Sonntag, 15. April 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-04-15

Jetzt bin ich im Bärlauchfieber! Heute war ich sammeln. Wir haben hier das Glück, daß der Bärlauch den Wald hier wie ein Teppich überzieht. Mit einem Korb zog ich wie ein Kräuterhexlein los um wenig später mit meiner Ausbeute wieder zurück zu sein. Als erstes gab es ein Butterbrot dick belegt mit Bärlauch und etwas Salz. Da könnte ich mich reinlegen!

Überraschender Weise brachten mir Freunde heute auch noch eine grosse Tüte vorbei. Sie mögen keine Bärlauch, aber wissen von meiner Vorliebe. Nett nicht wahr?

Gleich habe ich mich an das Verarbeiten gemacht. Dabei kamen mir meine Erfahrungen als Bärlauch-Erntehelfer zu Gute.
Das ganze Haus durchzieht ein Koblauchgeruch.

Samstag, 7. April 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-04-07

Der Frühling ist schon eine verrückte und gefährliche Jahreszeit!

Die Bäume schlagen aus. Das Unkraut schießt. Die Tiere werfen Junge. Die Menschen werden von der Frühlingsmüdigkeit heimgesucht.

Dann gibt es den ersten April, an dem die Leute in den April geschickt werden. Hier spricht man vom verrückten Monat. April, April das Wetter macht was es will. Auf Regen folgt Sonnenschein oder Schnee. Ein warmer Sonnenbrand gefährlicher Tag wird von einem eisig kaltem Wind mit Schneeregen abgelöst. Einen Tag lockig flockig die neuen High Heels spazieren getragen, den nächsten Tag in Gummistiefeln Wasser getreten. Na ja, auf jeden Fall wird es einem nicht langweilig.

Doch auf unserer kleinen Farm treibt der Frühling seltsame Blüten!

Als ich heute zu den Ställen kam, lag dort ein Schwein regungslos auf dem Schweinestalldach. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der weiß von meinen akrobatischen, kletternden Schweine, die mich auch schon mal zum Einkaufen eskortierten. So hat mich denn das Schwein auf dem Dach auch nicht sonderlich erstaunt, wohl aber daß es regungslos der Länge nach dort lag. Nun bin ich nicht so ein Klettermaxe wie unsere Familie Schwein und brauchte eine Leiter, um auf das Dach zu gelangen. Während ich meine Kletterhilfe heranschleifte, schoss mir der Gedanke durch den Kopf "Wie bekomme ich ein totes Schwein vom Stalldach?" Ich kletterte die Leiter hoch, hangelte mich zu der Sau und stupste sie an ...

... darauf bewegte sie sich wie in Zeitlupe, schaute mich verschlafen an und machte dann einen Satz vom Dach. Die Sau hat sich doch glatt auf dem Stalldach gesonnt!

Aber das hat Schule gemacht! Später nahm ein anderes Tier dort ein Sonnenbad. Vielleicht sollte ich den neuen Schweinestall gleich mit Sonnenterrasse planen?!?

Copyright Julietta Günther

Montag, 26. März 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-03-26

Schon mal geknurrt wie ein Hund?

Ich heute! Meine Hunderasselbande lernte Frauchen heute kennen - aber so richtig! Mann war ich sauer! ... und ich knurrte so, daß die Hunde ihren Schwanz einzogen und in sicherer Entfernung in Deckung gingen.

Gestern hatte ich eine alte Matratze, deren Lebensalter keinen  erholsamen Schlaf mehr versprach, für den kommenden Sperrmüll rausgestellt. Ein paar Mal ging ich an ihr vorbei. Dann kam mir der Einfall, diese für die Hunde zu verwenden. Mit enormer Kraftanstrengung zerrte ich sie unter die Terrasse. Dort haben die Hunde einen riesigen trockenen Unterschlupf, der allerdings nur rund achtzig Zentimeter hoch ist. In gebückter Haltung und verbogenen Knochen brauchte ich fast eine halbe Stunde bis ich das sperrige Ding an seinen Bestimmungsort verfrachtet hatte. Ständig störte mich Buddy, unser schwarzer Schäferhund-Mix, der neugierig war, was ich in seiner Unterkunft treibe. Immer wieder stupste mich eine feuchte Hundeschnauze an. Ein Mal als er sich umdrehte, rempelte er mich, sodaß ich umfiel. Nun lag ich also im Hundebett aus Heu auf staubtrockener Erde. Fluchend kroch ich unter der Terrasse hervor, dekoriert mit Heu und Staub, aber stolz auf mein Werk. Buddy, hat die Matratze auch gleich zu seinem Hundebett erkoren, legte sich hin und schlief.

Nach und nach erkundigten alle anderen Rudelmitglieder ihre neue Schlafstätte. Jeder thronte regelrecht auf der Matratze. Es schien ihnen zu gefallen.

Warum ich heute morgen so sauer wurde? Ich war in der Küche trank meinen Morgenkaffee. Die Rasselbande war draußen. Durch die Zeitumstellung  war ich irgendwie aus dem Rhythmus und kam später raus als sonst. Als ich auf die Terrasse trat, traf mich der Schlag. Überall lagen Fetzen vom Schaumstoff. Scheinbar hat einer der Hunde entdeckt, daß man die Matratze ja  auch zerlegen kann, fand Gefallen an dem neuen Spiel. Alle anderen machten mit. Meinem Blick eröffnete sich ein Bild, das mich zum Knurren brachte. Je mehr Schnippsel von Schaumstoff, Vliesmaterial und Kokoswolle ich einsammelte, desto mehr knurrte ich. Der ein oder andere Hund kam zu mir, stupste mich an. Doch ich knurrte und er verstand: Frauchen geht man jetzt besser aus dem Weg! Offenbar hatten sie die Lektion verstanden: Danach kam keiner mehr auf die Idee, weiter an der Matratze zu zerren um sie als neuste Gartendekoration zu verwenden. - Mal sehen, wie lange das anhält.

Copyright Julietta Günther

Sonntag, 18. März 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-03-18

Gestern stand der Tag wohl unter dem Motto
"Schlimmer kann es nicht mehr kommen und es kam noch schlimmer!"

Heute "alles nur geträumt"?

Das Resümee der letzten Nacht:
Ich brauche erst einmal eine Kanne Kaffee. Bis gegen zwei Uhr in der Nacht goss es was der Himmel hergab und das was reichlich. In den vormals leeren Eimern stand eine zweiunddreißig Zentimeter hohe Wassersäule. Das Wasser auf der Feldern ist wie von Zauberhand verschwunden. Allerdings steht unser Weinkeller gut ein Meter unter Wasser. Die Fässer schwimmen und die beiden Fässer mit dem Ansatz zum Brennen sind umgekippt und haben sich entleert. Eine schöne Schweinerei! Sobald das Wetter es zulässt und das Wasser im Keller abgelaufen ist, bedeutet das eine Tagesarbeit: Fässer rausholen und schrubben. Den Gäransatz rausschaufeln. Die gesamten Fassstellagen wieder aufbauen  und die Fässer wieder zurück in den Keller bringen.



Nebenbei hat es auf dem Dach Ziegel verschoben und das Wasser lief ins Dach, die Wände hinab. Na ja, wollte eh schon eine Weile neu streichen ...

Draussen musste ich feststellen, daß unser Schweinestall an einer Seite dem Wetter nicht stand gehalten hat und dort zusammen gebrochen ist. Den Schweinen ist zum Glück nicht passiert. Doch sie müssen in der schiefen Behausung noch aushalten, bis der neue Stall fertig ist. Wegen des schlechten Wetters der letzten Wochen hat sich das Bauvorhaben "Neuer Schweinestall" verschoben. Dafür jetzt an Dringlichkeit gewonnen.

Im Haus ist eine Komplettreinigung angesagt. Unmengen von Schlamm habe ich mit hineingetragen oder durch das Wasser, das mir von der Kleidung rann, die Fliesen verdreckt. Unser Hundebär hat auch noch kräftig beigetragen. Also steht Grossputz auf dem Plan.

Dann hatte ich gestern in dem ganzen Chaos vergessen, die Hunde rauszulassen. Die wussten sich nicht anders zu helfen und haben ihr Geschäft auf der Terrasse gemacht. Was für eine Sch...! Aber so weis ich wenigstens, daß einer unserer Hunde Würmer hat. Offensichtlich hat die Wurmkur vor vier Wochen nicht angeschlagen. Wurmmittel wechseln und neue Runde entwurmen für alle!

Jetzt kann ich verstehen, warum Hochwasser wochenlange Aufräumarbeiten zur Folge haben kann  ... - Doch ein Gutes hat das Ganze: Jetzt kenne ich die Knackpunkte und kann für die Zukunft darauf reagieren. Die Wassermassen haben mir auch gezeigt, wo ich Kanäle ziehen und Drainagen legen muss.

Eigentlich hätte ich ich auf die Mehrarbeit gerne verzichtet - doch wer weiß, vielleicht wäre mir sonst womöglich langweilig geworden - auf unserer kleinen Farm!😃

Jetzt gehe ich Ziegen melken!

Copyright Julietta Günther




Samstag, 17. März 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-03-17

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär! -

ja was wäre dann? Dann würde ich mich heute mit einer Tasse Tee hinter einem Buch verkrauchen und der Welt da draußen den Rücken kehren. Sch...Wetter! Es gießt wie aus Kübeln. Alles versinkt in Matsch. Ich blase Trübsal und warte sehnsüchtig auf den Frühling.  Eigentlich macht mich ein Blick nach draußen wütend. Erst Recht, wenn ich daran denke, daß vielerorts auf der Welt bereits am Wetter manipuliert wird.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär... dann müsste ich mich jetzt nicht in Gummistiefel zwängen, Regenjacke überziehen und zusehen, daß meine Viecher etwas zu Fressen bekommen. Das gibt wieder eine Schlidderpartie, da alles matschig glatt ist. Das Heu wird es wieder von der Schubkarre fegen, mir den Regen ins Gesicht treiben, trotz regenfester Kleidung werde ich die Nässe spüren. Da kommt alles andere als Freude auf. Allerorts bilden sich bereits wieder Tümpel und Seen. Die Strasse entlang fließt das Wasser in breiten Bächen ins Dorf hinunter. Wieder werden Keller volllaufen, Garagen im Schlamm versinken, kein Hund wagt sich auf die Strasse. Meine liegen schlafend und bewegungslos herum. Die haben auf ihre Weise dem Wetter Lebewohl gesagt.

Ich sah mir die Wetterprognosen an. Super! Morgen und Übermorgen kommt noch Schnee dazu und es wird kälter. Das steigert meine Laune ungemein! Doch... 😃 ab Dienstag scheint wieder die Sonne und die Temperaturen gehen bergauf. Wie wäre es mit zwei Tage Sch...wetter-Winterschlaf?

Bis nächste Woche schnarch ...

...

Von wegen schnarch!...

Es goß und goß und goß - mit dem Effekt wieder einmal lief der Weinkeller voll und es bildeten Bache, wo normalerweise keine waren. Stundenlang zog ich mit der Hacke Gräben um das Wasser abzuleiten. Wahnsinn! Wo kommt nur das ganze Wasser her?

So schiesst das Wasser um die Hausecke. Jetzt haben jetzt fliessend Wasser am Haus - leider auch im Haus und anderes als wir es wollten. Es goß so, daß der Regen selbst in den Kamin reinfloss und die Wand durchfeuchtete. - Absurder Weise geht mit die ganze Zeit das Lied "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..." nicht mehr aus dem Sinn.





Copyright Julietta Günther

Dienstag, 13. März 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-03-13

Gestern habe ich rund zwei Kilo Zwiebeln gesteckt. Heute war ich in der Stadt. Als ich nach Hause kam, ging ich in den Garten. Dort stutzte ich. Überall auf dem Zwiebelbett lagen kleine Häufchen Zwiebeln. Erst glaubte ich, daß mein Netz ein Loch gehabt hätte und von mir unbemerkt, die Zwiebelchen raus gefallen waren. Als ich das Ganze genauer anschaute, stellte ich fest, daß in meinen Reihen Lücken waren. Ich konnte mir das nicht erklären. Das konnte nicht vom Regen herausgewaschen worden sein?!?!?

Etwas später bemerkte ich Baba, unseren jüngsten Welpen. Sie ging zu dem Zwiebelbett, schnüffelte an der Stelle, wo ich eine Zwiebel gesteckt hatte. Mit der Pfote half sie etwas nach und zog dann meine Steckzwiebel wieder aus dem Boden. Die legte sie neben sich. Dann machte sie sich an den nächsten Platz. Nachdem sie vier bis sechs Zwiebelchen neben sich liegen hatte, machte sie einen Schritt vorwärts. Ein neues Spiel begann. So kamen die Häufchen zustande. So ein Himmelhund! Sie konnte dann garnicht verstehen, warum ich ihren Ordnungsfimmel bremste, ihr schönes Spiel beendete und sie vom Acker scheuchte. Fast die Hälfte Zwiebeln musste ich neu stecken.

Dann machte ich mich daran, die Erbsen einzusehen. Nach ein paar Metern bemerkte ich, daß Baba hinter mir stand und begann die Erbsensamen mit einem Eifer wieder auszubuddeln. Schnell unterband ich ihr tolles Spiel und brachte sie außerhalb Reichweite meines Gemüsegartens.

Baba - Prinzesschen auf der Erbse

Sonntag, 11. März 2018

"Unsere kleine Farm" - 2018-03-11

Letzte Woche hatten wir noch minus 18 Grad.
Vor drei Tagen goss es wie aus Eimern.
Gestern lag noch Schnee.

Heute hatten wir strahlenden Sonnenschein und 15 Grad plus. Die ersten Schneeglöckchen sind in den Vorgärten zu sehen. Primeln, Gänseblümchen und Löwenzahnblüten sind zu sehen. Einige Narzissen blühen und bei den Mirabellenbäumen zeigen sich die ersten Blüten. Selbst die ersten Veilchen zeigen ihr Blau. Das ist wieder einmal der ungarischer Jahreszeitenwechsel im Zeitraffer. Hier gilt nicht, um mit Eduard Friedrich Mörikes Worten zu sagen: "Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte... . Hier fährt der Frühling wie ein Hochgeschwindigkeitszug in den Bahnhof der Natur ein. Innerhalb weniger Tagen explodiert die Natur förmlich. Alles beginnt zu blühen und die Luft ist erfüllt vom Duft der Tulpen, Narzissen, Primeln und blühenden Büschen.



Copyright Julietta Günther