Donnerstag, 14. Januar 2016

"Unsere kleine Farm" - 2016-01-10

Gestern bekam ich mit der Post das neuste Prospekt eines unserer grossen Supermärkte und was wird dort angeboten? - Sämereien: Gemüsesamen und Erbsensaat, Blumen- und Bohnensaatgut. - Jetzt ist gerade einmal der Winter eingefallen und schon heisst es, an das kommende Frühjahr denken. Klar, die Paprika, und Tomatenpflanzen müssen angesät werden. Ich hatte die letzten Jahre allerdings dieses Thema ausgelassen und mir lieber Jungpflanzen gekauft. Mich nervten die vielen Pflanzőpfe mit den Aussaaten und wenn ich Glück hatte, dann setzte sich eine Katze hinein oder aber die Pflanzen überlebten das Auspflanzen ins Freiland nicht. Aber wenn ich wieder die gestreiften Tigertomaten, die so herrlich süss sind, haben will, dann komme ich wohl nicht herum. Hinzukommt, dass ich auch schon jetzt nach ausgefallenem Saatgut suchen muss, sonst bekomme ich diese wieder nicht. Ich liebe die schwarze Mohrrübe oder die schwarzen Bohnen. Beides sind super feine Gemüsesorten.

Ich habe ein Faible für alte Sorten. Allerdings ist mir damit auch schon ein Flapsus passiert. Ich habe Schwarzwurzeln gesät und als diese kamen, habe ich sie als Unkraut angesehen, weil mir die Blätter unbekannt vorkamen. So kann es kommen ;-) .... seitdem schaue ich mir auch an, wie die Pflanze ausehen wird, bevor ich sie als Tierfutter aussortiere. Den Schafen und Schweinen schmeckten sie, aber das war ja nicht Sinn der Sache ...

Vor zwei Jahren habe ich meinen grünen Salat Samen ansetzen lassen und diese im Spätherbst ausgesät. Mit dem Erfolg, dass ich im Frühjahr mehrere hundert Salatpflanzen hatte und diese fleissig umgepflanzte. So viel Salat konnten wir garnicht essen, verkaufen klappte auch nicht und so freuten sich wochenlang die Schweine und das Federvieh über eine besondere Futterbeigabe. Der besonderer Nebeneffekt war, dass der Salat das Unkraut unterdrückt und gleichzeitig den Boden gelockert hat. War nicht schlecht ...

Wie auch immer, langsam sollte ich mir Gedanken darüber machen, was und was wo in den Gemüsegarten kommt. Erdbeeren, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch und rote Beete sind ja noch drin, Bohnen sollen es sein und die, für die ungarische Küche obligatorische, Erbsen müssen sein. Mein Kräutergarten weist auch ein paar Lücken auf. Obendrein brauche ich noch einen Kakibaum, weil einer mir eingegangen ist. Meine Beerensträucher sollen auch noch Zuwachs bekommen. Mein Männe hat meine ersten Pflanzungen als Grün angesehen und diese mit der Motorsense niedergemäht. Ich war nicht schnell genug, da Pflöcke hinein zu hauen. - Aber diese Missinterpretation kenne ich schon. Einmal hat einer der Firmenmitarbeiter die Grundstücke des Chefs gemäht. Ich wohnte damals in einem seiner Häuser und hatte mir einen Gemüsegarten angelegt. Als ich abends heimkam, war alles fein säuberlich gemäht - auch mein Gemüsegarten mit den 40 cm grossen Paprika- und Tomatenpflanzen, sowie den neuen Rosenstöcken, die er selber gesetzt hatte. Als ich ihn fragte, ob er das nicht gesehen hat, meinte er, sie seien grün gewesen ... :-(

- Bei so viel Logik fehlten mir die Worte!

Seitdem zieren meinen  Garten überall Stangen. Aber wehe denn, eine hat der Wind umgeweht oder die Hunde umgeworfen ... dann war's das mit Johannisbeere oder anderes ...

Übrigens kam ich einige Jahre später in einen der Gärten des Chefs und da wehten überall gelbe Bänder. Genau solche wie auch unser Nachbar an seine frisch gesetzten Bäume bindet. Auch er hat schon einige beim Mähen eingebüst. -

Ich werde mich nun im Internet umtun, suche noch ein paar alte Obstsorten, Feigenbäume, Walnuss, Esskastanie, Kiwi usw. und noch ein paar schöne Pfirsiche - und mal sehen was noch meinen  Weg kreuzt.

copyright Julietta Günther


Samstag, 9. Januar 2016

"Unsere kleine Farm" - 2016-01-09

Manchmal gibt es Tage, da sollte man nicht aus dem Bett steigen oder nur mit Helm und der Ausstattung eines Rugbyspielers! - Das hätte ich mal vorgestern beherzigen sollen ...  draussen gab es zwei Tage lag Schnee satt und darauf folgte Eisregen und was mache ich? - nein, ich suche mir nicht etwa den schönen weissen weichen Schnee aus, sondern meine frisch geputzten feuchten Fliesen ... Akrobatik mal anders und erst recht nicht gewollt! - so rutschte ich denn, flog im hohen Bogen und landete recht unsanft auf dem Rücken. Der Kopf titschte etwas auf die Fliessen, zum Glück gut abgebremst von meinem linken Fuss und erst recht von meinem linken Arm. Na ja, Dachschaden habe ich nun keinen davon getragen, jedenfalls keinen, der nicht schon vor dem Sturz vorhanden gewesen wäre ;-) - dafür aber schillert mein kompletter Arm in einer schwarz-blauen-lilanen Farbgebung. Ein paar Knochen haben dem Druck nicht standhalten können und so gestaltet sich nun jedes Anziehen zu einem Akt der kunstvollen Verrenkungen. Nun werden auch die langen Haare in einem seitlichen Zopf zusammen gefasst, da ich den Arm zu einem Pferdeschwanz  nicht erheben kann. Irgendwie hatte ich mir den "Guten Rutsch ins Neue Jahr" anders vorgestellt ...

Nun ist wieder einmal eine besondere Kreativität im Meistern des Alltäglichen gefragt. Während ich so auf dem Boden lag und vor mich hin jaulte bis Hilfe kam, waren die Hunde richtig süss. Bella versuchte mich an der Jacke hochzuziehen und Caesar stupste mir immer wieder seine grosse, feuchte Nase ins Gesicht. Als sie merkten, dass das nicht half, begann Bella zu bellen und Caesar verfiel in ein Stakatto aus Wolfsjaulen. Zwischendrin schauten sie immer wieder nach mir. Nachdem mich mein Männe auf das Sofa gesetzt hatte, wichen sie mir nicht mehr von der Seite. ...

Die Tage hatten auch unerwartet recht viel Schnee gebracht, dann folgte der weniger schöne Regen, der die Strassen und Wege zu einer Eisbahn machten. Unsere Ecke wurde vom Katastrophenschutz zum orangen Gebiet erklärt. - Also besser Auto stehen lassen und zu Hause bleiben. Ein Tag wurden die Tiere aus Sicherheitsgründen nicht ins Freie gelassen - war also auch da: trautes Heim im Schafstall! - Doch Füttern musste trotzdem sein. Das war etwas beschwerlich und ich war doppelt vorsichtig: einmal auf den A... gesetzt reicht für den Anfang eines neue Jahres. -

Der Schnee freute unsere Hunde besonders. Sie stobten durch den Schnee wie die Schneepflüge und genossen es sichtlich. Hier ein paar Winterimpressionen:





copyright Julietta Günther

Dienstag, 5. Januar 2016

"Unsere kleine Farm" - 2016-01-05

Weihnachten ist vorbei, Silvester auch und Neujahr ist ebenfalls schon ein paar Tage her. Normalerweise verlaufen die Feiertage hier ruhig, aber das letzte Jahr war alles ganz anders. Es gab Stress, dann wieder Achterbahn der Gefühle, wunderschöne Überraschungen und eine Menge Sinnfragen. Somit vielleicht gerade die richtige Stimmung, um ein Neues Jahr zu beginnen, den Blickwinkel zu ändern und sich neu zu positionieren. So ein Brainstorming zum Jahreswechsel macht Sinn, was man dann aber für das Neue Jahr daraus macht, das steht noch auf einem ganz anderen Stern. - Ich für meinen Teil starte mit einem Sack voll Plänen hinein in ein jungfräuliches Jahr, merke, dass ich Dinge anders angehe und spüre eine Kraft in mir, die mich mitunter selber erstaunt. Wie auch immer, man darf gespannt sein, was mir das Neue Jahr bringt und was ich daraus mache...

Aber als erstes brachte es Kälte und Schnee. Für mich das Letzte, was ich brauchen kann! Selbst unsere Tiere frieren. Gestern haben sie sich alle in ihren Unterkünften verkrochen und es war so kalt, dass selbst dort das Trinkwasser einfror. Heute fegt nicht mehr so ein eiskalter Wind und so kamen die Tiere raus. Als erstes tobten die Hunde durch den Schnee, wobei die Junghunde erst einmal wie die Störche im Salat durch die Gegend liefen. Sie kannten bisher keinen Schnee. Das sah lustig aus! Irgendwann begannen sie aber Spass an der weissen Pracht zu finden und sie tobten durch die Gegend, oftmals mit der Nase an Boden. Die Luft ist ist feucht und nebelig. Bald schon hatten die Hunde Raureif im Bart und Schnee im Fell. Am Witzigsten sah unser Maci aus. Er ist ein gross gewachsener, schwarzer,  schlaksiger Schäferhundmix mit langem Fell. Die Haare auf dem Kopf standen ihm hoch und darin hatte sich Raureif abgesetzt, ebenso in den Barthaare, auf der Nase und am Schwanzende. Ihm standen die Haare in alle Richtungen und er sah aus wie ein Hund mit einem Katzenkopf. Schade nur, dass ich just da den Fotoapparat nicht zur Hand hatte. Nun haben sie sich alle ausgetobt und es ist erst einmal Siesta angesagt, selbstverständlich im Schnee, der sie wie auf einem Luftpolster von unten wärmt.

Nun muss ich mich langsam sputen, denn heute ist kleiner Schlachttag. Wir müssen zwei Ferkel schlachten, denen der Eber schwer zusetzt. Es wird Zeit, denn bald erwarten unsere Sauen neue Ferkel und das würde in der Rotte unnötigen Stress verursachen und für die neugeborenen Ferkel lebensgefährlich werden. Ehrlich gesagt, ich habe überhaupt keine Lust dazu, aber "Watt mutt, datt mutt!"

Copyright Julietta Günther

Sonntag, 20. Dezember 2015

"Unsere kleine Farm" - 2015-12-20

So langsam geht mir das Wetter auf den Kecks! Es wäre sicher schönes Wetter, wenn, ja wenn nicht dauernd der Nebel wäre. Tagelang ist alles unter einer weiss-grauen Suppe. Manchmal kann man nicht einmal die ersten Häuser des Dorfes sehen. Alles ist feucht, von den Bäumen tropft es, die Wege sind glitschig und selbst die Tiere verkriechen sich lieber in ihren Hütten. Es ist kurz vor Weihnachten und ich steuere in einen richtigen Winterblues. Ich würde ja gerne draussen etwas tun, aber wenn alles nur klamm ist, dann macht das einfach keine Spass. Es ist eher ein Wetter für ein gutes Buch und einen warmen Tee. Doch irgendwie habe ich selbst dazu keine Lust. Ganz im Gegensatz zu den Hunden ...

Da ist derzeit Stress angesagt! Sage und schreibe gleich drei Hündinnen sind läufig und die Rüden spinnen total. Unser Hundebär liess uns tagelang nicht schlafen, weil er die Hündinnen roch und die halbe Nacht nur am Jaulen, Quieksen und an der Haustür am Kratzen war. Immer wenn ich glaubte, jetzt wäre er endlich eingeschlafen, fing er mit einer sonoren Hundestimme wie ein Wolf an zu jaulen ... und ... alle anderen stimmten ein. Und das Ergebnis: die Hunde spinnen, sind kaum zu bändigen und ich leide unter chronischen Schlafmangel. Mich macht das total nerös! Am liebsten hätte ich ja die Hündinnen strerilisieren lassen, doch leider fehlt uns dazu das Geld.

Dies hat mich wieder einmal dazu gebracht, über den Tierschutz nachzudenken. Es gibt ja unzählige Tierschutzorganisationen, insbesondere auch solche, die sich um Tiere in den osteuropäischen Staaten kümmern. Ich höre immer wieder Berichte darüber. Doch ich wundere mich auch gewaltig. Vielleicht ist es ein deutsches Phänomen, aber manchmal werde ich den Eindruck nicht los, dass man in Deutschland eher das Problem bekämpft, anstatt sich um die Ursache des Problems zu kümmern. Mag sein, dass ich den Tierschutzorganisationen Unrecht tue, dazu stecke ich zu wenig in der Materie. Doch ich wundere mich. Da werden immense Anstregungen unternommen, um die Tiere in den Tierheimen aus Bulgarien, Rumänien oder Ungarn zu holen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. - Doch das Problem gäbe es erst garnicht, wenn es Programme gäbe, die es der Bevölkerung ermöglichen würde, ihre Tiere günstiger sterilisieren oder kastrieren zu lassen. Ich erlebe es hier immer wieder, insbesondere in den Monaten, wenn die Welpen geboren werden. Ständig werden Tiere ausgesetzt, teilweise im Wald angebunden oder sie werden umgebracht. Es ist sicher grausam, doch ich denke, man muss auch die andere Seite sehen: Wenn beispielsweise in den Osteuropäischen Ländern eine Sterilisation einer Hündin mehr kostet als der monatliche gesetzliche Mindestlohn oder die Sozialhilfe, dann ist es den Menschen schlichtweg nicht möglich, eine Hündin sterilisieren zu lassen. Dann kommt hinzu, dass für Hündinnen sehr schwer neue Herrchen oder Frauchen zu finden sind, ganz zu schweigen, wenn es Mischlinge sind. So ist es ein Teufelskreis.

Wir hatten auch nicht geplant, so viele Hunde zu haben, doch wir konnten die Gelder für alle  Sterilisationen nicht zusammen bekommen. Nun hoffe ich, dass wir noch bis Anfang Januar wenigstens eine oder zwei Hündinnen sterilisieren lassen können. Was sollen wir sonst mit so viele Welpen, von denen unsicher ist, ob wir sie überhaupt in neue Hände geben können. Ganz zu schweigen, dass für die Hunde ja auch gefüttert und geimpft werden müssen. Sicher Kritiker könnten jetzt sagen, dann muss man sich keinen Hund anschaffen. Doch dazu muss man auch wieder die andere Seite sehen. Gerade in ländlichen Gegenden ist ein Haus ohne Hund wie ein Haus mit offener Tür.

Es ist ein weites Feld und dazu gibt es sicher kontroverse Ansichten. Doch ich weiss, dass wir mit noch mehr Welpen ein riesen Problem haben werden und ich weiss auch, dass wir im Frühling wieder so manche schlaflose Nacht haben werden weil, ausgesetzten Hunde auf der Suche nach Futter die Gegend unsicher machen werden. Auch werden wieder arme ausgesetzte hungrige Hunde, in die Hühnerställe einbrechen, Schafe reissen und das Jungwild jagen. Für mich jedenfalls fängt Tierschutz bereits an der Ursache an!

Mittwoch, 16. Dezember 2015

"Unsere kleine Farm" - 2015-12-16


Nun möchte ich Euch noch den Rest unseres Hundereigen vorstellen:

Als erstes unser Problemrudel. Unlängst starb da der Rudelführer. Ich hatte davon berichtet. Inzwischen hat sich das Nur-noch-Vierer-Rudel neu organisiert, doch das Gleichgewicht ist gestört, eine Hündin und ein Rüde trauen sich kaum mehr aus ihrer Hütte. Da muss sich etwas ändern. Doch gerade bei diesen vier Hunden ist es sehr schwierig. Wie schon geschrieben, handelt es sich um unser Problemrudel. Was sie zum Problemrudel machte, ist eine traurige Geschichte.

Doddo, eine Sierra de Aires

Doddo, war ihre Mutter, eine Aussreisserkönigin. Sie war uns zugelaufen, nachdem ihr Besitzer umgezogen war, sie und eine Katze einfach zurück liess. Beide tauchten unabhängig voneinander bei uns auf und blieben. Doddo war bei ihrem Besitzer an der Kette, selbst bei Gewitter, Wind und Wetter ausgesetzt. Sie hat sicher auch oft Kohldampf geschoben. Auf jeden Fall hat sie gelernt, sich immer wieder von ihrer Kette zu befreien und im Ort nach Futter zu suchen. Wenn ich aus dem Haus ging, begleitete sie mich immer zum Laden und zurück. Die Leute im Dorf glaubten schon sie sei unser Hund. Sie war ein richtiger Streuner, doch es gab immer mehr Beschwerden und weil jeder glaubte, dass sie mein Hund ist, sprach mich die Bürgermeisterin an,  dass ich dafür zu sorgen hätte, dass sie nicht mehr streunt, sonst müsste sie abgeschossen werden. Damals wusste ich aber auch nicht, wem sie gehört. Sie kam immer öfter und morgens fand ich sie meistens vor der Haustür liegen. Dann blieb sie endgültig bei uns, das Steunern liess nach, insbesondere wenn sie satt war. Doch Doddo hatte wohl zu oft in ihrem Leben gehungert, denn sie war furchtbar verfressen. Sie war eine ganz Liebe, doch einmal Streuner immer Streuner. So mussten auch wir sie manchmal an die Kette legen, weil dort wo wir in Miete wohnten, das Grundstück nicht eingezäunt war. Es diente zu ihrer eigenen Sicherheit, doch auch hier schaffte sie es immer wieder loszukommen. Aber es wurde weniger. Dann zogen wir um. Noddi, unser Süddeutscher Schwarzer wurde ihr Partner. Daraus entstanden ein paar Würfe. Als der letzte Wurf, unser Problemrudel ca. 8 Monate alt war, riss sie wieder einmal aus und nahm ihre acht Welpen, den Rudelführer und zwei früher Geborene mit sich. Während der Rudelführer und ein früher Geborener am Abend zurück kamen, blieben die anderen erstmals verschwunden. Innerhalb der kommenden Tage kamen der andere Früher-Geborene und vier Welpen zurück. Die anderen kamen nicht mehr. Später erfuhren wir, dass anscheinend die Mutter und die Welpen von Jägern erschossen worden waren.

Doch die Welpen, die zurück kamen, sind seither schwer traumatisiert. Offensichtlich haben sie unmittelbar miterlebt, wie ihre Mutter und ihre Geschwister erschossen wurden, sie hatten das Glück, dass sie entkommen konnten. Sie sind seitdem extrem ängstlich, scheu und reagieren panisch auf laute Geräusche, haben panische Angst vor Männern, inbesondere in grüner Arbeiteskleidung und mit Hut oder Mütze. Selbst ich, die sie täglich füttert und sie zu trainieren versuche, kann sie auch nach fast zwei Jahren nicht anfassen. Obendrein sind sie Angstbeisser. So ist diese Gruppe auch "als nicht mehr vermittelbar" geworden und die Welpen blieben bei uns. Es sind liebe, sanfte Tiere, doch leider regiert sie noch immer ihre Angst. Da sie nicht zu fassen sind und bei jeder Kleinigkeit weglaufen oder sich verkrauchen, müssen sie leider die meiste Zeit in ihrem Zwinger bleiben, was ich sehr traurig finde. So stecke ich denn auch sehr viel Zeit und noch mehr Geduld in diese Gruppe. Ich wünsche mir so sehr, dass sie eines Tages so soweit sind, dass sie in die andere Gruppe intergiert werden können. Die Gruppe besteht nun aus zwei Rüden (Balou und Maci=Teddy) sowie zwei Hündinnen (Ximba und Csiszma=Stiefelchen)
von links nach rechts: Csiszma, Ximba, Balou, Maci und Jojo der Foxi

Balou und Ximba

Filou - er wurde leider erschossen

Ronja - auch sie wurde erschossen und unser Katze Nagy Fekete
Ximba ist auch heute noch die Scheuste und Ängstlichste von allen,  Doch sie ist auch die Mutter unserer Zwerge, den Junghunden. Leider hat das Muttertier ihre Angst ihnen weitergegeben und so ist diese Gruppe auch scheu. Insbesondere Felix. Eigentlich eine Hündin, doch als wir es bemerkten, dass wir die Hunde verwechselt hatten, da hörte sie bereits auf ihren Namen und so heisst die Kleine eben weiterhin Felix. Unser Zwergengruppe bestand ursprünglich aus fünf Welpen, die rührend von ihrer Mutter umsorgt wurden. Erstaunlicherweise hat die Mutter Ximba mir sogar erlaubt, dass ich ihre Welpen hochnehme. Soviel Vertrauen scheint sie nun doch in mich zu haben. Leider verstarben zwei kleine wunderschöne, seltsamer Weise hellgraue, wuschelige, wunderschöne Welpen. So besteht unsere Zwergengruppe aus den Hündinnen Felix und Luna, sowie dem Rüden Pedro Bandito.

Luna

von hinten nach vorne: Pedro Bandito, Luna, Felix und Australien Sheperd Hobby

Pedro Bandito

So nun habe ich alle unser Wauzis vorgestellt. Zu dieser Truppe gesellen sich noch etliche andere Tiere, die uns so tagtäglich ständig auf Trab halten....


copright Julietta Günther

Montag, 14. Dezember 2015

"Unsere kleine Farm" - 2015-12-14

Heute will ich Euch Hobby vorstellen. Hobby ist ein Australien Shepard mit einem Stammbaum, der einen neidisch werden lassen könnte, wenn man ein Faible für Earls, Dukes und Princesses hat. Er war der Hund, den sich mein Vater ausgesucht hat, nachdem wir Buddy wieder mitnahmen. Hobby ist ein absoluter Schmusebär, womit er meinen Vater auch um den Finger wickelte. Er ist ein total zugänglicher Hund mit jedem gut Freund, aber er hat eine ausgesprochene Leidenschaft für Kinder. Dies hat uns in Spanien vor riesigen Herausforderungen gestellt. Mein Vater hatte den Hund mit Leckerli gemästet und der arme Kerl war fast doppelt so schwer wie er sein durfte. Doch sobald Hobby Kinder hörte, war für ihn kein Halten mehr. Da war kein Zaun ihm zu hoch. Wir haben uns gefragt, wie er es schaffte auf über 1,80 m hoch zu kommen, aber er schaffte es immer wieder. Bald sah das Gelände aus wie ein Hochsicherheitstrakt. Aber solange nur irgendeine Lücke war, war Hobby auf und davon und rannte schnurstracks zum nächsten Spielplatz. Zum Glück hat keine der Mütter die Polizei gerufen hat, sonst hätte sie ihn vermutlich erschossen. Doch es ging gut aus. Und jedes Mal, wenn ich wieder einmal lautes Gelächter und jede Menge Kinderstimmen hörte, da wusste ich, es kommt wieder die Kinderkarawane mit Hobby an der Spitze, die den Hund nach Hause brachte.

Leider bekam mein Vater einen Schlaganfall und nach etlichen Monaten häuslicher Pflege mussten wir ihn in einem Heim unterbringen. Es war von Anfang an klar, dass wenn meinem betagtem Vater etwas zustossen würde, dann käme der Hund zu uns. Als mein Vater im Heim war, bekam ich die Erlaubnis, ihn MIT Hobby besuchen zu dürfen. So verbrachten wir viele Stunden in dem Altenheim und mein Vater lies Hobby aportieren bis zum Abwinken. Ein Glück dass Hobby ein Australien Sheperd ist, ein Hüte- und Arbeitstier, so hielt der Hund das Pensum auch durch. Ich hatte in während der Zeit der häuslichen Pflege, Hobby einer Diätkur mit Bewegungstraining unterzogen. Der Hund war zwar noch nicht gertenschlank, aber er hatte inzwischen wieder Normalgewicht. Wir waren also öfters im Altersheim, der Hund und ich. Bald stellte ich fest, wie die Heimbewohner auf Hobby reagierten. Selbst mein Vater, der mich teilweise nicht erkannte, wurde sofort klarer als er Hobby sah. Andere Heimbewohner, die sonst alles vergassen und in ihrer eigenen Welt lebten, kannten noch nach Wochen seinen Namen und wurden richtig munter. Sie plauderten und kamen in Bewegung. Es war als wären sie unter einer Käseglocke hervor, zurück ins Leben gekommen. Hobby war bald der Liebling der Heimes und so wuchs immer mehr die Idee heran, ihn zum Therapiehund ausbilden zu lassen. Fortan besuchten wir die Hundeschule mit ihm und er ist in Ausbildung zum Therapiehund. In dem Seniorenheim standen u.a. auch Therapiestunden mit Tieren auf dem Plan und so hatten wir die Möglichkeit, einige Praktikumseinheiten dort zu absolvieren. Das kommende Bild zeigt Hobby bei einer Therapiestunde. Damit die Bewohner eine Art Gemeinschaftsgefühl bekamen, wurde auch Hobby in einen Rollstuhl gesetzt.

Hobby hat langes Fell und das erwies sich als gutes Gelegenheit für die älteren Leutchen, ihre Feinmotorik zu trainieren. Hobby bekam Haarschmuck in Form von Klämmerchen und Haargummis verpasst. Als eine ältere Dame ihm auch noch ihren Sonnenhut aufsetzte, entstand das folgende Foto. Alle hatten sichtlich Spass und Hobby genoss die Aufmerksamkeit.

Wenn Hobby nicht gerade als Hauptdarsteller einer Therapiestunde fungiert, geht er seiner Tätigkeit als Hütehund nach. Wir hatten Hobby mit auf unser kleine Farm genommen, als wir schnell feststellte, dass Hobby ganz automatisch die Schafe hütete. Er schlich in geduckter Haltung durch das Gras , legte sich in Zeitlupe flach auf den Boden und beobachtete die Schafe. Doch sobald Gefahr drohte und wenn es nur war, dass sich jemand dem Grundstück näherte, dann jagte er die Truppe in die Unterstände. Allerdings versucht er das auch immer mit den Hühnern und Gänsen. doch da erntet er meistens nur lautstarken Protest. Australien Sheperd, im Volksmund aber auch Border Collie genannt, sind sehr intelligente Tiere und so lernte auch Hobby schnell, die Schafe auf Kommando von der offenen Weide zurück ins Gehege zu holen.

Doch diese Hunderasse sind anspruchsvollen, sehr intelligente, aber auch sehr eigensinnige und eigenständige Tiere. Sie treffen oft ihre eigenen, vom Menschen unabhängige Entscheidungen. Da muss man als Halter oftmals korrigierend einschreiten. Doch Aussies sind auch lauffreudige Arbeitstiere, die ständig gefordert werden wollen und müssen. Bei Hobby merken wir das sofort, wenn er sich unterfordert fühlt. Er beginnt nämlich dann sein tägliches Spiel mit dem Schafsbock, dann jagen die sich gegenseitig über das Gelände. Und wenn er davon genug hat, will er immer eingreifen, wenn es im Schweinestall lautes Gegrunze oder Randaale gibt. Erst wenn er sich ausgetobt hat, legt sich Hobby hin und schläft, doch immer mit mindestens einem Ohr am Geschehen. Inzwischen ist er soweit in die Gruppe integriert, dass er die Gänse, die ihn attackieren wollen, nur noch mit einem kurzen Seitenblick streift. Wenn allerdings wieder einmal ein Hase ausgebüchst ist, dann ist er ganz aufgeregt und fängt auch ihn an, ihn den Stall zurück treiben zu wollen. Hobby weiss ganz genau, welches Tier, wo seinen Platz hat.

Leider wurde Hobby, trotz sämtlicher Schutzmassnahmen mit dem Herzwurm infiziert und es dauerte fast
1 1/2 Jahre, bis er sich wieder erholte. Er ist soweit wieder der Alte, doch ob er jemals die Ausbildung zum Therapiehund abschliessen wird und ob er noch einmal die Bewohner des Altersheimes beglücken wird, das steht in den Sternen. Schade!

Ein Australien Sheperd ist nicht einfach, eigensinnig, braucht sehr viel Bewegung und da er schnell lernt, muss man sich im Training, ständig etwas Neues einfallen lassen. Am Besten wäre es vermutlich, wenn man Agility Training, Kunststückchen und Schafehüten kombinieren könnte. Dann hätte man einen wirklich ausgeglichen Aussie. Aber das ist ein Fulltimejob.



Doch Hobby hat noch eine ganz andere grosse Leidenschaft: er ist total vernarrt ihn einen unserer Kater und der Kater in ihn.






Abends suchen sie einander und wenn sie sich gefunden haben, dann beginnt das abendliche Ritual. Hobby legt sich auf den Boden und der Kater massiert ihm mit seinen Vorderpfoten den Bauch. Irgendwann rollt sich der Kater zwischen Hobbys Pfoten oder auf seinem Rücken ein und beide brummen sich in den Schlaf. Gute Nacht ! 

Morgen stelle ich Euch die anderen aus dem Rudel vor....

Copyright Julietta Günther




Samstag, 12. Dezember 2015

"Unsere kleine Farm" - 2015-12-12

Heute ist ein wunderschöner sonniger kalter Wintertag mit einem strahlend blauen Himmel. Es gab zum ersten Mal in diesem Winter richtigen Frost und so ist jeder Grashalm mit weissen Eiskristallen überzogen.

Doch es liegt Unruhe in der Luft. Rundherum bellen die Hunde und die allgemeine Geräuschkulisse ist lauter als üblich. Bereits kurz nach dem Hellwerden hörten man die Schweine. Ihr durchdringliches Schreien wenn sie aus ihren Stall gezogen werden, ist kilometerweit zu hören. Ich habe mich bis heute nicht daran gewöhnen können. - Wie an den Wochenenden vor Weihnachten üblich ist heute Schlachttag. Man mag dazu stehen wie man will, doch wer zu Weihnachten sich auf einen Gänse- oder Schweinebraten freut, wer Grillhähnchen und Schnitzel liebt und so manchen Einkehrschwung bei einem Hamburgerladen oder Imbiss macht, dem muss auch klar sein, dass es eben ohne die Schlachttage nicht geht. Ich bin bekennender Fleischesser, liebe selbstgemachten Schinken und Haxe. Dennoch, wenn es ans Schlachten geht, dann gehe ich stiften und tauche erst wieder aus der Versenkung auf, wenn es um die Weiterverarbeitung geht. Wobei ich viele Frauen kenne, die ebenso untertauchen.

Für uns steht heute kein Schlachten an. Die letzten Jahre haben wir es meistens in den Januar oder Februar verschoben. Vor Weihnachten ist es sowieso, dass im gesamten Umkreis geschlachtet wird und man wird als Hilfskraft dazu eingeladen. Dieses Jahr bekamen wir bislang noch keine Einladung. Einerseits bin ich ganz froh darüber, denn wir haben zur Zeit eine Menge zu tun, doch andererseits ist ein Schlachttag auch ein Ereignis. Es ist zwar eine Menge Arbeit bis alles verarbeitet ist und das Fleisch in Gefriere, der Schinken und die Würste im Salz liegen, doch es ist auch ein geselliges, lustiges Zusammentreffen. Es wird viel geplaudert, gut gegessen und meistens geht es auch feuchtfröhlich zu.

Fleischesser oder Vegetarier? Ich habe mich mal etwas mit der Evolutionsgeschichte umgetan. Ein hochinteressantes Thema. Die Theorien gehen davon aus, dass der Homo Rudolfensis (2,5 - 1,8 Mio Jahren) ein Pflanzenfresser war, während der Homo Erectus (1,8 -40.000 Mio Jahren) ein Fleischfresser. Vielleicht wurden aus diesen Spezies heute die Fleischfresser und die Vegetarier. Wer weiss! - Interessant ist, dass das menschliche Gebiss einen Aufbau eines Fleischfressers aufweist. Es besteht aus Schneidezähnen, Eckzähne = zurückgebildeter Fangzähne, Backenzähne und Mahlzähnen. Auch der Verdauungstrakt ist der eines Fleischfressers. Ganz imposant fand ich den Vergleich mit den Händen. Wie bei Fleischfressern hat der Mensch "Pfoten" mit fünf  "Zehen" und "Krallen". Vielleicht sagt deshalb auch der Volksmund "die hat sich den Mann, der anderen gekrallt" oder "er hat sie in seinen Fängen"? ;-)

Gleichwohl ob oder ob nicht, der Mensch hat sich in seiner Evolution seiner Umgebung angepasst. So fand ich einen Bericht interessant, dass auch die heutigen Menschen in Bezug auf ihre Ernährung unterschiedliche Entwicklungsausprägungen haben. Der Körper der Eskimo, kann ganz andere Nahrung verarbeiten als beispielsweise der, der Menschen aus Polynesien, Europa oder Afrika. Durch die Globalisierung kommt es aber heutzutage zu einem weltweiten Nahrungsaustausch.  Jetzt gibt beispielsweise es Hamburger und Pommes bei den Eskimos und Polynesiern. Die ursprünglichen Nahrungsmittel, wie fettes Robbenfleisch oder Fisch werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Der Kőrper ist jedoch nicht auf diese Nahrungsumstellung eingerichtet. Dies führt beispielsweise in diesen Regionen zu Fettleibigkeit. Wir essen ja normalerweise auch nicht fettes Essen wie Eisbein mit Sauerkraut im Sommer, es sei denn irgendjemand meint, bei 40 Grad im sonnigen spanischen Süden, auf deutsches Essen im Sommerurlaub nicht auskommen zu können. Dem ist dann auch oft Montesumas Rache gewiss. Die Natur ist schon ein schlaues Kerlchen! Eigentlich müsste die Evolutaion bereits angefangen haben, sich auf die Globalisierung der Ernährung  ein- und umzustellen. Heute ein paar Kilo zu viel nach dem kommenden Weihnachtsessen - und .... in ein paar Generationen, werden diese Kalorien einfach vom Körper nicht mehr aufgenommen, sondern von diesem als "nicht verwertbar" deklariert und durchgeschleust. Wäre doch cool! Frei nach dem Film "Zurück in die Zukunft", sich vor Weihnachten ins Auto gesetzt, ab in die Zukunft - nach dem Fest zurück ins Jetzt.

copright Julietta Günther