zu betten ? - Der Arme, scheint an Geschmacksverwirrung zu leiden..

Etwa zur gleichen Zeit arbeitete MM's Freund auf einer Baustelle und dort leistete ihm bei der Arbeit eine Katze Gesellschaft. MM's Freund erzählte oft von ihr und dass sie eine sie und blind sei. Als dann das Bauvorhaben an einem Freitag abgeschlossen war, kam er Abends nach Hause und war sooo traurig wegen seiner "Cillu", so hatte er die Katze getauft. Sie hätte doch niemanden, wer sich jetzt wohl um sie kümmert, etc. pp. - das ging den ganzen Abend so, zwischendrin traten ihm Tränen in die Augen. Bis schliesslich MM es nicht mehr mit ansehen konnte und sagte, ok, wir holen morgen Deine Cillu, wo 5 Katzen satt werden, da wird es auch noch eine 6.- am nächsten morgen fuhren die beiden da hin, doch Cillu kam dies Mal nicht als sie gerufen wurde. Da war MM's Freund erst traurig, dann enttäuscht, dann wieder traurig .... das war vielleicht ein Wochenende !!! Am Montag dann waren ein paar Kollegen noch auf der Baustelle um Aufzuräumen, - natürlich , was glaubt ihr: "bewaffnet" mit Katzenkorb und Katzenfutter und siehe da, abends konnte MM's Freund seine Cillu in Empfang nehmen. Er strahlte auf allen vier Backen und MM war bis auf weiteres abgeschrieben : Cillu hier, Cillu dort. - sieh wie sich kugelt, wenn ich sie kraule ... oder sie kann sogar Männchen machen. .....  Mann oh Mann, mann kann's auch übertreiben !.. doch in einem hat sich MM's Freund kräftig geirrt: sie ist keine sie, sondern ein er, Kater eben und beileibe nicht blind, sondern er kann mit den Augen so zwinkern, dass sie trübe erscheinen. Und ansonsten hat der Gute Starallüren !! - Er frisst nur aus einem eigenen Fressnapf und auch nicht alles, Hundetaps nur die einer bestimmten Marke und noch weitere Macken. Kaum zu glauben, dass ein streunender Strassenkater einen so ausgewählten Geschmack hat .... Auf jeden Fall hat Cillu unser Leben reichlich durcheinander gebracht. Hinzukommt, dass Fetz, alias Fekete-Féher umbenannt wurde. Er ist ebenso schwarz-weiss wie Cillu, nur hat dieser eine schwarze Nase. - Nee, Cillu war nicht im Kohlekeller, er ist von Geburt an so. Auf jeden Fall heisst er seitdem Cilla und der Neue in unserem Zoo, Cillu. - Jetzt habe ich eine Super Idee, ich benenne MM und ihren Freund einfach auch um .... Nur wie ??? ..---.. Wie wär's mit Bonny und Clyde?.... na das passt nicht. --- Oder mit Dick und Doof?... sie ist zwar klein, aber nicht doof und er ist gross, aber nicht dick,  abgesehen von einem kleinen Bäuchlein, den Männer im mittleren Alter meistens haben ;-)) --- Hanni und Nanni passt auch nicht, zwar sind die beiden unzertrennlich, aber eben auch Mann und Frau ..---.. Ich hab's !!!: Tina und Chris ...und zusammen sind sie Chris-Tina, ein unschlagbares Team !

Fetz alias Cilla


So wächst unsere Familie immer weiter ....

So langsam hat der Winter Einzug gehalten. Dieses Mal mit viel Schnee. - ich mag keinen Schnee, der ist nicht nur weiss, sondern auch kalt. Und das tut meinen Beinen nicht gut. Sie zittern dann wie Espenlaub. Bei dieser Jahreszeit halte ich mich am liebsten drinnen auf, da ist der warme Ofen und so manche Leckerei, die ich ergattere. A propo Leckerei : ich habe eine neue Angewohnheit, um an diverse Leckereien zu kommen .... Immer wenn Tina isst, egal was , dann flitze ich flink zu ihr, plaziere mich neben sie und setze meinen herzerweichendes "grosse Augen-Blick" auf ... Wenn das noch immer nicht wirkt, dann kratze ich ihr mit der Pfote solange an ihrem Bein, bis .... ja bis sie spätestens dann mir (genervt ;-))  ) einen Leckerbissen zuwirft. Doch dass mache ich nur, wenn Chris-Tina alleine sind. Wenn Gäste da sind, dann zeige ich, dass ich eine gute Kinderstube genossen habe und halte mich dezent zurück.

Nach unserem Flozirkus hatten wir mehr oder minder Schlafzimmerverbot, doch nun ist es kalt und Chris-Tina halten die Zimmertüren zum Durchheizen offen ...
Das ist unsere Stunde !! - Immer wenn Tina schläft, dann schlüpfe ich hinein ins Zimmer und rauf aufs Bett und kuschel mich auf die Decke... echt cool ist es, wenn ich einen Logenplatz zwischen Chris und Tina ergattere. Das ist mollig warm, nur muss ich flink sein, wenn sich einer dreht .... Auch nicht übel ist es, wenn ich mich in Tina's Arm verkrümeln kann. Seitdem ich auch nicht mehr das Bett mit dem Katzenklo verwechsele ... upss, ich war damals noch sehr klein :-(( ..... nun denn, seitdem werde ich auch nicht mehr gleich wieder hinaus komplimentiert und mit viel Glück, kann ich die Nacht dort übernachten. - Auf jeden Fall warte ich immer ab, bis Ruhe ist im Schlafzimmer ..... ;-))  - Nur blöd, dass meine verstümmelten Hinterbeine auf dem Parkettboden klopfen, so werde ich manchmal vorzeitig entdeckt und muss raus. ... aber wie auch im richtigen Leben so hat man meistens eine zweite Chance. Und die, da könnt ihr sicher sein, nutze ich ... ;-))) So für heute Schluss, noch ein wenig Geduld und dann .... ab in die Koje ...  Motor anwerfen und schnurr ...

... Nachtrag...

Der nächste Frühling kam. Ich war inzwischen zu einer, noch immer zierlichen, aber erwachsene  Katzendame herangewachsen. Lange spukte in mir schon der Wunsch nach einer eigenen Familie. Eines Tages stand mein Entschluss fest. Am kommendem Tag packte ich mein Bündel und ging. Am Abend hatte ich mich schon von MM und meinen Brüdern verabschiedet. Sie wunderten sich etwas darüber, dass ich so verschmust war.

Ich hasse Abschiede und so ging ich ohne Worte. Am Abend und die kommenden Tage hörte ich MM mich rufen. Sie suchte nach mir und anhand ihrer Stimme merkte ich, dass sie traurig war. Doch es ist wie bei Kindern. Die Eltern geben ihnen Flügel zum Fliegen. Doch fliegen müssen sie ganz alleine ... und das werden sie.
Ich habe nur zwei halbe Hinterpfoten, die ich als Flügel nutze. Sie haben mich weiter gebracht als jemals gedacht.

MM gab mir die Chance zum Leben und die habe ich genutzt. Ich bin anders als die anderen und wenn ich heute im Kreis meiner Kinder sitze, bin ich glücklich über jeden Tag meines Lebens, dass ich leben durfte. Vielleicht werde ich nicht so alt wie andere Katzen, aber ich habe ein erfülltes Leben. 

copyright Julietta Guenther