Donnerstag, 9. März 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-03-09

Diese Woche bin ich total verpeilt und dies fand heute seinen chaotischen Höhepunkt!

Heute morgen beeilte ich mich nichts ahnend und fütterte die Tiere, dann begann ich mich stadtfein zu machen: wusch mir die Haare, föhnte sie geduldig in Form, zog mich schick an und legte sogar Make up auf. Dann rief ich meinem Männe an und sagte ihm, dass ich auf dem Weg zum Bus sei. Nach einer kurzen Funkstille auf der anderen Seite kam dann das Unheilvolle:

"Szivem, ma csütörtök van!"  - "?!?!- Ma csütörtök van?!?!?" - "Igen"

Was übersetzt heißt:
"Mein Herz heute ist Donnerstag!" - ?!?!- heute ist Donnerstag?!?!?" - "Ja"

Nun war die Denkpause auf meiner Seite! Dann folgte ein ziemlich trockenes Sch... als mir ein Licht aufging: Die ganze Woche war ich offensichtlich um einen Tag zu früh dran. Womit sich somit auch erklärte, weshalb die Müllabfuhr diese Woche vermeintlich einen Tag zu spät gekommen war. Langsam offenbarte sich mir auch das gesamt Ausmaß: ich hatte alle Lieferanten auf die falschen Tage geplant und nun musste ich alles umplanen, obendrein war somit erst morgen Zahltag.

Doppelt Sch... !

Dann machte ich mich erst einmal an das Umdisponieren der Lieferanten. Als ich das erledigt hatte, beschloss ich es meiner Freundin gleich zu tun, die bäckt, wenn sie der Frust anspringt. Mein Frust war unendlich und in dieser Verfassung begann ich den Teig für ein Brot zusammen zu rühren. Als der Mixer zu quietschen und zu stinken begann, bemerkte ich, dass der Brotteig zu schwer für die Maschine war. Normalerweise knete ich diesen auch von Hand. Noch immer in Gedanken versunken, zog ich den noch laufenden Quirl aus dem Teig und sogleich verteilte sich der Teig im hohen Bogen in der Küche und in meinem Gesicht. Klasse! 😒 Das Fladenbrot wurde in den Ofen getan und nach einiger Zeit zogen blaue Schwaden in das Obergeschoss, die mir verkündigten, dass das Brot inzwischen verbrannt war.

Mensch noch einmal, ich war wirklich neben der Spur! Also einen neuen Teig angesetzt, diesen auch problemlos fertig gebacken und das Blech zum Abkühlen auf die Treppen zum Weinkeller gestellt. Irgendwie bekam das Blech Übergewicht und sauste mit lautem Gepolter die steilen Stufen hinunter in die Pince=Weinkeller. Doch damit nicht genug! Das Blech wurde durch das erste Weinfass abrupt abgebremst, doch das darauf liegende Brot gewann an Flugkraft und flog - in den Matsch des Weinkellerbodens. Durch den vielen Regen der letzten Tag war in den Keller Wasser hinein gelaufen und hat den gestampften Lehmboden aufgeweicht. Zweites Brot dahin! -
Es folgte das dritte, was dann auch klappte.

Nun war mein Frust eher größer als kleiner geworden und ich beschloss noch einen Kuchen zu backen. Etwas Hüftgold: statt Schokolade, die ich erst morgen einkaufen kann, nun eben einen Kuchen. Teigbestandteile in die Schüssel, allerdings hätte ich zuerst die Butter, die Eier und die Butter schaumig reinrühren sollen. Bei mir kam alles auf einmal hinein ... Was sehen was dabei rauskommt. Der Kuchen ist noch im Ofen. Auf jeden Fall kippte ich den Teig in die Kranzkuchenform, bis ... ja bis ich bemerkte, dass mit etwas auf die Füße tropfte und der Hund neben mir zu schmatzen begann. "Hilfe, das darf doch nicht wahr sein!!!" Einen nicht unerheblichen Teil des Teiges hatte ich durch das mittige Loch der Kuchenform gekippt. Den restlichen Teig füllte ich sorgsamer ein. Als ich die Kuchenform in den Backofen tat, riss ich mit dem Ärmel einen Topf mit Suppe vom Mittagessen vom Herd. Suppe ade! Hund schmatzt noch mehr! Beim Topfdeckel ist dabei der Knauf abgebrochen! Küche sieht aus wie die Sau! - Doch der Kuchen kam heil in den Backofen. ...

Dann habe ich mich erst einmal vor meinen Computer gesetzt und alles sacken gelassen. Erst wenn ich mich gesammelt habe, werde ich mich daran machen, das Küchenchaos zu beseitigen. Alles andere wäre heute vermutlich fahrlässig.
😒😒😒😒😒😒😒😒
"Hallo altes Haus, morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!"


Nachtrag: Der Kuchen war eine "Offenbarung": Außen schön knusprig und innen klietschig. 😒... und beim Brot hatte ich das Salz vergessen. - Besser ich gehe jetzt ins Bett und warte auf morgen...

Nachtrag 2: ... na ja an schlafen war nicht zu denken! ... ich hatte nicht aufgepasst und die Schranktür des Schrankes in dem der Kuchen stand, nicht richtig geschlossen. Vermutlich haben wieder einmal unsere Katze und unser Hundebär gemeinsame Sache gemacht. Sie haben den Kuchen aus dem Schrank geholt und sich daran gemacht, diesen zu vertilgen. Dies hatte für Caesar unseren Riesenhund fatale Folgen. Er bekam schlimmes Bauchgrimmen und begann in der Nacht herzzereißend zu jaulen. Ich durfte ihm dann für fast zwei Stunden den Ranzen kraulen. Irgendwann liessen seine Bauchschmerzen nach und ich konnte hundemüde ins Bett gehen. Das war eine kurze Nacht!


-Copyright Julietta Günther -

Mittwoch, 8. März 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-03-08

Hilfe!!! - Wie heisst es in einer Werbung "...wir haben so viel Haare, dass wir damit stricken könnten!"

Es wird Frühling! Und ... wir haben bei zwölf Hunden gleich so viel Haare, dass ich aus der Wolle gleich ganze Plaids produzieren könnte ... Das gäbe sicher ganz schöne kuschelweiche Decken ...

Zwölf Hunde unterschiedlicher Größe und Rasse = zwölf unterschiedliche Reaktionen auf die Bürste und das Kämmen:

"Schnell weg, Frauchen kommt mit Bürste!" und man sieht einen Hund flitzen und sich in die hinterste Ecke unter der Terrasse verdrücken. Es folgt ein Frauchen, dass bäuchlings mit einem Stück Wurst versucht den Ausreißer hervorzulocken. Doch schwupps, einmal nicht aufgepasst und weg ist die Wurst - von einem anderen Hund, der seine Chance witterte und nutzte. Also heisst es erst einmal abwarten und auf einen günstigeren Zeitpunkt warten. Irgendwann klappt es sicher des Ausreißer Fell auf glänzend zu trimmen.

Pedro hat eine spezielle Art, der Schönheitspflege zu entgehen: erst verkraucht er sich, wenn die Bürste zu nahe kommt, knurrt er sie an und wenn das nicht hilft, schnappt er nach ihr - dann ist erst einmal nicht ans Bürsten zu denken.

Buddy hingegen liebt das Kämmen. Hobby gib sogar abwechselnd seine Pfoten. Felix lässt sich bereitwillig  das lange Fell bürsten, wenngleich mit angezogenen Ohren. Chisma macht sich dabei, wie ein geprügelter Hund, flach wie eine Flunder und macht sich sofort aus dem Staub, wenn die Prozedur zu Ende ist. Jojo dreht jedes Mal total auf. Luna verschwindet in die Wassertonne, die sie als ihre Hütte erkoren hat und macht sich dort so klein, dass man sich nur noch wundern kann.

Bei Bella darf ich nur die weiche, biegsame Bürste nehmen und wehe ich komme an ihre Hinterbeine. Sie hatte als kleiner Welpe einen Unfall, der sie beinahe das Leben gekostet hat und bei dem sie lange die Hinterbeine nicht bewegen konnte. So sind die Hinterbeine, der Allerwerteste und der Schwanz eine Tabuzone. Nur manchmal lässt sie es zu, dass man sie dort berührt. Das bedeutet aber auch, dass sie in dem Bereich oft Zotteln hat, die sich dann irgendwann alleine lösen und als Flusen in der Wohnung liegen.

Am coolsten reagiert unser Hundebär: Der kann nämlich garnicht genug davon bekommen. Jetzt hat dieser riesige Hund zu allem Übel auch noch ein besonders dichtes Fell, dem schon einige an Bürsten und Kämme zum Opfer gefallen sind. Die Fellpflege artet somit in Schwerstarbeit aus. Caeser kommt, kaum dass er die Bürste sieht, angetrabt und dann heisst es kämmen und kämmen und kämmen. - Wehe, wenn einem nach einer halben Stunde Schwerstarbeit der Arm lahm wird und man aufhört! Dann schubst Caesar einen an und fordert weitere Bürstenstriche. Meistens schläft er irgendwann dabei ein. Letztens musste ich herzlich lachen: Caesar legte sich auf den Rücken, alle Viere in die Höhe, Augen geschlossen und ließ sich Beine und Bauch bürsten.  Irgendwann fing er an, wie eine Katze zu schnurren. - Da schnurrt so ein achtzig Kilo Hund wie ein kleines Kätzchen - irgendwann ging das Schnurren in ein sonores Schnarchen über und Caesar schlief wie ein Stein, der nicht einmal reagierte, als ich aufhörte, aufstand und ging.

Caesar - unser Hundebär


-Copyright Julietta Günther -



Dienstag, 7. März 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-03-07

Es wird Frühling! Vor zwei Wochen noch Eis und Schnee und nun zeigen sich schon die ersten Löwenzahnblüten und Gänseblümchen. Seit zwei Tagen gibt es auch die ersten Schneeglöckchen im Garten und die Tulpen strecken ihre Blätter immerhin schon fünf Zentimeter aus dem Boden. Nicht lange und die Mandelbäumchen beginnen zu blühen ....



nur bin ich noch immer nicht mit dem Baumschnitt fertig. :-((
Das Wetter der letzten Wochen hat mir einen Strich durch meine Planung gemacht.

Nicht die erwachende Natur hat mir vor Augen geführt, dass der Frühling naht, sondern etwas ganz anderes ...

Ich war am Samstag mit den Schafen auf der Außenweide als eines der inzwischen selten gewordenen Pferdegespanne die Strasse entlang kam: die Hunde flippten total aus und ... die Schafe gingen durch ... und was macht unser Hütehund??? ... er kläfft dem Gespann hinterher und auf mein Kommado, dass er die Herde zusammentreiben soll, macht er schwupps eine Kehrtwendung und beginnt zu Treiben ... nur statt den Schafen, treibt er die Hühner und die Gänse in den Stall ?!? ... Super! ... Offensichtlich hat er während der Winterpause einiges vergessen ...

Ich also den Schafen hinterher gepeest - Hund war ja immer noch mit dem Federvieh beschäftigt - als ich die Herde wieder unter Kontrolle hatte, gesellte sich auch unser Border Collie dazu und tat ganz eifrig .... allerdings etwas zu eifrig, denn dadurch wurde die Herde wieder unruhig. - Irgendwann kehrte Ruhe ein und ich atmete auf, doch ich freute mich zu früh ...

Denn da trabte keuchend einer der noch selteneren Jogger die Strasse herauf ... gleiches Spiel noch einmal ...
- man gönnt sich ja sonst nichts ... - Ich für meinen Teil hatte das tägliche Laufpensum nun intus und brachte die Herde zurück ins Gehege.

Ein Teil der Herde und im Hintergrund unser Hütehund

Aber wenigstens erging es mir besser als vor zwei Jahren meinem Männe. Nachbars drei Monate alter Foxi, der inzwischen bei uns lebt, war dort ausgerissen und fand Gefallen daran unsere Herde zu jagen. Einen Teil der Schafe trieb er in den nahegelegenen Wald. Er war dabei so umtriebig, daß mein Männe eines der Jungschafe auf den Schultern nach Hause tragen musste. Dem Rest der Herde setzte ihr Fluchtinstinkt so zu, dass sie nicht mehr zu halten war. Männe war drei Stunden dabei sie aus dem Nachbarort zurück zu holen ... und das quer durch den Wald ...

Ihr könnt euch vermutlich vorstellen in welcher Verfassung er zurück kam! Stimmt! -
Dreckig, verkratzt, total groggy, stinke sauer und fluchend wie ein Brunnenputzer. ...

Der Foxi hatte Lunte gerochen und sicherheitshalber das Weite gesucht. ;-)

Drum: Wer Schafe hat und einen Foxi in der Nähe, dem sei gesagt, er brauche kein Fitnesscenter ;-))


- copyright Julietta Günther -

Sonntag, 19. Februar 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-02-15

Offensichtlich hat es sich herumgesprochen, dass der Nuckelflaschen-Cocktail lecker schmeckt, denn kaum komme ich mit der Flasche an, schon rennt die halbe Schaf- und Ziegenherde auf mich zu. Da stehe ich dann mit einem Zicklein und einem Lämmchen im Kreis der ausgewachsenen Tiere, von denen einige versuchen, etwas von der Milch zu ergattern. Das artet mitunter in einem Gerangel aus, bei dem ich mit Sicherheit das Glück habe, dass eines der erwachsenen Tiere mit den harten Hufen mir auf die Füße tritt :-((

Meistens dreht die Mannschaft nach einer Weile wieder ab und ich kann in Ruhe die Flasche geben. Irgendwann taucht die Ziegenmutter auf,  mit immer dem gleichen Ritual: erst schnuppert sie an ihrer Kleinen, dann an der Flasche, schnuffelt an meiner Hand, als nächstes schaut sie mich an, gibt einen leisen Laut von sich und trottelt wieder von dannen. Wenn allerdings das Zicklein gerade nuckelt und das Lämmchen begehrt die Flasche, dann wird die Ziegenmami ungehalten: erst schubst sie das Lämmchen weg und wenn das nicht hilft, zwickt sie das Lamm - und ich muss eingreifen ...

Heute dachte ich, "mein Schwan pfeift!" - Seit Tagen führe ich mit einer der Ziegen einen bislang ausweglosen Kampf. Kaum verlasse ich das Gehege, da sehe ich schon, dass meine "Problem-Ziege (mir macht sie Probleme) wieder in den Hühnerstall geklettert ist. Dort stehen auch die Hasengehege. Die Ziege hat inzwischen schon von einigen Hasenställen die Drahtgitter der Türen zerstört. Sie klaut doch glatt den Hasen das Futter! Heute habe ich sie beobachtet. Sie schleicht sich zur Stalltür, sobald ich sie anschaue, dreht sie sich weg. Schaue ich oder gehe dann weg, schlendert sie zur Tür. Dort angekommen, streckt sie ihre Nase Richtung Hasengehege. Wehe sie riecht Mais, dann flugs ist sie drin und drückt ihre Schnauze an das Gitter bis sie an die Körner kommt.

Doch das kenne ich schon ... aber heute traute ich meinen Augen nicht. Einer der hölzernen Zaunpfoten stand etwas schief. Die Ziege kletterte daran hoch und von dort aus auf den Sauerkirschbaum. Angelockt von dem ungewöhnlichen Geschehen, lockte sie andere Tiere an. Und was machen diese? - Springen einfach über den Zaun und schneller als ich schauen konnte, standen sie auch schon in meinem Kräutergarten und knabberten an meinem Rosmarin und Salbei. Ich also hingerannt, Gatter auf gemacht und versucht die Ausreißer wieder reinzutreiben. Doch kaum drin, sprangen einige auf der anderen Seite gleich wieder über den Zaun. Klasse :-( Über mangelnde Arbeit brauche ich die kommenden Tage nicht klagen ... Auf jeden Fall wurde mir dann auch klar, wieso eine Ziege heute morgen draußen am Gartentor stand und um Einlass ersuchte, während unser Buddy, unser Schäferhundmix am Ausflippen war, Angesicht des ungewöhnlichen Besuchers.

A propo Besucher: die Kälte der letzten Wochen hat unsere Katzen verstärkt ins Haus gescheucht. Wir haben zwei Freigänger Kater (Fekete und Szürke), ein sechs Monate altes reines Hauskätzchen (Little Sue) und einen Stallkater (Einstein), der nie ins Haus kam.

Little Sue

 Als die Nächte mit minus 15 Grad und mehr bitterkalt waren, wurde ich morgens wach und stellte fest, dass Little Sue nachts vermutlich gefroren hat. Sie war von mir unbemerkt unter die Bettdecke gekrabbelt und lag schlafend auf meinem Bauch. Am gleichen Tag als ich ins Haus ging, kam auf einmal Einstein angerannt und kaum hatte ich die Haustür geöffnet, war er auch schon ins Haus geschlüpft und war tagelang nicht mehr dazu zu bewegen, im Stall zu bleiben. Dauernd stand er wieder an der Tür und wartete nur auf eine Gelegenheit, um ins Haus zu kommen. Als ich ihn dann schließlich rein ließ, war er derart anhänglich, dass ich mich nur hinsetzten brauchte, da sprang er auch schon auf meinen Schoß und begann zu schmusen. Doch was ihm den Namen "Einstein" einbrachte, ist etwas ganz anderes. Der Kater hat innerhalb zwei Tage gelernt, wann ich Anstalten mache, ins Bett zu gehen. Da kann er noch so fest schlafen, doch kaum liege ich ihm Bett, kommt er angetigert und legt sich auf meine linke Schulter. Immer nur auf die  linke Schulter. Warum? K.A.!?!. Irgendwann in der Nacht ist es ihm scheinbar zu warm oder zu kalt, auf jeden Fall trollt er sich zu unserem Border Collie und rollt sich neben ihm ein. Doch jeden morgen um die gleiche Zeit taucht er wieder auf, stubst mich mit seiner kleinen feuchten Nase ins Gesicht und legt sich - wieder auf meine linke Schulter und schläft weiter. - Schlaues Kerlchen! -





- Copyright Julietta Günther -

Dienstag, 7. Februar 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-02-07

Ich wußte ja schon immer, daß ich ein "Schaf" bin - zu mindestens temporär ;-) ... und heute wurde das offensichtlich. Seit drei Tagen muß ich eines unserer Lämmer die Flasche geben. Heute Nachmittag wollte ich die Tiere füttern. Das kleine Lamm sah mich, drehte ihrer Mutter den Rücken zu und rannte zu mir
"Mäh, mäh Mami zwei ich habe  Hunger mäh, mäh". Kaum bei mir angekommen, begann es mich mit seiner Nase zu stupsen und wurde richtig ärgerlich als aus meinen Bein keine Milch floß.

- "Määääh!" -" Määääääh!" - "Määäähäääääh!"

Das Lämmchen machte solch einen Rabatz, daß es den Vater Schafsbock auf den Plan rief, der sich drohend vor mich aufbaute. Erst als das Kleine an der Flasche nuckelte, drehte er ab. Das Lämmchen hat einen kräftigen Zug.

Bei dem kleinen Zicklein muß ich auch zufüttern. Nur gut, daß es bei den Ferkeln keine Probleme gibt. Das wäre eine wilde Schweinerei geworden, denn die Frischlinge sind flink wie ein Wiesel und schlagen Haken wie Hasen. Obendrein hat eine Handvoll Schwein schon erstaunliche Kräfte, sodaß es garnicht so einfach ist diese kleinen quirligen Wesen zu fangen und festzuhalten. Es ist auch nicht ungefährlich, sich einem Ferkel zu nähern. Die Sau kann richtig böse werden und wenn einen zweihundert Kilos Schwein attackieren, sollte man schleunigst das Weite suchen. Bei uns ist es jedoch nicht nur eine Sau, die die Ferkelchen verteidigen, sondern gleich drei Sauen und ein Wildscheineber. Die verstehen keinen Spaß, wenn es um ihren Rotten-Nachwuchs geht.

Wir haben derzeit zwei Sauen, die Ferkel haben und somit auch Milch geben. Die Schweinchen trinken erst bei der Mutter und wenn dann aus deren Zitzen keine Milch mehr kommt, dann wechseln sie die Milchtankstelle und gehen zur anderen Muttersau, die weniger Ferkel hat.

Letztes Jahr hatten wir ein Zicklein, dass bei Mutter und Amme zum Trinken ging. Heute bemerkte ich, dass die inzwischen erwachsene Ziege noch immer an Muttis Zitzen geht.

Bei einer Freundin sah ich kürzlich, dass nicht nur ihr Ziegennachwuchs unter Ziegenmamas Bauch hing, sondern  auch der Bock gönnte sich einen Schluck Muttermilch. Sah lustig aus! Auf einer Seite ein zartes Wesen auf der gegenüberliegenden Seite kniete ein grosser Bock mit einem langhaarigen Fellkragen, gleich einen Löwen  und dazwischen hing die Ziegenmutter.,

Es erstaunt mich immer wieder, wie sozial das Zusammenspiel in einer Rotte, Herde oder Rudel ist. Um die Pflege der Jungtiere kümmern sich nicht nur die Mütter, sondern sehr häufig auch die Väter, Tanten, Onkel oder älteren Geschwister. Bei unsererm Hunderudel ging das so weit, dass eines der Hundewelpen mehr von der Mutter erzogen wurde, während das andere primär bei der sterilisierten Tante unter deren Fittiche stand.
Bei den Schweinen ist der Eber eine zentralen Figur in der Nachwuchshege. Die Ziegen und die Schafe, schützen alle Jungtiere ihrer Gruppe. Da kann es durchaus vorkommen, dass der Ziegenbock bei dem Lämmchen nach dem Rechten sieht. -

Heute hat es kräftig geschneit und nach einer halben Stunde im Freien sah ich aus wie ein Schneemann, der Australien Sheperd hatte seine Fellfarbe in weiß geändert und unser gutmütiger Kaukasier kam wie ein riesiges wildes weiß-braunes Ungetüm aus dem dichten Vorhang aus dicken Schneeflocken. Irgendwann kam der Border Collie zu mir, drehte sich immer wieder um und schaute mich mit einem ratlosen Blick an, fast als wolle er mich etwas fragen. Ich folgte seinem Blick und traute meinen Augen kaum, mußte dann herzhaft lachen. In Hobby's Hundehütte hatte es sich eine Ziege gemütlich gemacht.

Tierische Hausbesetzung! Ziege drin und Hund draußen im Schneegestöber.


Sonntag, 5. Februar 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-02-05

Wer kennt das nicht? Es kommt der Postbote und mehr oder minder begeistert nimmt man die Briefe mit den offenen Rechnungen entgegen. Irgendwie schade, statt einer schönen altmodischen handgeschriebenen Nachricht von einer Freundin, bringt der Postbote nur noch Reklame oder offenen Rechnungen. So erhielt ich am letzten Freitag auch den Brief mit der nächsten Stromrate. Ich legte den Brief in die Küche und vergaß ihn dort.

Gestern morgen kam ich hinunter und in der Küche sah es aus als hätte es geschneit. Mitten in dem "Schneegestöber" saß unser Hundesprößling Max und zerfledderte gerade den ergatterten Abwaschschwamm. Eigentlich ist der Kleine schon etwas zu groß für die "Alles-zerbeiß-und zerreiss-Phase", doch zur Zeit ist nichts vor ihr sicher ( ;-)) - nicht wundern: unsere Hundedame heisst tatsächlich Max - ich hatte mich bei der Namensgebung im Geschlecht des Welpen getäuscht und als ich es bemerkte, hörte die Kleine bereits darauf. Irren ist menschlich, doch dieser Flapsus ist mir bereits bei ihrer Mutter namens Felix passiert - uppps ....)

Als ich mich an die Chaosbeseitigung machte, stutze ich Angesicht der Schnipsel -
Max hatte die Stromrechnung in zehn Cent Stück große Fetzen zerpflückt. -

Auch eine Möglichkeit, sich unliebsamer Rechnungen zu entledigen. ;-)

Hihi - wie passend! Just in diesem Moment als ich den letzten Satz geschrieben habe, hörte ich im Fernseher den Ausspruch "Shiva zerstört um Neues zu erschaffen" - na Klasse! Nun kann ich sicher sein, dass eine Mahnung kommt ... ;-)

Übrigens Neues: nahezu täglich erblickt auf unserer kleinen Farm neuer Nachwuchs das Licht der Welt. Gestern Nachmittag hat unsere braune Ziege Lisa ein schneeweißes Zicklein zur Welt gebracht - zuckersüß! - Aber die Kleine ist ganz schön zickig. Offensichtlich hat auch dieses Muttertier noch nicht genug Milch. Auf jeden Fall protestiert das Zicklein lautstark, wenn sie zu wenig bekommt oder auch wenn ihre Mutter sich nur ein paar Meter zu weit von ihr entfernt. -
Ein richtig kleiner, großer Schreihals, namens Hóféher (Schneeweiß)

Für mich bedeutet dies jedoch ein zweites Flaschenkind, dem ich zufűttern muss. Irgendwie ist meine Baby-Flaschenzeit schon sehr lange vorbei. Gestern habe ich es geschafft, die Milchflasche in der Mikrowelle zur Explosion zu  bringen. - Mensch war das eine Schweinerei! Insbesondere, weil ich in der Flasche schon das Ei zugegeben hatte.

Donnerstag, 2. Februar 2017

"Unsere kleine Farm" - 2017-02-02

Die letzten Wochen hegte ich ernsthafte Zweifel an der Erderwärmung.

Es war kalt - bitterkalt mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad - dazu Schnee satt und es fegte ein eiskalter, von Sibirien kommender, Nordostwind, der einen bei nur kurzen Aufenthalt im Freien die Gehirnwindungen einzufrieren schien. Ein Wetter, das selbst die langhaarigen zotteligen Schafe wieder in ihren Unterstand trieb, die Hennen nach einem Schritt aus dem Stall kurzerhand umdrehen ließ. Selbst die Hunde blieben in ihrer Hütte, wenn sie es vermeiden konnten rausgehen zu müssen. Zum ersten Mal habe ich erlebt wie einer unserer freilebenden Hündinnen so zitterten, dass ihr die Zähne klapperten. Die Hunde froren wie noch nie zuvor. Buddy gab nachts erst Ruhe nachdem er ins Auto durfte und sich dort auf ein Federbett legen konnte. Pedro, Luna und Felix kuschelten sich eng aneinander ins Heu. Max und Chiszma machten Randale an der Haustür bis sie eingelassen wurden. Mittlerweile wurde es eng in der Küche und im Haus, denn wir teilen es bereits mit sechs großen Hunden, darunter auch unser riesige Hundebär, und vier Katzen. Wenn sie ihr Geschäft machen mussten, rannten sie raus und waren schnell wie der Blitz wieder zurück. Balou und Simba blieben hingegen die meiste Zeit in ihren Hütten voll Heu. Doch eines Nachts jaulten sie jämmerlich. Mitten in der Nacht holte ich einen Sack Schafwolle vom Schuppendach und kleidete ihre Hütten damit aus. Sie rollten sich darin ein und schlummerten friedlich. Allerdings hatte meine Idee mit der ungewaschenen Wolle einen Haken: sie fanden es hochspannend die Wolle zu zerfleddern und nun ist der Boden, im weiten Umkreis ihrer Hütten, übersät mit festgefrorenen Wollfetzen.

Auch den Schweinen war es entschieden zu ungemütlich. Sie gruben sich tief in den Boden und lagen dicht an dicht, wie nebeneinander eingeparkt, in ihrem Stall. An manchen Tagen waren sie selbst zu der Fressenzeit kaum bereit, sich aus ihrer Kuhle zu bewegen. Den einzigen Tieren, denen das Wetter wenig auszumachen schien, waren die Gänse. Sie lagen mit eingezogenen Füßen im Schnee und ich hatten den Eindruck sie genossen dies sogar.

Und wir Zweibeiner? Wir mutierten langsam zu Michelinmännchen - mehr breit als hoch - mehrere Lagen Pullover  und Hosen übereinander. Eine Passantin meinte kürzlich im Bus, daß sie so viele  Schichten übereinander trüge, daß sie Mühe hätte, sich zu bewegen, aber dennoch friere. -

Das wird im Frühjahr eine Schlankheitskur der besonderen Art! Dreißig Zentimeter Umfangsverminderung innerhalb weniger Tage und dann die Kommentare
"Whow hast Du abgenommen!" -
 So kann denn ein jeder mit neuem Selbstbewusstsein in den Frühling gehen! - ;-))

Die Kälte zauberte auch wunderschöne Naturschauspiele: auf den Bäumen, den Pflanzen und auch auf der Weihnachtsdekoration bildete die feuchte nebelige Luft ihre Eiskristalle - wunderschöne Gebilde entstanden...







Bedauerlicherweise haben die eisigen Zeiten unseren jüngsten Nachwüchsen zugesetzt und wir verloren zwei Lämmer. Aber auch bei den anderen Schafen läßt die mütterliche Fürsorge schwer zu wünschen übrig und ich hoffe, daß wir nicht noch mehr Verluste zu verzeichnen haben. Dahingegen sind die Frischlinge quietschfidel und rennen durch den Stall. Erstaunlich schnell sind die kleinen Schweinchen und obwohl erst wenige Tage alt, läßt sich bereits der Charakter der einzelnen erkennen. Manch ein kleiner Raufbold ist darunter, aber auch ein kleiner Angsthase. Ich könnte dem Treiben der kleinen Schar ewig zuschauen. Und unser Hundebär? Der geht jeden Morgen und Abend auf seinem Kontrollgang dort vorbei und schaut nach dem Rechten. Sobald irgendetwas nicht stimmt oder eines der Jungtiere schreit, rennt er hin und protestiert lautstark. - Allerdings muss ich aufpassen, dass nicht wie letztes Jahr eines ausbüchst. Cäsar hat nämlich versucht das Ferkelchen einzufangen, was ihm auch gelangt, doch der Kleine hat leider seinen Ausflug mit dem Leben bezahlt. Bevor Cäsar im Gehege tollen darf, kontrolliere ich seitdem vorher, ob dort nicht ein unbefugter Freigänger sich aufhält. Cäsar ist ein kaukasischer Owtscharka, ein Herdenschutzhund und ein Riese von einem Hund. Nur manchmal nimmt er es mit der Herde schützen doch zu ernst - aber nicht nur er: auch die anderen treiben Ausreißer wieder zurück ins Gehege.

A propo Zurücktreiben: Als es die ersten Tage so kalt war, haben mich unser
Australien Sheperd Hobby und seine Tochter Max schier zur Verzweiflung gebracht. Immer wenn ich morgens die Schafe und das Federvieh aus dem Stall ließ, musste ich kaum im Haus zurück feststellen, daß die Beiden sie wieder in die Stallungen getrieben hatte. Ich also wieder raus und alles Viehzeug wieder freigelassen. Das Spiel ging ein paar Mal - bis ich merkte was los war: Die Hunden wollten nicht draußen bleiben und hatten beschlossen, daß es genug sei und trieben alle wieder zurück. Frei nach dem Motto: Feierabend - jetzt geht es ins Warme! - Also habe ich die Hunde mit rein genommen und die Tiere konnten in Ruhe draußen Futter fassen.
Doch die Hunde haben sich das gemerkt. Denn wenn ich bis spätestens 15.30 Uhr nicht begonnen habe, die Tiere für die Nacht zu versorgen, beginnen sie seitdem eigenständig damit, alle Freigänger in die jeweiligen Ställe zu treiben. - Sind halt doch schlaue Kerlchen! -