Die letzten Tage hat hier massiv der Herbst Einzug gehalten und wie es für den Oktober typisch ist, ging das einher mit jede Menge Regen. So erfreuen :-( wir uns eines nasskalten Wetters, kratzendem Hals und schniefender Nase. Selbst den Tieren setzt das Auf und Ab der Temperaturen zu. Einen Tag noch 25 Grad, dann nur noch 8 Grad, nachts gehen die Temperaturen noch weiter runter und ein paar Tage später wieder über 20 Grad. Die Katzen weigern sich aus dem Haus zu gehen und sind schneller wieder drin, als wir die Tür schliessen können. Selbst unser Hundebär hat es sich vor dem Ofen bequem gemacht, dabei hat gerade er einen Pelz, der im Laufe des Winters so dicht wird, dass ich kaum noch mit einer Bürste durchkomme, geschweige denn, dass man seine Haut sehen könnte - ein grosser Teddy-Hundebär eben...
Die einzigen, die sich wohl gestern über das Mistwetter gefreut haben, waren unsere Gangster. Am Abend zuvor hatten wir zusätzlich zu Starkregen auch noch böigen Wind. Dabei fiel draussen bei dem mitgebrachten Bauholz eine grosse Holz-Arbeitspatte um. Beim Rumtoben haben unsere Junghunde entdeckt, wie toll sich da Toben lässt. Die Platte stand ca. 45 Grad Winkel auf einer Seite hoch. Unser Hunde rannten um die Tanne herum, sprangen auf den erhöhten Teil der Platte und rutschten mit ihren nassen Pfoten auf allen Vieren hinunter. Das ging fast eine halbe Stunde so und sie hörten erst auf, als sie bemerkten, dass ich sie beobachtete und Tränen lachte.
Gestern kam der Tierarzt vorbei. Die Schafe bekamen eine staatliche angeordnete Vorsorgeimpfung. Im Umkreis ist die Blaue Zungenkrankheit ausgebrochen. Auch so eine Krankheit, wie auch der Herzwurm beim Hobby, die durch die Stechmücken hier eingeschleppt wurden. Sie kommt aus Afrika und kann ebenso tödlich enden. Die Schafe wurden zum 2. Mal geimpft. Der Logik, warum allerdings die Ziegen nicht auch geimpft wurden, konnte ich nicht folgen. Auch bliebt mir unklar, warum nur bei einem Schaf Blutproben genommen wurden. Ob die infizierte Stechmücke weiss, dass sie auch die anderen Schafe stechen muss, damit die Blutprobe bei einem willkürlich ausgewählten Schaf ein repräsentatives Ergebnis zeigt ? Na ja, ich bin nicht Tierarzt. Für mich hat die Impferei jedoch noch ein weniger tolles Nachspiel. Scheinbar habe ich mir gestern beim Fassen der Schafe, einen Muskel im Oberarm gezerrt und bin heute wie eine einarmige Minna unterwegs. Blöderweise schränkt das meine Bewegungsfähigkeit beim Füttern der Tiere ziemlich ein.
copyright Julietta Günther
Lasst Euch entführen, in die Welt meiner Fantasie mit zauberhafte Tier- und Kindergeschichten, Erzählungen aus dem Alltag - mal amüsant, mal nachdenklich, auch mal kritisch. Taucht ein, in die bunte Welt meiner Bilder und Kollagen. - Ein Schmunzeln, ein Lachen oder auch strahlende Kinderaugen, wenn ihr ihnen etwas aus meinem Blog vorlest, das wünsche ich Euch. Aus gegebenen Anlass mache ich darauf aufmerksam, auch die Bilder dem Urheberrecht. Für mobilphone bitte auf web-version umstellen
Mittwoch, 14. Oktober 2015
Mittwoch, 7. Oktober 2015
"Unsere kleine Farm" - 2015-10-08
Heute morgen habe ich festgestellt, das einer unserer Kirschbäume angefangen hat zu blühen. Verrückte Natur ! Auch hier ist Herbst ! - Doch auch schon vergangenes Jahr blühten nach einer extremen Trockenheit im Herbst alle unsere Apfelbäume. Und vor ein paar Jahren habe ich eine besondere Laune der Natur gesehen: da stand ein Kastanienbaum in voller Blüte mit seinen Blütenkerzen und ein paar Blätter weiter hingen die reifen Kastanien. Gesauso wie man es bei den Zitrusbäumen beobachten kann, dort hängen auch die Blüten, unreife und reife Früchte nebeneinander. Wir haben hier zum einen im Sommer mediteranes Klima, doch im Winter hingegen bekommen wir das Wetter aus Sibirien. Dadurch haben wir trockene, heisse Sommer und trockene, klirrendkalte Winter. Auch fallen bei uns meistens eher der Frühling und der Herbst aus.Vielmehr haben wir oft krasse Übergänge von Spätsommer in den Winter. So kann es durchaus sein, dass wir im Mitte November noch 25 Grad haben und ein paar Tage später liegen die Temperaturen bei minus 20 Grad. Auch im Frühling ist der Wechsel von Winter zu Frühsommer oft so schnell, dass oft die Schneeglöckchen und Primeln, neben Tulpen und Narzissen blühen. Im Frühling explodiert die Natur regelrecht und ist ist jedes Mal ein beeindruckendes Schauspiel. - Mehr als ein Jahr pendelte ich alle zwei Wochen nach Deutschland. In dieser Zeit war dieses Naturschauspiel besonders beeindruckend zu beobachten. Alle zwei Wochen wechselten die Strassenränder ihre Farben, mal war alles in rosa getauscht (von den japanischen Kirschen), dann war alles in gelb (Forsythien), dann wechselte sich weiss und gelb ab (Akazien) und dann war alles in lila und gelb getaucht (Flieder und Raps). Es faszinierte mich auf jeder Fahrt die Natur zu betrachten und insbesonders die Gegenden, in denen die Natur noch nahezu unberührt ist, waren schlichtweg der Wahnsinn! Beeindruckend, welche Kraft und Energie dahinter steckt! -
Nun wieder zurück von Frühlingsträumen auf unsere kleine Farm im Herbst. Langsam geht die Erntesaisonerbst zu Ende. Noch hängen die Äpfel und die Quitten, aber alles andere ist inzwischen verarbeitet. Dieses Jahr habe ich mit 200 Kilo Tomaten, die ich eingemacht, getrocknet, zu Ketchup, Saft und Sauce erarbeitet habe, meinen Rekord getoppt. Heute habe ich noch rund 10 Kilo grüne Tomaten zu verarbeiten. Teilweise werden sie eingelegt, aber auch zu Marmelade verarbeitet. Das habe ich zum ersten Mal auf dem Programm. Mal sehen wie das wird. Mein besonderes Steckenpferd ist unser Bioobst und -gemüse zu Spezialitäten zu verarbeiten. So habe ich u.a. besondere Essigsorten im Angebot wie Kirsch- , Pflaumen, Aprikosenweinessig, aber auch Gewürzsalze, Gewürzzucker. Marmeladen, Ketchupsorten, wie auch Steinpilzketchup und Senfsorten, wie z.bsp der Bärlauchsenf. Es macht mir Spass immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Doch meine besondere Leidenschaft gilt dem Essig und den Likör. - Auch ein Teil meiner "Kreativen Werkstatt" -
Jetzt noch etwas anderes: Habt Ihr schon einmal weisse Hasen mit blauen Schnauzen und blauen Zungen gesehen ?!? - Ich ja ! - nämlich heute ! - Des Rätsels Lösung: ich habe heute die Trauben abgenommen und die Stiele der blauen Trauben u.a. den Hasen zum Fressen gegeben. So sind nicht nur meine Hände tagelang blauschwarz, sondern auch die Hasenschnauzen :-)
copright Julietta Günther
Nun wieder zurück von Frühlingsträumen auf unsere kleine Farm im Herbst. Langsam geht die Erntesaisonerbst zu Ende. Noch hängen die Äpfel und die Quitten, aber alles andere ist inzwischen verarbeitet. Dieses Jahr habe ich mit 200 Kilo Tomaten, die ich eingemacht, getrocknet, zu Ketchup, Saft und Sauce erarbeitet habe, meinen Rekord getoppt. Heute habe ich noch rund 10 Kilo grüne Tomaten zu verarbeiten. Teilweise werden sie eingelegt, aber auch zu Marmelade verarbeitet. Das habe ich zum ersten Mal auf dem Programm. Mal sehen wie das wird. Mein besonderes Steckenpferd ist unser Bioobst und -gemüse zu Spezialitäten zu verarbeiten. So habe ich u.a. besondere Essigsorten im Angebot wie Kirsch- , Pflaumen, Aprikosenweinessig, aber auch Gewürzsalze, Gewürzzucker. Marmeladen, Ketchupsorten, wie auch Steinpilzketchup und Senfsorten, wie z.bsp der Bärlauchsenf. Es macht mir Spass immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Doch meine besondere Leidenschaft gilt dem Essig und den Likör. - Auch ein Teil meiner "Kreativen Werkstatt" -
Jetzt noch etwas anderes: Habt Ihr schon einmal weisse Hasen mit blauen Schnauzen und blauen Zungen gesehen ?!? - Ich ja ! - nämlich heute ! - Des Rätsels Lösung: ich habe heute die Trauben abgenommen und die Stiele der blauen Trauben u.a. den Hasen zum Fressen gegeben. So sind nicht nur meine Hände tagelang blauschwarz, sondern auch die Hasenschnauzen :-)
copright Julietta Günther
"Unsere kleine Farm" - 2015-10-07
Wer keine Arbeit hat, der schafft sich Junghunde an oder ausgewachsenen Hunde mit eigenem Dickkopf oder am Besten beides, dann kommt mit Sicherheit keine Langeweile auf. ;-)) Wir haben beides ! Nicht nur, dass unsere Junghunde "Ganster" uns immer wieder beschäftigen. Sie brauchen natürlich auch Erziehung. Dies alleine braucht schon einiges an Zeit und Geduld. Die älteren brauchen auch ihre Beschäftigung, Erziehung und Führung. Dabei ist es auch noch wichtig, dass man sich mit den unterschiedlichen Wesen der Hunde auseinander setzt. Der eine kann nicht springen, der andere dafür umso höher. Der eine ist strohdoof, der andere hingegen total intelligent und obendrein noch raffiniert. Bei einem ist Erziehung hoffnungslos: ein Ohr rein, das andere wieder heraus: da halfen selbst jede Menge Salami nichts: der Hund kann bis heute noch nicht "platz machen" - der bleibt stur sitzen, selbst wenn alle um ihn herum bereit flach fliegen und ihnen die Lefzen von der Salami zabbern. Frei nach Wilhelm Busch " Nein Platz machen tue ich nicht, ich mache nicht Platz ! - aber die Salami fresse ich doch !" ;-)
Aber nun zurück zur Arbeit, die unerwartet einen ereilt, wenn man Hunde im Haus hat. Vor ein paar Tagen haben mir unsere Ganster eine besondere Überraschung bereitet. Diese Rabauken haben es geschafft, die 240 l volle Mülltonne umzukippen. Doch damit nicht genug: sie haben den kompletten Inhalt im gesamten Garten verteilt, aber nicht ohne alles in ca. 5x5 cm grosse Teile zu zerfleddern. Ich war gefühlte Stunden zugange, die Müllfetzen wieder einzusammeln und musste feststellen, dass Müll aufsammeln alles andere als eine angenehme Arbeit ist :-( igitt !! Allerdings tauchen aus irgendeinem nicht erfindlichen Grund auch heute noch immer wieder irgendwelche Fetzen auf. Vielleicht hatten sie sie eingegraben wie einen Knochen als Reserve für beschäfigungslose Zeiten. Mich jedenfalls hält diese Form der Bewegungsterapie auf Trab, insbesondere, wenn einer der Ganster mit einer ihrer Beutestücke in der Schnauze davon rennt und ich hinterher jage. Frauchen jagt Hund, oder besser gesagt Müll ;-)
Manchmal schafft man sich aber auch durch die eigene Unaufmerksamkeit zusätzliche Arbeit. - Wir haben einen Foxterrier namens Jojo, der uns zugelaufen ist. Den Namen hat er nicht ohne Grund. Er ist ein Foxterrier und wie eben solche, verfügt er über einen schier unerschöpflichen Bewegungsdrang. Der kleine Hund schafft es ohne Unterlass, eine Stunde wie ein Bekloppter im Garten herum zu rasen oder aber eine halbe Stunde wie ein Jojo auf und ab zu springen. Meistens sind wir eher ko als dieses Energiebündel. Normalerweise hätten wir uns keinen Jagdhund angeschafft. Es wäre mit Sicherheit wegen unseren Hühnern, Enten, Gänsen und anderen Tieren nicht die richtige Wahl gewesen. Ein Foxi ist nun einmal ein Hund mit einem ausgeprägten Jagdinstinkt und mehrerer dieser Hunde schaffen es, ein Wildschwein zu erlegen. Obendrein hat er einen kamikaze ähnlichen Mut, mit dem er auch schon mehrfach losgestürmt ist und Streit zwischen unseren grossen Hunden schlichten wollte. Dies hat ihm mittlerweile einige Blessuren und die Feindschaft zu allen unseren Rudelführern eingebracht. Jojo ist schon reichlich doof! Auf der einen Seite ist er ein grosser Schisshase, aber auf der anderen stürmt er ins Getümmel, wenn die Grossen sich streiten. - Aber der kleine Kerl hat auch ein grosses Herz und so kümmert er sich, wider Erwarten rührend um unsere Katzen, schläft sogar Seite an Seite mit ihnen. Auch mit den anderen Tieren, mit Ausnahme der grossen Hunde, klappt es erstaunlicher Weise ohne Probleme. (Bis auf das, dass er einmal unsere Schafherde in den Nachbarort gehezt hat und wir die Schafe teilweise nach Hause tragen mussten, weil sie so erschöpft waren ... - man gönnt sich ja sonst nichts ;-) ) Nachdem bei uns immer wieder irgendwelche Tiere stranden, blieb also auch Jojo bei uns. Doch mit seinem Dickschädel und erheblicher Eifersucht ist sein Erziehungsstand noch ziemlich weit in den Kinderschuhen, zumal er die ersten Monate mehr oder minder als Streuner unterwegs war und die Gesetze der Strasse gelernt hat. Doch jetzt wieder zurück zum Eigentlichen. Heute musste ich Jojo kurzseitig einsperren, doch ich hatte nicht daran gedacht, dass in dem gleichen Raum auch ein voller 15 kg Sack Hundetrockenfutter stand. Seinen Frust hat Jojo dann an dem Sack ausgelassen ! Als ich Jojo wieder raus lassen wollte, traf mich fast der Schlag. Der grosse Sack in lauter kleine Schnipsel zerfezt und die Hundetaps grosszügig verteilt. ... eine halbe Stunde Arbeit und ein kleiner Hund, der mich mit einem Ausdruck ansah, als wolle er sagen wie " das haste nun davon !"
copyright Julietta Guenther
Aber nun zurück zur Arbeit, die unerwartet einen ereilt, wenn man Hunde im Haus hat. Vor ein paar Tagen haben mir unsere Ganster eine besondere Überraschung bereitet. Diese Rabauken haben es geschafft, die 240 l volle Mülltonne umzukippen. Doch damit nicht genug: sie haben den kompletten Inhalt im gesamten Garten verteilt, aber nicht ohne alles in ca. 5x5 cm grosse Teile zu zerfleddern. Ich war gefühlte Stunden zugange, die Müllfetzen wieder einzusammeln und musste feststellen, dass Müll aufsammeln alles andere als eine angenehme Arbeit ist :-( igitt !! Allerdings tauchen aus irgendeinem nicht erfindlichen Grund auch heute noch immer wieder irgendwelche Fetzen auf. Vielleicht hatten sie sie eingegraben wie einen Knochen als Reserve für beschäfigungslose Zeiten. Mich jedenfalls hält diese Form der Bewegungsterapie auf Trab, insbesondere, wenn einer der Ganster mit einer ihrer Beutestücke in der Schnauze davon rennt und ich hinterher jage. Frauchen jagt Hund, oder besser gesagt Müll ;-)
Manchmal schafft man sich aber auch durch die eigene Unaufmerksamkeit zusätzliche Arbeit. - Wir haben einen Foxterrier namens Jojo, der uns zugelaufen ist. Den Namen hat er nicht ohne Grund. Er ist ein Foxterrier und wie eben solche, verfügt er über einen schier unerschöpflichen Bewegungsdrang. Der kleine Hund schafft es ohne Unterlass, eine Stunde wie ein Bekloppter im Garten herum zu rasen oder aber eine halbe Stunde wie ein Jojo auf und ab zu springen. Meistens sind wir eher ko als dieses Energiebündel. Normalerweise hätten wir uns keinen Jagdhund angeschafft. Es wäre mit Sicherheit wegen unseren Hühnern, Enten, Gänsen und anderen Tieren nicht die richtige Wahl gewesen. Ein Foxi ist nun einmal ein Hund mit einem ausgeprägten Jagdinstinkt und mehrerer dieser Hunde schaffen es, ein Wildschwein zu erlegen. Obendrein hat er einen kamikaze ähnlichen Mut, mit dem er auch schon mehrfach losgestürmt ist und Streit zwischen unseren grossen Hunden schlichten wollte. Dies hat ihm mittlerweile einige Blessuren und die Feindschaft zu allen unseren Rudelführern eingebracht. Jojo ist schon reichlich doof! Auf der einen Seite ist er ein grosser Schisshase, aber auf der anderen stürmt er ins Getümmel, wenn die Grossen sich streiten. - Aber der kleine Kerl hat auch ein grosses Herz und so kümmert er sich, wider Erwarten rührend um unsere Katzen, schläft sogar Seite an Seite mit ihnen. Auch mit den anderen Tieren, mit Ausnahme der grossen Hunde, klappt es erstaunlicher Weise ohne Probleme. (Bis auf das, dass er einmal unsere Schafherde in den Nachbarort gehezt hat und wir die Schafe teilweise nach Hause tragen mussten, weil sie so erschöpft waren ... - man gönnt sich ja sonst nichts ;-) ) Nachdem bei uns immer wieder irgendwelche Tiere stranden, blieb also auch Jojo bei uns. Doch mit seinem Dickschädel und erheblicher Eifersucht ist sein Erziehungsstand noch ziemlich weit in den Kinderschuhen, zumal er die ersten Monate mehr oder minder als Streuner unterwegs war und die Gesetze der Strasse gelernt hat. Doch jetzt wieder zurück zum Eigentlichen. Heute musste ich Jojo kurzseitig einsperren, doch ich hatte nicht daran gedacht, dass in dem gleichen Raum auch ein voller 15 kg Sack Hundetrockenfutter stand. Seinen Frust hat Jojo dann an dem Sack ausgelassen ! Als ich Jojo wieder raus lassen wollte, traf mich fast der Schlag. Der grosse Sack in lauter kleine Schnipsel zerfezt und die Hundetaps grosszügig verteilt. ... eine halbe Stunde Arbeit und ein kleiner Hund, der mich mit einem Ausdruck ansah, als wolle er sagen wie " das haste nun davon !"
copyright Julietta Guenther
Dienstag, 6. Oktober 2015
"Unsere kleine Farm" - 2015-10-06
Wir haben ein kleines Zicklein, das mich ganz kirre macht. Es kommt aus einer Handaufzucht und es war von Anbeginn schwierig, sie in die Gruppe zu integrieren. Auch hat es ein paar Tage gedauert, dass sie sich selber Futter suchte. Das klappt inzwischen, ABER: das Tier ist so anhänglich wie ein Hund. Wenn sie nur meine Stimme hört, dann steht sie am Zaun und blöckt, während die anderen fressen. Wenn ich dann weggehen, muss ich aufpassen, dass sie nicht irgendein Loch im Zaun findet und mir hinterher läuft. Trotz vieler Bemühungen ist mir noch nicht klar, wo sie immer wieder ausbüchsen kann. Richtig schlimm wurde es, nachdem sie wieder einmal ausgebüchst war und die "Ganster" versuchten sie wieder in ihr Gehege zurück zutreiben. Die Junghunde waren dabei etwas zu übereifrig und gingen nicht gerade zimperlich mit der Ziege um. Dies hatte zur Folge, dass ihr eines Hinterbein Blessuren davor getragen hatte. Bis das Zicklein wieder geheilt war, wurde sie temporär getrennt von den anderen gehalten. Jetzt rennt sie erst recht hinter mir her und wenn ich abends die Schafe und Ziegen in den Stall treibe, braucht sie mit Sicherheit eine Extraauffoderung oder ich muss sie gar in den Stall tragen. Hoffentlich wächst sich das bald aus!
Wir haben überhaupt seltsame Tiere. In unserer Nachbarschaft haben alle die gleiche Art Zäune, doch im Gegensatz zu deren Tieren, haben wir immer Ausreisser dabei. Eine Zeitlang haben uns die Schweine beschäftigt. Die waren ständig auf Achse und es hiess nicht nur einmal morgens um vier Uhr "Schnell raus aus dem Bett, die Schweine stehen auf der Kreisstrasse". Auch kam es schon vor, dass wir unsere Schafe aus dem Nachbarort zurückholen mussten. Einmal konnte ich beobachten, wie die Schweine aus dem Gehege gekommen sind. 100 Kilo Schwein legte sich flach auf den Bauch, kroch an den Zaun und schwabbelte unter den Zaun durch - Bauch rechts, Bauch links - Hintern rechts, Hintern links - nur schade, dass ich da keine Videokamera zur Hand hatte! - Es war zum Brüllen lustig - nur musste ich dann wieder den Schweinen hinterher laufen ... aber mit einem Eimer Mais in der Hand liefen sie mir wie die Hunde hinterher in ihren Stall zurück ... doch dies Mal nicht unter dem Zaun durch ! Die Viecher sind ja verflixt schlau: binnen kürzester Zeit hatten sie heraus bekommen, wo unser Gartentor war und dann warteten sie dort darauf, dass man sie einliess.
Verrückt war auch die Geschichte mit einem unserer ersten Schafe. Das Vieh ist vor den Hunden ausgerückt und über den Gehegezaun gesprungen. Es hatte sich dann der Gruppe des Nachbarn angeschlossen, der darüber nicht sehr erfreut war, da unser Schaf seine Herde immer wieder zu Exkusionen animiert hat. Wir wollten schliesslich auch unser Muttertier zurück haben und was dann begann war eine besondere Story. Erst versuchten wir das Vieh mit sechs Mann einzufangen, was darin gipfelte, dass zwei davon der Länge nach im Mist landeten und unser Schaf auf und davon in den Wald stürmte. Es kam aber jeden Abend wieder in das Nachbargehege zurück. Nachdem auch der zweite Versuch scheiterte, kam uns die Idee mit dem Tierarzt. Der kam auch mit einem Betäubungsgewähr bewaffnet, doch kaum sah das Vieh ihn - auf und davon. Dann probierten wir es mit einem Jäger. Kaum war das Tier in Schussnähe - auf und davon. Hier gaben wir nach dem dritten Versuch auf. Der Nachbar wollte nun erst recht nicht uns das Tier abkaufen! Dann kamen wir auf die Idee, dort einen extra Pferch zu erstellen, die Tiere hineinzutreiben und unser Schaf zu fangen. Gesagt, getan, 25 m Zaun aufgestellt, Tiere reingetrieben, unser Schaf fangen wollen, Zaun nieder gerissen - auf und davon ! Irgendwann gelang es, das Tier zu fangen, jetzt hiess es aber, es auch nach Hause zu transportieren. - Es bekam ein Hundehalsband um und wurde an der Hundleine heimgeführt. Ich stand auf der Terasse, schon lange bevor ich die Karavana aus 5 Männer und einem Schaf sah, hörte ich sie. " Nein nicht hier lang- hierher!" -"Komm endlich, du blödes Viech" - "Schieb doch mal, vielleicht bewegt es sich dann von der Stelle" - "Geh mal einen Eimer Mais holen, vielleicht klappt es dann" - usw.... Ich stand eine geschlagene halbe Stunde auf der Terasse und lachte Tränen beim Hören dieses Schauspieles. ... Und erst recht war es mit meiner Fassung vorbei, als ich die Gruppe sah: allein voran ging friedlich ein sichtlich zufriedenes Schaf in seinen Stall und dahinter kamen 5 totel verschwitzte Männer mit hochrotem Kopf, Heu in den Haaren und mit komplett verdreckter Kleidung. - Na das kühle Bier hatten sie sich redlich verdient ! ;-)
Die letzten Wochen hat mich Frieda beschäftigt, das einzige Schwein, das bei uns je einen Namen bekam. Frieda ist auch so eine Ausreiserkönigin. Sie schaffte es, alle halbe Stunde irgendwie aus ihren Stall zu kommen und ich musste sie wieder zurück treiben, oft auch mit Hilfe unseren Border Collies. Die Sau brachte mich schier zur Verzeiflung. An sich wäre ihr Freigang ja nicht so schlimm gewesen, doch sie grub das Gehege der Schafe um und was viel schlimmer war, sie hatte es auf das kleine, schwarze Schaf abgesehen und biss es ständig in das Hinterbein. Manchmal merkte ich garnicht sofort, dass Frieda sich wieder einmal Freigang gewährt hatte, da sie sich farblich nicht von den Schafen unterschied. Lange kam ich nicht dahinter, wie Frieda überhaupt aus ihrem Stall kam, bis ich sie eines Tages zufällig beobachten konnte: Sie kletterte die Verstrebungen ihres Stalles wie an einer Leiter hoch, um dann in 1,80 m Höhe über die Absperrung zu klettern. Irgendwann hatte aber auch Frieda gemerkt, dass es sinnvoller im Stall zu bleiben, denn wer im Stall blieb, der bekam etwas Leckeres und - Schwein ist ja nicht doof, sondern sehr schlau!
... und die Liste liesse sich um so viele Tiere verlängern, so z. Bsp.
- da ist der Hase, der ständig ausbüchste und dem Hund hinterher lief,
- die Gänse, die in den Wald liefen. Leider war darauf hin die Hälfte der Gruppe auf nimmer Wiedersehen verschwunden.
- unsere Junghunde, die beim Nachbarn die Schuhe von der Terasse geklaut haben und stolz wie Oskar mit ihren Trophäen in den Schnauzen zurück kamen.
- die Ziegen, die mit einem Mal auf der Obstbaumwiese standen und Äpfel pflückten.
.... und wer denkt, dass dies an maroden Zäunen liegt, der täuscht sich. Selbst frischgezogenen neue Zäune, können unsere Aussreisser nicht wirklich halten. ... und warum sie, trotz grossen Freilauf lieber ausserhalb vom Zaun sind, bleibt uns ein Rätsel ???
copyright Julietta Guenther
Wir haben überhaupt seltsame Tiere. In unserer Nachbarschaft haben alle die gleiche Art Zäune, doch im Gegensatz zu deren Tieren, haben wir immer Ausreisser dabei. Eine Zeitlang haben uns die Schweine beschäftigt. Die waren ständig auf Achse und es hiess nicht nur einmal morgens um vier Uhr "Schnell raus aus dem Bett, die Schweine stehen auf der Kreisstrasse". Auch kam es schon vor, dass wir unsere Schafe aus dem Nachbarort zurückholen mussten. Einmal konnte ich beobachten, wie die Schweine aus dem Gehege gekommen sind. 100 Kilo Schwein legte sich flach auf den Bauch, kroch an den Zaun und schwabbelte unter den Zaun durch - Bauch rechts, Bauch links - Hintern rechts, Hintern links - nur schade, dass ich da keine Videokamera zur Hand hatte! - Es war zum Brüllen lustig - nur musste ich dann wieder den Schweinen hinterher laufen ... aber mit einem Eimer Mais in der Hand liefen sie mir wie die Hunde hinterher in ihren Stall zurück ... doch dies Mal nicht unter dem Zaun durch ! Die Viecher sind ja verflixt schlau: binnen kürzester Zeit hatten sie heraus bekommen, wo unser Gartentor war und dann warteten sie dort darauf, dass man sie einliess.
Verrückt war auch die Geschichte mit einem unserer ersten Schafe. Das Vieh ist vor den Hunden ausgerückt und über den Gehegezaun gesprungen. Es hatte sich dann der Gruppe des Nachbarn angeschlossen, der darüber nicht sehr erfreut war, da unser Schaf seine Herde immer wieder zu Exkusionen animiert hat. Wir wollten schliesslich auch unser Muttertier zurück haben und was dann begann war eine besondere Story. Erst versuchten wir das Vieh mit sechs Mann einzufangen, was darin gipfelte, dass zwei davon der Länge nach im Mist landeten und unser Schaf auf und davon in den Wald stürmte. Es kam aber jeden Abend wieder in das Nachbargehege zurück. Nachdem auch der zweite Versuch scheiterte, kam uns die Idee mit dem Tierarzt. Der kam auch mit einem Betäubungsgewähr bewaffnet, doch kaum sah das Vieh ihn - auf und davon. Dann probierten wir es mit einem Jäger. Kaum war das Tier in Schussnähe - auf und davon. Hier gaben wir nach dem dritten Versuch auf. Der Nachbar wollte nun erst recht nicht uns das Tier abkaufen! Dann kamen wir auf die Idee, dort einen extra Pferch zu erstellen, die Tiere hineinzutreiben und unser Schaf zu fangen. Gesagt, getan, 25 m Zaun aufgestellt, Tiere reingetrieben, unser Schaf fangen wollen, Zaun nieder gerissen - auf und davon ! Irgendwann gelang es, das Tier zu fangen, jetzt hiess es aber, es auch nach Hause zu transportieren. - Es bekam ein Hundehalsband um und wurde an der Hundleine heimgeführt. Ich stand auf der Terasse, schon lange bevor ich die Karavana aus 5 Männer und einem Schaf sah, hörte ich sie. " Nein nicht hier lang- hierher!" -"Komm endlich, du blödes Viech" - "Schieb doch mal, vielleicht bewegt es sich dann von der Stelle" - "Geh mal einen Eimer Mais holen, vielleicht klappt es dann" - usw.... Ich stand eine geschlagene halbe Stunde auf der Terasse und lachte Tränen beim Hören dieses Schauspieles. ... Und erst recht war es mit meiner Fassung vorbei, als ich die Gruppe sah: allein voran ging friedlich ein sichtlich zufriedenes Schaf in seinen Stall und dahinter kamen 5 totel verschwitzte Männer mit hochrotem Kopf, Heu in den Haaren und mit komplett verdreckter Kleidung. - Na das kühle Bier hatten sie sich redlich verdient ! ;-)
Die letzten Wochen hat mich Frieda beschäftigt, das einzige Schwein, das bei uns je einen Namen bekam. Frieda ist auch so eine Ausreiserkönigin. Sie schaffte es, alle halbe Stunde irgendwie aus ihren Stall zu kommen und ich musste sie wieder zurück treiben, oft auch mit Hilfe unseren Border Collies. Die Sau brachte mich schier zur Verzeiflung. An sich wäre ihr Freigang ja nicht so schlimm gewesen, doch sie grub das Gehege der Schafe um und was viel schlimmer war, sie hatte es auf das kleine, schwarze Schaf abgesehen und biss es ständig in das Hinterbein. Manchmal merkte ich garnicht sofort, dass Frieda sich wieder einmal Freigang gewährt hatte, da sie sich farblich nicht von den Schafen unterschied. Lange kam ich nicht dahinter, wie Frieda überhaupt aus ihrem Stall kam, bis ich sie eines Tages zufällig beobachten konnte: Sie kletterte die Verstrebungen ihres Stalles wie an einer Leiter hoch, um dann in 1,80 m Höhe über die Absperrung zu klettern. Irgendwann hatte aber auch Frieda gemerkt, dass es sinnvoller im Stall zu bleiben, denn wer im Stall blieb, der bekam etwas Leckeres und - Schwein ist ja nicht doof, sondern sehr schlau!
| Frieda steht auf der linken Seite vor den Schafen |
... und die Liste liesse sich um so viele Tiere verlängern, so z. Bsp.
- da ist der Hase, der ständig ausbüchste und dem Hund hinterher lief,
- die Gänse, die in den Wald liefen. Leider war darauf hin die Hälfte der Gruppe auf nimmer Wiedersehen verschwunden.
- unsere Junghunde, die beim Nachbarn die Schuhe von der Terasse geklaut haben und stolz wie Oskar mit ihren Trophäen in den Schnauzen zurück kamen.
- die Ziegen, die mit einem Mal auf der Obstbaumwiese standen und Äpfel pflückten.
.... und wer denkt, dass dies an maroden Zäunen liegt, der täuscht sich. Selbst frischgezogenen neue Zäune, können unsere Aussreisser nicht wirklich halten. ... und warum sie, trotz grossen Freilauf lieber ausserhalb vom Zaun sind, bleibt uns ein Rätsel ???
copyright Julietta Guenther
Montag, 5. Oktober 2015
"Unsere kleine Farm" - 2015-10-05
Heute ist Schmatzfest für unsere Viecher ! Gestern wurde unser Maisfeld abgeerntet. Es ist nur ein kleines Feld von ca. 1,5 Ha und da wir keinen Silo haben, mussten wir den Mais manuell in Säcke verpacken. Wir hatten dabei noch das "Glück", dass der Bauer, der für uns das Feld in Lohnarbeit erntet, unser Feld am Ende seiner Tour eingeplant hatte. Dies hatte wiederum zur Folge, dass es schon dunkel wurde, als er begann zu ernten und wir dann schliesslich im Dunkeln unseren Mais einsacken mussten. Nun war Eile geboten, da sich zu allem auch noch ein Gewitter ankündigte. Wir waren gerade fertig, als ein kräftiger Gewitterguss hernieder ging. So war es auch nicht sehr verwunderlich, dass heute morgen überall noch Mais am Boden lag - sehr zur Freude unserer Schafe, Ziegen, Enten, Gänse und Hühner. Heute morgen schmatzte und krachte es überall. Die Schweine und die Hasen bekamen fairerweise auch eine Sonderration ;-)) - also schmatzte es auch von der Seite. Nun liegen sie alle pappsatt und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.
Süss war auch Pedro, einer unserer Junghunde. In den letzten Wochen war ich morgens immer mit den Junghunden und unserem Border Collie zum Maisfeld gegangen und habe den Mais aufgesammelt, die von dem nächtlichen Wildbesuch am Boden liegen geblieben waren. Leider hatten wir einen nicht unerheblichen Wildschaden verzeichnen müssen. Auch heute nahm ich die Hunde mit. Pedro stürmte davon und am Feldrand bremste er abrupt ab, blieb wie angewurzelt stehen, sah sich um und fing an zu bellen. Das gemähte Feld erschien ihm wohl sehr befremdlich und erst als ihm signalisiert hatte, dass alles OK sei, beruhigter er sich.
Für mich brachte die Mähaktion wieder einmal eine Sonderarbeit mit sich. Trotz moderner Maschinen bleiben eine ganze Menge Maiskolben auf dem Feld zurück und die galt und gilt es einzusammeln. Da der Boden vom nächtlichen Regen noch nass war, kamen wieder einmal meine Gummistiefel zum Einsatz. So stampfte ich also mit Gummistiefel und einem Sack auf dem Rücken über das Feld. Vorsorglich habe ich meine Kleidung heute nicht in rot und weiss ausgesucht, sonst hätte man mich glatt für den Weihnachtsmann halten können, der etwas zu früh sich auf den Weg gemacht hat. Nach dem halben Feld hörte ich auf und machte mich auf den Weg Pilze zu sammeln. Es gibt zur Zeit sehr viele Wiesenchampignons, Parasolpilze und eine kleine Sorte Würzpilz, deren deutschen Namen ich nicht kenne. Nun wartet hier ein Eimer Pilze auf seine Weiterverarbeitung - Langsam muss ich mich auch an das abendliche Füttern machen.
copyright Julietta Guenther
Sonntag, 4. Oktober 2015
"Unsere kleine Farm" - 2015-10-04
Uff, das war eine Nacht heute ! - nicht was Ihr jetzt denkt ;-) - Wer schon einmal erlebt hat, wenn ein Rudel
Hunde, in der Grösse eines Schäferhundes oder grösser, mitten in der Nacht, in die nächtliche Stille hinein, mit einem Konzert aus Bellen, Wolfsjaulen und Quietschen anfangen, der weiss was ich meine. .... Ich jedenfalls stand senkrecht im Bett! Nachdem das Konzert auch nach einer Viertelstunde nicht aufhörte, versuchte ich sie per Kommando zu beruhigen und als auch das nicht half, war klar, dass diesmal kein Reh oder Wildschwein in der Nähe war. Auch war die Tonlage eine andere, als wenn ein Schakel sie besucht. Ebenso konnte es kein Unbekannter sein, der sich dem Grundstück näherte. Die Hunde kläffen dann eher hysterisch. Es hatte also einen anderen Grund haben und so musste ich wohl oder übel aus dem warmen Bett. Schlaftrunken, eine Jacke über den Schlafanzug geworfen, ein Tuch um den Hals und Gummistiefel an die nackten Füsse. Mit Taschenlampe bewaffnet hinaus in die kalte, stockfinstere Nacht. Zun Glück, dass die Nacht keine Augen hat, denn mit meinem seltsamen Aufzug hätte ich sicher einige Verwunderung hervorgerufen. Die Quelle des Hundekonzertes kam aus dem Zwinger. Der Rudelführer Noddi stiess seltsame Laute aus, die an ein bellendes Quietschen oder quietschendes Bellen erinnerte, die anderen Hunde liefen aufgeregt im weiten Bogen um den Rudelführer herum. Noddi hingegen hüpfte während seines Konzertes wie ein Kängeruh hin und her. Dann steckte er die Nase auf den Boden und jaulte immer wieder verhalten auf. Ich suchte im fahlen Licht der Taschenlampe den Zwinger ab, was wohl der Grund für sein seltsames Verhalten ist. Dann sah ich es ! - ein mittelgrosser Igel hatte sich in den Zwinger verirrt, lag zusammengerollt am Boden, während Noddi ihn versuchte mit der Schnauze zu fassen. Dabei bekam er offensichtlich die Igelstacheln zu spüren. ich also rein in den Zwinger, Igel in die Jacke gewickelt, nicht ohne, dass auch ich die Stachel zu spüren bekam und mir die Taschenlampe aus der Hand fiel. Sie stellte daraufhin ihren Dienst ein und ich stand in der stockfinsteren Nacht im Pygama mit einem Igel in der Jacke im Hundezwinger. Stockfinster und kohlrabenschwarze Hunde, die ich nur ertasten konnte. Er war schon eine Aktion, wie ich mit Igel, aber ohne einen Hund frei zu lassen, aus dem Zwinger kam. Die Hunde waren ja schliesslich noch immer an dem Eindringling interessiert! - Endlich draussen, den Igel in sicherer Entfernung ins Gras gesetzt. Wobei ich nicht erkennen konnte, ob er noch lebte. Inzwischen war ich reichlich durchgefroren. Schnell ins Haus, wieder ins warme Bett. Doch an einschlafen war noch lange nicht zu denken, neben mir schnarchte in lauten Tönen mein Männe, dem das Spektakel offensichtlich total entgangen war. Draussen in der dunklen Nacht fiepste Noddi noch eine Weile hin und wieder leise, vermutlich hatte er in den Igel gebissen und ihm tat die Schnauze weh. Nach einer Weile schlugen die Hunde noch einmal an dem gleichen Ton an und ich wusste, der Igel lebt und macht sich nun aus dem Staub.
Anmerkung: Die Hunde sind wegen Renovierungsarbeiten an den Zäunen derzeit im Zwinger. Lieber Hunde im Zwinger in Sicherheit, als wenn die sich gegenseitig ihr Territorium streitig machen. Das wäre fatal.
copright Julietta Günther
Anmerkung: Die Hunde sind wegen Renovierungsarbeiten an den Zäunen derzeit im Zwinger. Lieber Hunde im Zwinger in Sicherheit, als wenn die sich gegenseitig ihr Territorium streitig machen. Das wäre fatal.
Samstag, 3. Oktober 2015
Die kleine Hexe Nimmersatt
Die kleine Hexe Nimmersatt
In einem kleinen Dorf am Rand der grossen Wiese stand ein winziges Haus mit hübschen, rot bemalten Fensterläden. Darin wohnte die kleine dicke Hexe Nimmersatt. Die kleine Hexe ass am liebsten Schokolade, Kuchen und Chips.
Es war Winter und es lag viel Schnee. Die kleine Hexe Nimmersatt und ihre Freundinnen, die kleinen Hexen Hab-dich-lieb, Lache-gerne, Helf-dir-gerne gingen am liebsten Schlitten fahren. Sie sausten auf ihren Schlitten die Hänge hinunter und bauten Schneemänner. Ski fahren konnten sie nicht. Eines Tages kamen ihre Freundinnen mit ihren Schlittschuhen. Sie wollten auf dem zugefrorenen See eislaufen. Die kleine Hexe Nimmersatt aber war so dick, dass sie ihre Schlittschuhe kaum zu machen konnte. Als sie dann auf das Eis trat, krachte dieses und bekam Risse. Das war zu gefährlich. Die kleine Hexe Nimmersatt musste zurück an das Ufer. Da stand sie nun, sah ihre Freundinnen Schlittschuh laufen und weinte bitterlich. Ihre Freundinnen kamen zu ihr und die kleine Hexe Nimmersatt erzählte traurig von ihrem Kummer. Die kleine Hexe Hab-dich-lieb nahm sie in den Arm und tröstete sie. Die kleine Hexe Helf-dir-gerne sagte, „komm mit mir zum Turnen."
Am nächsten Tag gingen die kleine Hexe Nimmersatt und die kleine Hexe
Helf-dir-gerne zum Turnen. Beim Spagat fiel die kleine Hexe Nimmersatt um. Beim Bockspringen warf sie den Bock um. Beim Laufen ächzte sie hinter den anderen Hexchen hinterher und die lachten sie aus. Das gefiel der kleinen Hexe Nimmersatt überhaupt nicht und traurig ging sie nach Hause.
Da kam die kleine Hexe Lache-gerne zu Besuch. Sie sagte, „kommt doch mit mir Zeitung austragen." Erst gefiel es der kleinen Hexe Nimmersatt überhaupt nicht. Am liebsten wäre sie früh morgens in ihrem warmen Bett geblieben. Doch die kleine Hexe Lache-gerne liess nicht locker. Lachend zog sie der kleinen Hexe Nimmersatt die Bettdecke weg. Anfangs missmutig trottelte die kleine Hexe Nimmersatt neben ihrer fröhlichen Freundin Lache-gerne hinterher. Doch irgendwann fing es an, ihr Spass zu machen. Der Tag erwachte und die Vögel begannen zu singen. So ging die kleine Hexe Nimmersatt nun jeden Morgen mit zum Zeitung austragen.
Die kleine Hexe Nimmersatt bewunderte die Schneeflocken auf ihrem Arm. Sie lachte, wenn dicke Regentropfen auf ihren Kopf fielen und sie freute sich, wenn die Sonnenstrahlen sie an der Nase kitzelten.
Es wurde Frühling und sie fuhren die Zeitungen mit dem Fahrrad aus. Ihre Freundinnen und sie spielten draussen „Hüpf auf einem Bein", „Fang mich" und Gummitwist. Sie fuhren Rollschuh, spielten Hockey, Federball, Tischtennis oder Frisbee. Manchmal wenn die Jungs aus der Nachbarschaft Zeit hatten, spielten sie auch Fussball und rannten wie wild dem Ball hinterher. Die kleine Hexe Hab-dich-lieb hatte einen grossen Hof. Da war auch ein Korb. Aber weil es kleine Hexen waren, klappte es mit dem Korbball spielen nicht so gut. Sie trafen den Ball nicht in den Korb.
Es kam der Sommer. Im August war es sehr warm. Die kleine Hexe Nimmersatt und ihre Freundinnen hielten sich am liebsten am See auf. Sie gingen schwimmen, tauchten nach Gegenständen, schnorchelten mit den Fischen oder ruderten mit dem Boot hinaus. Manchmal liessen sie sich auch nur faul auf der Luftmatratze treiben.
Sie schleckten Eis. Die kleine Hexe naschte immer noch gerne. Doch jetzt stand auch immer eine grosse Schale mit Äpfeln, Bananen und Karotten auf ihrem Tisch. Ganz besonders liebte die kleine Hexe Nimmersatt dunkelrote Kirschen und saftige Pfirsiche.
Langsam kam der Herbst. Die Blätter färbten sich rot, gelb, braun und fielen ab. Die kleinen Freundinnen gingen nun öfter zum Wandern. In der Nähe gab es ein kleines Gebirge. Von oben, auf dem höchsten Berg, konnte sie ganz weit in die Ferne sehen. Wenn sie ganz leise waren, konnten sie an den Berghängen Gemsen, Murmeltiere und Steinböcke beobachten.
Die Murmeltiere waren lustig. Sie pfiffen immer, wenn sie Gefahr witterten und verschwanden blitzschnell in ihrem Bau.
Eines Tage war er da, der erste Schnee und mit ihm wurde es kalt. Dann war es so weit. Der See war dick zugefroren und wieder wollten sie Schlittschuhlaufen. Und siehe da, die kleine Hexe Nimmersatt, die nun nicht mehr dick war, passte bequem in ihre Schlittschuhe. Sie tanzte vor Freude.
Langsam betrat sie das Eis - kein Krachen, kein Splittern - Das Eis trug sie ohne Probleme. Jetzt lachte die kleine Hexe Nimmersatt. Sie lief hinaus auf das Eis, drehte Pirouetten, ab und zu plumpste sie auf ihren Po. Sie war überglücklich.
Heute gönnt sie die kleine Hexe Nimmersatt hin und wieder ein Stück Kuchen oder Schokolade, doch nur ein kleines. Sie isst viel Obst und Gemüse. Manchmal wenn ihr ganz leise seid und genau hinschaut, seht ihr die kleine Hexe Nimmersatt, wie sie am Rand der Wiese mit den Häschen um die Wette läuft.
-copyright Julietta Günther -
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