Montag, 12. Dezember 2022

15 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis- Teil 15

 ... der Tag verging und Mikesch traf in der Messe auf die Mitarbeiter der Crew. Man plauderte eine Weile über dies und das. Die salzige Seeluft hatte Mikesch müde gemacht und er verzog sich in die Kajüte. Diese fand er jedoch erst, nachdem er den zweiten Niedergang runter ging und mit Hilfe von Jan der seinem Weg kreuzte.

Mikesch machte sich garnicht erst die Mühe, seine Koje zu finden. Kackfrech legte er sich gleich in Jan 's Koje ans Fussende. Jan schmunzelte als er ihn sah, sagte aber kein Wort. Sie schliefen beide sofort ein. 

Mitten in der Nacht wurde er durch das geschäftige Treiben der Crew wach. Eilig wurden Anweisungen gegeben. Plötzlich kippte das Schiff und Mikesch wäre beinahe aus der Koje gefallen. Oh je! Dachte Mikesch, das Schiff geht unter! Ihm sackte sein Herz in die Pfote. Das Schiff schaukelte wie ein Lämmerschwanz, rechts-links, hoch-runter. Es klapperte und schepperte. Mikesch hatte panische Angst. Irgendwann entschied er sich, nachzuschauen, was los ist. Er hangelte sich an den Halteseilen in den Gängen  und den Niedergängen entlang. Jetzt war Mikesch nicht mehr ganz so naiv. Vielleicht wurden sie von Piraten  angegiffen! 

Das Schiff klapperte und knarrte, die Türen schwangen hin und her. Es lag ein Tosen und Pfeifen in der Luft.  Mal kippte das Boot nach rechts, dann wieder nach links. Erleichtert sah er Jan den Gang herunter laufen und rief ihm zu: "Was ist los ?"  Im Vorbeieilen rief Jan: "Sturm" und war im nächsten Augenblick hinter der nächsten Biegung verschwunden. Also keine Piraten! dachte Mikesch, passte in dem kurzen Augenblick nicht auf, verlor den Halt und schlittere einige Meter auf allen vier Pfoten den Gang hinunter. Es sah aus als würde Mikesch ohne Skier auf seinen vier Pfoten Skifahren. Dabei stellten sich ihm die Nackenhaare hoch, wie eine Löwenmähne.  Also Kater mit Löwenmähne fährt ohne Ski, Ski, dabei ruderte er kräftig mit den Pfoten um nicht eine Bruchlandung zu machen. Stück für Stück kämpfte sich Mikesch voran. Schlagartig wurde ihm speiübel. Er schaffte es gerade noch, einen Eimer zu greifen und er begann sich die Seele aus dem Leib zu kotzen. Ihm schien, als käme selbst die Mahlzeit von vor Tagen retour. Durch den Wellengang und das Schaukeln des Schiffes war sein Gleichgewichtssinn durcheinander geraten. Mikesch war schon ganz grün um die Nase, so übel war ihm. Mit letzter Kraft kämpfte er sich zurück in seine Kabine, dabei nahm er vorsichtshalber den Eimer mit. Oh je, war ihm schlecht! Er legte sich in die Koje, hing alle paar Minuten über dem Eimer. Mikesch fühlte sich mehr tod als lebendig. Irgendwann kam Jan, um nach Mikesch zu schauen. Als er dss Häufchen Elend sah  meinte er: "Oh je  da ist einer aber schwer seekrank. Ich hole dir etwas," und vetschwand. Kurze Zeit später kam er wieder mit einer Tasse Kamillentee und einem Stück Ingwer. Als Mikesch den Tee roch, hing er gleich wieder über dem Eimer. Doch der Ingwer schien zu helfen. Er kaute vorsichtig an der etwas scharfen Wurzel. Sein Magen  beruhigte sich etwas und Mikesch fiel in den Schlaf.  Er bemerkte nicht einmal wie Jan sich in die Koje legte. Irgendwann wurde Mikesch wach. Er fühlte sich, als hätte er mit sämtlichen Seeungeheuern gekämpft und war total schwach. So blieb er liegen, der Sturm hatte sich inzwuschen gelegt. Die nächsten Tage fühlte er sich total elend und er stand nur auf, wenn er auf Toilette musste. An Essen brauchte er garnicht zu denken, da wurde ihm schon wieder übel.

Die Crew kümmerte sich reizend um ihn, versorgte ihn mit frischen Wasser und brachten ihm Leckereien, die sie aber traurig wieder mitnahmen. Auch Tante Mo  besuchte ihn mit ihrem kleinen grauen Freund. Sie kraulte ihn und er lag eine Weile eingerollt auf ihrem Schoß.  

Tante Mo  erzählte ihm vom ihrem kleinen rotem Backsteinhaus zu dem ein geschwungener Weg durch einen wunderschönen Bauerngarten führte. Man ging durch ein Rosengitter mit duftende Blüten, entlang unzähliger Blumen. In ihrem Garten wuchsen auch jede Menge unterschiedlichster Gemüse. Sie erzählte ihm von ihrem Hund Tornado und ihrer dreifarbigen Katze Minou. 

Als Mikesch den Namen hörte, wurde er etwas traurig und erzählte Tante Mo nun seinerseits von den schönen Erlebnissen, die er mit seiner Minou hatte.  Er sprach davon, wie er den Blick in ihre blauen Augen vermisse und selbst wenn sie ihr Fell wechselte, er sie innigst liebte. Tante Mo hielt in zärtlich. Irgendwann war Mikesch so erschöpft, dass er einschlief. Tante Mo deckte ihr vorsichtig zu und sie ging mit ihrem kleinen grauen Freund hinaus.

Der kleine Kater Naseweis schlief wie ein Stein. Er wusste nicht, wie viele Tage er verschlafen hatte, als ihn das Verstummen der Schiffsmotoren weckte. Das Schiff stoppte.

Mikesch fühlte sich wieder besser, raus aus den Federn. Er schaute aus dem Bullauge  so heissen die runden Fenster beim Schiff. Das Schiff hatte angelegt. Jetzt gab es für Mikesch kein Halten mehr.

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen!


... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta Günther 



.



Sonntag, 11. Dezember 2022

14 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis - Teil 14

 ... Mikesch irrte durch die Gänge. Irgendwo stand eine Tür offen und er schlüpfte hinein. Drinnen war es recht dunkel und laut. Es roch nach Diesel und Motoröl. Dann sah er Otto, den Maschinisten. Ihr könnt euch garnicht vorstellen, wie erleichtert Mikesch war, einen Menschen zu treffen. Otto winkte ihm zu, sie gingen in eine etwas ruhigere Ecke und unterhielten sich ein wenig. Otto war verantwortlich für den Maschinenraum, musste aufpassen dass der Motor richtig lief und beispielsweise auf Anweisungen von der Brücke die Maschinen stoppen. Otto sah lustig aus. Durch die Arbeit im warmen Maschinenraum war er ziemlich verschwitzt und hatte sich versehentlich mit dem schwarzen Motoröl Streifen ins Gesicht geschmiert. Fast wie ein Indianer. Otto erzählte ihm, dass er aus Deutschland käme, aber schon seit vielen Jahren auf dem Schiff arbeitete. Lange konnten sie sich nicht unterhalten, denn Otto bekam Anweisungen von der Brücke und musste wieder an die Arbeit. Er zeigte Mikesch noch schnell den Weg zurück auf das Deck.

Es war ein schöner, sonniger, windstiller Tag. Als er auf das Deck kam, sah er Tante Mo im Liegestuhl liegen. Vor ihr stand - ihr glaubt es kaum - eine kleine graue Maus. Da besann sich Mikesch seiner Pflichten als Mäusefänger an Bord des Schiffes. Just als er zum Sprung ansetzen wollte, wurde er von einem recht energischen "Nein!" gestoppt. "Wage es ja nicht, meinem kleinen grauen Freund auch nur ein Härchen zu krümmen! Das wird dir schlecht bekommen!"  Ihn traf ein drohender Blick aus Tante Mo's Augen. Wie angewurzelt blieb Mikesch verdattert stehen.

Tante Mo winkte ihn zu sich und langsam mit eingezogenem Schwanz schlich er zu ihr hin. Nun war sie schon freundlicher, nahm ihn hoch und begann ihn zu kraulen. Da wich die Anspannung aus Mikesch.

Sie erzählte ihm, was es mit der kleinen Maus auf sich hatte. Ihr kennt doch sicher die Geschichte von "Tante Mo und ihr kleiner grauer Freund". Eines Tages hatte ihr die Maus von seiner Fahrt auf diesem Schiff erzählt und von Island. Tante Mo war so begeistert, dass sie es selber erleben wollte. So fassten sie einen Plan. Die beiden wollten die Reise gemeinsam machen. Nun gibt es aber für Mäuse keine Reisetickets. Tante Mo schmuggelte ihren kleinen grauen Freund in ihrer Handtasche als blinden Passagier an Bord des Schiffes. 

Da staunte Mikesch nicht schlecht. Er hatte noch nie etwas von einer Freundschaft zwischen einem Menschen und einer Maus gehört. Der kleine graue Freund erzählte Mikesch zudem von seinen vielen Verwandten auf diesem Schiff. Jetzt hatte Mikesch ein Problem! Seine Aufgabe an Bord war Mäuse fangen. Das konnte er jetzt aber nicht mehr, sonst hätte er mächtigen Ärger mit Tante Mo bekommen. Jetzt war guter Rat teuer...

... und sie schmiedeten einen Plan. Tante Mo hatte einen Schal, der fast wie ein graues Mäusefell aussah. Daraus nähte sie kleine Mäuschen, die täuschend echt aussahen. Wenn Mikesch in die Nähe des Kapitäns kam, trug er die stolz in seiner Schnauze davon. Wohl war Mikesch nicht bei dem Gedanken Tony zu betrügen, insbesondere wenn der ihn für seine fleissige Arbeit lobte. Er kam sich richtig schoffelig vor. Mikesch hatte aber Tante Mo und ihren kleinen grauen Begleiter lieb gewonnen und nach ein paar Tagen auch unter dessen Verwandte Freunde gefunden. Unmöglich konnte er eine davon jagen und fressen ...


... Fortsetzung folgt...


Copyright Julietta Günther 


Samstag, 10. Dezember 2022

13 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis - Teil 13

 ... als alle Blicke auf ihm ruhten, sackte Mikesch sein kleines Herz in seine Felltasche. Ihm fiel nichts anderes ein und so presste er reichlich kleinlaut ein heiseres "Hi Leute" hervor. Alle brachen in Gelächter aus. Irgendwann musste auch Mikesch mitlachen. Da kam Jan zu ihm, nahm ihn auf den Arm. Gleich fühlte sich Mikesch in Sicherheit. Jan stellte ihn der Crew vor und sagte grinsend: "Hi Leute". Da wusste Mikesch noch nicht, dass dies sein Spitzname auf dem Schiff werden würde. Jan also sagte: " Das ist Hi Leute, er ist ab sofort unser schiffseigener Mäuse- und Rattenfänger". Mikesch glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Ratten! Igitt! Diese riesen Viecher, die sich im Müll und Abwasserkanälen wohlfühlen!  Konnten ganz gewaltig beissen. Igitt! Hoffentlich sollte das nicht sein Fressen werden. Da würde er aber gewaltig abnehmen. Jan bat Mikesch ein wenig von sich zu erzählen. Mikesch erzählte von dem Hof auf dem er geboren war, dann wie er Minou auf seiner Reise kennenlernte. Er sprach von seinen Kindern. Als er vom Tod seiner geliebten Minou sprach, traten bei einigen der hart gesottenen Crewmitglieder Tränen in die Augen. 

Dann begann Jan, Mikesch seine Kollegen vorzustellen. Das waren vielleicht viele. Mikesch war wegen der vielen Namen und Einsatzorte total verwirrt. Die künftigen Kollegen kamen von überall auf der Welt her. 

Da war Tony der Kapitän, der technische Offizier Mechanico, der nautische Offizier Naut, der Funker Morse, der Steuermann Rudero, die Matrosen Enrike, Pittyu, Marius, Fernando, der Koch - den sie den Spitznamen Bocuse gaben, seinen wirklichen Namen hat Mikesch nie erfahren. Tool der Mechaniker, der Maschinist Otto, Ampere der Elektriker, Beijing der Steward, der für mitfahrende Passagier zu sorgen hatte, Unkel Doc der Arzt, Jan der Schiffsjunge

Reichlich viele Leute für so ein kleines Schiff. Die Crew war so gross, damit das Schiff jederzeit unter allen Bedingungen sicher geführt werden kann. Eigentlich ist es kein wirklich kleines Schiff. Es ist immerhin 53 Meter lang, gehört zur Klasse der Trawler und wiegt sage und schreibe 530 Tonnen. Das sind mehr als zwanzig mittelgroße Lkw. Mikesch erfuhr auch, dass das Schiff ein Kühlfrachtschiff für gekühlten oder gefroren Fisch ist. Jetzt wurde Mikesch auch klar, warum ihn das Schiff so magisch angezogen hatte. Ihr wisst ja, Mikesch liebt Fisch und er sah sich schon in Gedanken in mitten von Fisch schlemmen. Das dies nur ein Traum bleiben würde, wusste er da noch nicht. Die Crew erzählte ihm,  dass sie zurück in ihren Heimathafen nach Island fahren. Wo um Himmels Willen ist Island fragte sich Mikesch insgeheim. 

Er lernte auch, weshalb ein Schiff schwimmt und nicht untergeht. Weil es einen Bauch hat, in dem Luft ist. Könnt ihr selber ausprobieren. Nehmt eine gut verschlossene leere Flasche und werft sie ins Wasser. Siehe da, sie schwimmt. Wenn jetzt das Schiff Ladung aufnimmt  dann liegt sie tiefer im Wasser. Soviel Gewicht das Schiff durch die Ladung aufnimmt, um genauso viel verdrängt das Schiff Wasser unter dem Kiel und sinkt tiefer ins Wasser. Auch das könnt ihr ausprobieren, in dem ihr in die Flasche etwas Wasser oder Sand einfüllt.

Nach Beendigung des Frühstücks ging jeder auf seinen Posten. 

Bejing nahm den einzigen Passagier in Empfang. Manchmal wenn er nicht aufpasste, dann begrüsste er die Gäste mit ni hao, was Chinesisch ist und guten Tag bedeutet. Normalerweise benutzt er Englisch, wie die anderen Crew Mitglieder auch. Der Passagier war Tante Mo. Ihr kennt sicher die Geschichte von "Tante Mo und ihr kleiner grauer Freund". Tante Mo hat ihren Freund von Island erzählen hören und war so fasziniert von den Erzählungen, dass sie das unbedingt mit eigenen Augen sehen wollte.

Beijing brachte Tante Mo in ihre Kajüte. So heissen die Unterkünfte für die Passagiere.

Mikesch sah sich um und bemerkte, dass er ganz alleine an Deck stand. Unter sich spürte er ein Rollen und hörte ein tiefes Brummen. Die Leinen platschten an Deck und die Ankerketten rasselten. Der Anker wurde eingefahren. Gemächlich setzte sich das Schiff in Bewegung, fuhr den Fluss hinab, auf das offene Meer. Die Küste wurde immer kleiner. Irgendwann war rundherum nur noch das offene Meer. Das war Mikesch nicht geheuer. Er beschloss zurück zu seiner Koje zu gehen. Doch wohin? Als er zum Frühstück ging, hatte er nicht aufgepasst. Er stieg die Stufen des Niedergangs hinunter. Aber alles kam ihm so garnicht bekannt vor. Er irrte durch die Gänge, sah keine Menschen Seele und musste sich eingestehen, dass er sich verlaufen hatte ...


... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta Günther 


12 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis- Teil 12

 ...

Kaum dass Mikesch von Bord gegangen war, stand er schon inmitten wildem Getümmel. Manche Kähne wurden gelöscht (entladen), ständig fuhren irgendwelche Fahrzeuge um ihn herum. Mikesch hatte seine Mühe  nicht unter die Räder zu kommen. Menschen hasteten hin und her, riefen Anweisungen, sprachen in ihre Walki Talkis mit der Schiffbrücke. Aus dem Bäuchen der Kähne wurde das geladene Getreide direkt in Silos gesaugt. Aus anderen Schiffen wurde die Ladung in Form von Paletten entladen. Sie kamen direkt auf Lkw"s oder wurden mit Hilfe von Gabelstapler in die Lagerhallen gebracht.

In einem anderen Teil des Hafens sah Mikesch große Containerschiffe mit mehreren Lagen Container. Sie wurden mit Hilfe eines riesigen Krans, automatisch entladen. Es waren grosse Brücken über der Straße , die miteinander verbunden waren. Die Container schwebten an den Verbindungsstücken von Brücke zu Brücke und bogen mal nach rechts oder links ab. Auf einem Sammelplatz wurden sie abgeladen. Sie standen in mehreren Lagen übereinander und warteten auf ihren Weitertransport. 

Mikesch war ständig dabei hin und her zu springen. Er musste tierisch aufpassen und war froh, als er irgendwann mit heiler Haut diesem Hafenareal entlommen konnte.

Er kam in einen ruhigeren Bereich des Hafens in dem kleinere Schiffe angedockt hatten. Mikesch war von dem Hinternislauf total etschöpft. An einem sicheren Örtchen rollte er sich ein und schlief ein Stündchen. Nachdem er sich ausgeruht hatte, begann er sich die Schiffe genauer anzusehen. Irgendwie sagte ihm keines so richtig zu und er wusste nicht wirklich, was er tun sollte. Fast wollte er schon umdrehen als er fast am Ende des Kais ein älteres Frachtschiff erblickte. Es machte einen soliden, gemütlichen Eindruck. Er ging näher, begutachtete es. Ihm schien es heimelig und fast schien ihm, als würde das Schiff ihn rufen. Während er noch den Gedanken nachhing bemerkte er, dass er beobachtet wurde.  Ein Schiffsjunge stand an der Reling "Hallo kleiner Kater. Hast Du Dich verlaufen?Mikesch antwortete: "Nein, ich suche nach einem Schiff bei dem ich mitfahren kann." - "Du? Und wo willst Du hin?"

Da erzählte Mikesch dem Schiffsjunge, der sich als Jan vorstellte, die Geschichte von Minou und der Familie, auch dass er da nicht länger bleiben konnte. 

Jan hörte ihm geduldig zu und dann meinte er: " Das sei traurig und er könne gut verstehem,  warum Mikesch dort nicht bleiben könne". Eine Weile überlegte er, dann sagte Jan: "Warte hier, ich spreche mit dem Kapitän". Kaum gesagt, verschwand er. Nach einiger Zeit kam Jan zusammen mit einem älteren dicklichen Herrn zurück. Der musterte Mikesch eindringlich. "Was kannst du? " Mikesch daraufhin spontan: "Mäuse fangen" Der kleine Dicke grinste: "Ok, dann kannst du bleiben, aber Du musst dir dein Futter verdienen. Ich bin Tony und der Kapitän an Bord. Was ich sage, ist zu tun. Wir stechen morgen in See. Jan wird Dir alles an Bord erklären. Und noch etwas,  ich dulde keinen Streit an Bord" und  zu Jan "zeige ihm bitte seine Koje"

Nachdem Mikesch seine Koje bezogen hatte, legte sich hinein und lies seine Gedanken kreisen. Mikesch war inzwischen kein kleiner Kater mehr, auch nicht mehr Naseweis; er war erwachsen geworden, aber noch wissbegieriger. Er nahm sich vor, künftig mehr darauf zu achten, wo er überhaupt ist. Man ist nie zu alt, noch etwas zu lernen. Mit diesem Gedanken schlief er ein. Irgendwann in der Nacht wurde er durch ein Gepolter wach. Nach und nach trudelten die anderen  Crewmitglieder von ihrem Landgang ein. Der ein oder andere hatte etwas über den Durst getrunken und stolperte lauthals singend die Treppen herunter. Einer nach dem anderen plumpste in seine Koje und bald hörte man aus allen Ecken Schnarchen. Manch einer redete auch im Schlaf. Kaum ging die Sonne auf, waren alle auf den Beinen. Mikesch hatte wegen den unbekannten Geräuschen fast kein Auge zu gemacht und sah reichlich verkatert aus. Der Rest der Mannschaft sah aus anderen Gründen ähnlich aus. 

Mikesch kroch aus der Koje. Da bemerkte er zum ersten Mal, dass er die Nacht über, in Jan seiner Koje war  pan seinen Füßen geschlafen hatte und unter der Bettdecke lag. Jetzt war ihm auch klar, warum es so mollig warm gewesen war

Mikesch trottete den anderen hinterher. So richtig munter war er noch nicht und so merkte er überhaupt nicht, auf welchem Weg und wohin er den Crewmitgliedern folgte.  Mit einem Mal stand er in der Crew-Messe, so wird der Aufenthalts- und Speiseraum auf einem Schiff genannt. Als er durch die Tür trat, kam ihm lautes Stimmengewirr entgegen, das aber sofort verstummte als man Mikesch bemerkte. Alles starrte ihn an, als käme er von einem anderen Stern. Der kleine Kater fühlte sich recht unwohl und kurz schoss ihm der Gedanke in den Kopf, ob er womöglich auf einem Piratenschiff angeheuert hat? ...



Fortsetzung folgt


Copyright Julietta Günther 










Samstag, 3. Dezember 2022

11 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis - Teil 11

 ... am nächsten Tag  wollten Fietje und Wuschel wieder auf große Fahrt. Dieses Mal würde nach vielen Jahren Mikesch mit auf das Schiff gehen. Nachmittags ging er an Minous Grab und hielt lange Zwiesprache mit ihr. Er wusste, dass er nicht bleiben konnte. Hier erinnerte ihn alles an Minou. Doch so schwer es ihm fiel, das Leben ging für ihn weiter und wenn man vorwärts gehen will, dann muss man die Vergangenheit vergangen sein lassen. Dies bedeutet aber nicht, dass man sie vergessen soll, nur darf sie nicht die Gegenwart und Zukunft bestimmen. Die Vergangenheit sind Erinnerungen, die man als seinen persönlichen Schatz hüten kann. Mikesch verabschiedete sich vom Ort, nicht von Minou. Er wusste ganz sicher, dass egal wo er auf der Welt ist, auch sie bei ihm sein wird. Die Spuren, die sie in seinem Leben hinterlassen hat, wird er für immer in sich tragen. Gemeinsame Erlebnisse, ihre Gedanken und wie sie ihn durch sich geprägt hat. Eher symbolisch nahm er eine Pfote voll Erde von ihrem Grab, packte sie in ein Beutelchen, den er von nun an immer bei sich tragen würde. 

Dann ging er zu Antje, Fietje, Sanne, Björn, Wuschel und Tornado. Gemeinsam aßen sie zu Abend, verbrachte ein paar letzte gemeinsame, gemütliche Stunden miteinander. Keiner sprach vom bevorstehenden Abschied, wenngleich auch etwas Wehmut zu spüren war.

Am frühen Morgen packte Mikesch sein kleines Bündel. Sie verabschiedeten sich fast wortlos, sehr innig voneinander, wissend dass sie einander vermutlich nie mehr sehen würden.

Auf dem Schiff gingen Wuschel und Fietje ihrer Arbeit nach, während Mikesch es sich auf dem Deck gemütlich machte. Mikesch hing tagelang seinen Gedanken nach, sinnierte darüber welches Leben er nun hinter sich gelassen hat und wusste nicht so richtig wo er hin sollte, erst recht nicht was ihn erwartete.

Sie dockten mehrmals an, nahmen Ladung auf uns fuhren weiter. Fietje und Wuschel dachten schon langsam, dass Mikesch wieder mit ihnen zurück fahren würden.

Eines Tages kamen sie an ihrem Zielort an. Es war ein riesiger Überseehafen. Von allen Herren Ländern lagen hier Frachter im Dock. Da wusste Mikesch, dass nun der Tag gekommen ist, dass er seine Reise fortsetzt.

Er verabschiedete sich von Fietje und Wuschel; bedankte sich ganz herzlich für die letzten Jahre, die er bei ihnen leben durfte; drückte beide feste und ging von Bord.


... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta Günther 



Freitag, 2. Dezember 2022

10 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis - Teil 10

 ... als Struppi mit Fietje wieder ihre nächste Tour fuhren, lebten Mikesch und Minou in der Familie. Sie waren reizend. Doch es war für Mikesch eine ganz neue Erfahrung. Er hatte ein Katzenkörbchen in dem er sich mit Minou einkuscheln konnte. Auch musste er lernen, dass er die Katzentoilette benutzte. Menschen sind manchmal seltsam. Denen reicht es nicht, einfach ein Loch in die weiche Erde zu graben und dort seine Notdurft zu verrichten. Nein, es musste eine weisse oder andersfarbige Schüssel sein, die nach Meer oder Veilchen  (hihi!) duftete. Dann setzten sie sich auf eine sogenannte Brille (wohl für Einäugige gedacht 😀). Warum in die manchmal Stacheldraht eingelassen war, blieb Mikesch ein Rätsel. Wenn die Menschen ihr Geschäft verrichtet hatten, drückten sie auf einen Knopf und wusch, ein Wasserstrahl spülte alles durch ein Loch. Was für ein Aufwand!

Mikesch gefiel das Spiel mit dem Wusch! Er machte einen Satz und wusch kam der Wasserstrahl. Irgendwann war ihm das Wasser nicht mehr genug. So probierte er es mit seiner Spielzeugmaus und - wusch weg war sie! Das ging solange gut, bis er für sein Spiel die Socken der Kinder dafür benutzte. Auch sie waren - wusch weg! Aber einige waren zu gross und wusch ... stand das Badezimmer unter Wasser...

Ab dem Zeitpunkt war für ihn das Badezimmer Tabuzone.

Doch Mikesch wurde es nie langweilig. Mal kletterte er die Vorhänge hoch, was auch nicht gut ankam. Ein anderes Mal sprang er in den Suppentopf vom Mittagessen.  Das roch besonders lecker. Gut, dass in seinem Fell einiges an Suppe hängenblieb, so hatten Minou und er noch etwas davon. Mit der Zeit lernte er, was er durfte und was nicht. Obendrein hatte er ja noch den grossen Garten und seine heissgeliebte Minou.

Das Highlight war das Essen. Das bekam er jeden Tag in einem glänzenden Schälchen serviert. Er fühlte sich wie König Mikesch. Wenn ihr jetzt glaubt, dass da fette Stadtmäuse drin lagen, täuscht ihr euch. Es gab Truthahn mit Gemüse in Gelee, Forellenfilet im eigenen juice, Kaninchen mit Trüffel und zum Nachtisch kleine gefüllte Kekse. Was für ein Leben! Mikesch wurde zum Feinschmecker, wunderte sich aber warum sich die Menschen hingegen mit Nudeln in Tomatensosse oder Kartoffelpuffer begnügten.

Er lebte einige Jahre bei der Familie, hatte inzwischen etwas zu viel Gewicht auf den Rippen. 

Vor ein paar Jahren musste er von Struppi Abschied nehmen. Hunde leben nicht so lange wie Katzen. Eines Tages kam Fietje nach Hause und erzählte, dass der alte Struppi ins Regenbogenland gegangen sei. Fietje hatte ein kleines quirreliges Bündel unter seiner Jacke und stellte den Welpen als Struppis Sohn Wuschel vor. Der sah fast wie Struppi aus, war aber noch fast ein Baby und ein reichlicher Rabauke, der ständig irgendwelchen Blödsinn machte, aber er war genauso herzlich wie Struppi und so wurden sie bald Freunde.

Mikesch genoss sein Luxusleben, doch das Allergrösste war seine Minou. Nachts ihr weiches Fell neben sich zu spüren und morgens beim Aufwachen in ihre strahlend blauen Augen zu schauen, war für ihn der Himmel auf Erden! Richtig Mist war aber, wenn sie im Frühjahr ihr Sommerfell bekam. Dann fluste sie wie ein alter  Flokati und Mikesch war über und über voll ihrer Haare ... aber er liebte sie ... und so akzeptierte er, dass er selber voller Haare wurde, dauert niesen musste und in seinen Fressen ständig Haare in der Suppe  waren. 

Minou und Mikesch wurden ein eingespieltes Team und schafften gemeinsam über manches Hindernis. 

Die Krönung war, das Minou  und er Eltern wurden. Drei kleine Miezen kuschelten sind irgendwann an Minou. Mikesch war fast ein wenig eifersüchtig. Als er aber sah, wie die Kleinen tapsig nach ihrer Mutter suchten war er schockverliebt. Mikesch konnte sich stundenlang neben den Katzenkorb liegen und zuschauen. Drei kleine Kätzchen. Da war Sternchen, die genauso ein weisses langen Fell hatte und ein paar Wochen später mit blauen Augen in die Welt blickte. Sie war ein ruhiger Charakter. Dann war da noch ein schwarzes Katerchen mit langem Fell. Sie nannten ihn Blacky. Ein gutmütiger Welpe, der am liebsten schlief. Und dann war doch noch Tornado, ein echter Draufgänger und Kämpfernatur. Wie der Name schon erahnen lässt  war er Hans Dampf in allen Gassen, ständig Blödsinn in Kopf und immer auf Achse. Er war ein richtiger Mischling, und sah aus, wie eine Mischung von allem. Das lange Haar der Mutter und das kurze vom Vater. Das Fell war schwarz weiss gefleckt. Ein Ohr war weiss das andere schwarz. Selbst bei der Felllänge ging es durcheinander. Der Rücken langhaarig, der Kopf kurzhaarig usw. Er sah eher aus wie gerupft. Besonders hübsch war er nicht, eigentlich eher hässlich. Während Sternchen und Blacky zu anderen Familien kamen, blieb Tornado. Ihn wollte keiner. Aber bei Antje, Fietje, Wuschel und den Kinder war es sowieso am Besten.

Eines Tages wurde Minou schwer krank. Antje brachte sie zu Tierarzt. Doch der machte ihr wenig Hoffnung. Traurig kam Antje mit Minou nach Hause. Tagelang bewachte Mikesch seine Minou. Eines Tages öffnete sie ihre blauen Augen und schaute ihn zärtlich an. "Mein Liebster" sagte sie, "sei nicht traurig, wir hatte so schöne Zeit miteinander. Doch meine Zeit ist gekommen, dass ich mich auf den Weg über den Regenbogen mache. Eines Tages sehen wir uns dort wieder. In der Zwischenzeit werde ich über dich wachen und immer bei dir sein, wenn du mich brauchst. Leg dich eine Weile neben mich"

Irgendwann bemerkte Mikesch, dass seine Minou ihn für immer verlassen hatte. Aber er wusste auch, dass sie dennoch immer bei ihm sein wird.

Antje und die Kinder begruben Minou unter dem Kirschbaum, den sie so mochte. Mikesch lag tagelang an ihrem Grab und schaute stundenlang ins Leere. Antje begann sich langsam Sorgen um Mikesch zu machen.

Als Fietje und Wuschel von der Fahrt zurück kamen, hatte Mikesch einen Entschluss gefasst. Seit Minou weg war, war sein Leben bei der Familie nicht mehr perfekt.  Er bat Fietje und Wuschel eine Weile mit ihnen mitfahren zu dürfen. Es war an der Zeit, dass er seine Reise fortsetzte.


... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta Günther 


Donnerstag, 1. Dezember 2022

9 - Mikesch - der kleine Kater Naseweis - Teil 9

 ... die gestrige Begegnung steckte ihm noch in den Knochen.  Mikesch entschloss sich, nach Norden zu wandern, dabei ertappte er sich immer wieder, dass er sich vorsichtig umschaute und bei jedem Schatten gen Himmel sah. Emilio Bussardo hatte ihm einen gewaltigen Schrecken eingejagt und noch eine Begegnung mit ihm wollte Mikesch vermeiden. 

Er wanderte immer weiter. Irgendwann kam er an einen grossen, breiten Fluss. Darauf schwammen seltsame Ungestüme mit kleinem Kopf und einer langen Schnauze. Mikesch hatte von Krokodilen gehört, die in Flüssen schwammen und dachte, das wäre eines. Doch dann sah er auf der Schnauze des Ungetüms einen kleinen Hund, eine Art Promenadenmischung, freudig hin und her rennen. Er winkte Mikesch mit der Pfote zu und rief "Ahoi, bist Du auf Wanderschaft? Komm rüber und leiste mir Gesellschaft. Du kannst mit uns ein Stück mitfahren. Alleine ist mir hier oft sehr langweilig"

Mikesch balancierte über die wackeligen Planken und mit einem eleganten Sprung sprang er über die Reling. "Herzlich willkommen in meinem einsamem Reich, nur mein Herrchen und ich leben hier ... na ja, vielleicht die ein oder andere Maus". Als Mikesch das Wort "Maus" hörte, begann sein Magen zu knurren. Der Hund lachte "komm Du kannst von meinem Fressen etwas haben. Ich heisse übrigens Struppi". Mikesch fand den Namen passend und er sagte: "und ich bin Mikesch." Und fragte: "Ist das hier ein Krokodil?" Struppi wusste erst nicht, was Mikesch meinte. Doch dann ging ihm ein Kronleuchter auf und er lachte: "sieht fast aus wie eines ... stimmt ... aber es ist ein Lastenschiff. Im Bauch transportieren wir alle möglichen Waren. Im Augenblick sind wir leer, das erkennt man daran, wie tief das Schiff im Wasser liegt. Wir fahren zum nächsten Hafen um Weizen zu laden"

Nachdem Mikesch gefuttert hatte, legten sich beide auf das Deck zum Sonnen. Da kam ein Mann zu ihnen. Mikesch wollte schon wegrennen, aber das war schwierig, da das Schiff inzwischen mitten im Fluss schwamm. Struppi sprang freudig an dem Mann hoch, der ihn zu kraulen begann. Struppi sagte: "brauchst keine Angst haben, das ist Fietje, mein Herrchen und bester Freund." Jetzt bemerkte Fietje Mikesch und meinte zu Struppi: "Toll jetzt hast Du Gesellschaft und er vertreibt uns die Mäuse."

So blieb Mikesch auf dem Kahn. Es ist schon bequem gefahren zu werden, anstatt sich die Pfoten wund zu kaufen.

Mikesch blieb einige Wochen auf dem Kahn. Struppi und er wurden richtige gute Freunde. Von wegen "Hund und Katz verträgt sich nicht".

Zuerst fuhren sie zum Hafen um Weizen zu laden. Dafür wurden die Ladeluken geöffnet, ein großer Rüssel schwang sich über die Öffnung und der Weizen rieselte hinein. Mikesch mochte den Geruch des Getreides. Hatte fast so etwas wie frisches Brot.

Sie fuhren tagsüber den Fluss abwärts Richtung Meer, am Abends machten sie Halt und dockten an. Struppi und er gingen dann auf Tour. Struppi hatte überall Freunde, Bekannte und auch einige hübsche Hundedamen. 

Bei ihren Landausflügen hatten die beiden einen Heidenspaß und erfuhren jede Menge Neuigkeiten. Die Häfen waren Treffpunkte der Weltenbummler. Aus aller Herren Länder kamen hier die Tiere und auch die Menschen zusammen. Sie erzählten von einem Taifun in der Karibik, von den Kamelen in der Wüste, warnten vor Löwen und vielem mehr. Ein Schlittenhund, den es irgendwie auf einen Kahn verschlagen hatte, berichtete von ewigen Eis. Dort wo er herkam ist die ganze Landschaft mit meterdicken Eis bedeckt. Grrr! Das behagte Mikesch nun garnicht. Er lag lieber hinter dem warmen Ofen. Eiskalte Pfoten und Eiskristalle im Fell waren so garnicht sein Ding. Da wollte er nicht hin.

Nicht nur an Land war das Leben aufregend, auch auf dem Kahn gab es reichlich Abwechslung. Hin und wieder mussten sie eine Schleuse passieren. Das fand Mikesch spannend. Das ganze Schiff samt Struppi, Fietje und ihm fuhr in eine große Kammer. Dann wurden hinter ihnen die Schotten dicht gemacht. Das erste Mal hatte Mikesch fürchterliche Angst. Meterhohe Wände und dann wurde mit dicken Wasserstrahl die Kammer geflutet. Mikesch dachte, sein letztes Stündlein hätte geschlagen und würde nun samt Struppi und Fietje ertrinken. Doch die beiden waren ganz entspannt. Und siehe da, etwas Wundersames geschah. Durch das Wasser und die Luft im Schiffsbauch wurde das Schiff, samt Struppi, Fietje und ihm mehrere Meter angehoben. Dann öffnete sich vor ihnen das Schott, sie waren mehrere Meter angehoben worden und konnten nun oben ihre Fahrt fortsetzen. Das war fast wie Treppensteigen.

Irgendwann waren sie an ihrem Ziel angekommen und der Weizen wurde ausgeladen. Man sagt dazu, dass sie Ladung gelöscht wurde. Wieder kam ein grosses Rüssel. Doch dieses Mal war er wie ein riesiger Staubsaugern und saugte den ganzen Weizen ein.

Es war der Heimathafen von Fietje und Struppi. Fietje hatte ein paar Tage Urlaub und so verließen sie das Schiff und gingen zu ihm nach Hause. Dort warteten  bereits seine Frau Antje und die beiden Kinder Sanne und Björn auf die Fietje und Struppi. Mikesch wurde gleich in die Familie aufgenommen. Es gefiel Mikesch, aber er musste sich erst wieder daran gewöhnen, dass der Boden nicht mehr schwankte und vom Motor vibrierte.

Die Kinder bastelte ihm Spielzeug und er tobte mit ihnen und Struppi durch den Garten.

Nach ein paar Tagen mussten Fietje und Struppi wieder zur Arbeit. Die nächste Fuhre wartete. Mikesch verabschiedete sich schweren Katzenherzens von ihnen und fragte, ob er noch eine Weile bei der Familie bleiben dürfe. Nicht ganz ohne Hintergedanken. Mikesch war unheimlich verknallt in eine kleine Katzendame mit wunderschönen blauen Augen und schneeweißen langen Fell. Die kleine Minou ging ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf. Sie war ein Streuner, nachdem ihr Besitzer starb, hatte man sie einfach vergessen. Manchmal schaute sie recht traurig und melancholisch aus ihrem blauen Augen. Mikesch versuchte immer die zum Lachen zu bringen.

Fietje und Struppi machten sich auf die Reise. Mikesch fühlte sich im siebten Himmel und war überglücklich als auch Minou bei Antje und den Kindern ein zu Hause fand.

.... Fortsetzung folgt ...


Copyright Julietta  Günther